Umstrittener Steuervorteil Autoexperte fordert Ende der Diesel-Förderung

"Gesundheitsgefährdende Technik", "schräge Steuer", "bizarre Logik": Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert im "Handelsblatt" den Steuervorteil für Dieselkraftstoff. Die Subvention schade den deutschen Herstellern.

Tankstelle: 21,9 Cent Steuervorteil pro Liter Diesel
DPA

Tankstelle: 21,9 Cent Steuervorteil pro Liter Diesel


Hamburg - Ferdinand Dudenhöffer bekräftigt seine Kritik am Steuervorteil für Diesel. In einem Gastbeitrag des "Handelsblatts" wirft der Autoexperte der deutschen Politik vor, nichts aus den Fehlern der vergangenen Jahre gelernt zu haben. Die Bundesrepublik erlebe einen "regelrechten Dieselboom", der politisch verursacht sei.

Hintergrund von Dudenhöffers Kritik ist, dass Diesel in Deutschland steuerlich bevorzugt wird. Für den Liter Diesel zahlen Autofahrer 18,4 Cent weniger Energie- und Ökosteuer als für den Liter Benzin. Zusammen mit der in der Folge geringeren Mehrwertsteuer beträgt der Steuervorteil sogar 21,9 Cent.

Dudenhöffer bemängelt, dass die eigentlich als Korrektiv gedachte höhere Kfz-Steuer kontraproduktiv sei. Sie führe dazu, dass Vielfahrer eine Art "Mengenbonus" bekämen. Im Klartext: Wer viel fährt, profitiert stärker vom steuerbegünstigten Dieselkraftstoff. "Die Logik ist bizarr", schreibt Dudenhöffer im "Handelsblatt".

Der Autor ist Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen. Er hat sich schon öfter deutlich gegen die steuerliche Förderung von Diesel ausgesprochen. Anlass für seine aktuelle Kritik ist eine EU-Richtlinie, die Höchstgrenzen für Stickstoffdioxid in der Luft festlegt. Dudenhöffers Warnung: "Wer heute einen Diesel-Pkw kauft, läuft Gefahr, mit dem Fahrzeug Ende 2015 nicht mehr in Großstädten fahren zu dürfen." Grund sei, dass nur wenige Modelle die zukünftige Abgasnorm "Euro 6" erfüllen.

Der Autoexperte fürchtet auch Folgen für die deutschen Hersteller. Die "schräge Steuer" bremse Hybridfahrzeuge - und werfe damit die deutsche Autoindustrie im weltweiten Wettbewerb zurück.

cte



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insgesamt 92 Beiträge
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pubsfried 11.04.2013
1. Lobbyarbeit vom Feinsten...
...oder was sonst will er damit bezwecken ? FSE-Benziner stoßen zB noch mehr Feinstaub aus als Diesel ! Und irgendwie muß bei 60% Diesel endlich mal die Entwicklungskosten für Benziner wieder reinkommen...
Mertrager 11.04.2013
2. Noch Jemand ?
Gibt es außer Lautsprecher Duddenhöfer eigentlich keine Quellen ? Und wo ist da jetzt eine wirklich neue Aussage ? Dasz Diesel-Fhzg sich nur bei Vielfahrern rechnen ? Dasz die Kfz-Steuer ein politisches Steuerungsinstrument ist ? Beckenbauer könnte ja auch 'mal wieder sagen "..schaun mer mal".
yallayalla 11.04.2013
3. "Bizarre Logik"?
Vielleicht sehe ich das falsch, aber... - Diesel-Motoren halten eine kleine Ewigkeit - Diesel-Motoren verbrauchen weniger Kraftstoff Wieso sollte man also den Verbrauch von Diesel NICHT fördern?
jonas4711 11.04.2013
4. Hab extra nachgeschaut
hier in der Gegend kostet der Diesel zum teureren Super 17 Cent weniger. Wo tankt der Mann und von wem wird er "geschmiert"? Ach ja, Lobbyist.......
proanima 11.04.2013
5. Dudenhöffer?
Zitat von sysopDPA"Gesundheitsgefährdende Technik", "schräge Steuer", "bizarre Logik": Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert im "Handelsblatt" den Steuervorteil für Dieselkraftstoff. Die Subvention schade den deutschen Herstellern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/auto-experte-fordert-ende-der-diesel-foerderung-a-893772.html
Seit Jahren posaunt er seinen Sermon durch die Presse. Hier muss man nicht hinterfragen warum, er hat einfach keine Ahnung außer vielleicht im Mischen von Äpfel und Birnen.
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