Drohende Betreiber-Pleite Hedgefonds schalten sich in Streit um A1 ein

Der Streit zwischen dem Autobahnbetreiber A1 Mobil und der Bundesregierung droht sich zu verschärfen. Laut einem Bericht wollen Hedgefonds versuchen, die Millionen-Forderungen der Betreiber gegenüber dem Bund einzuholen.

Abschnitt der A1 (Archivbild)
DPA

Abschnitt der A1 (Archivbild)


Die drohende Pleite des privaten Autobahnbetreibers A1 Mobil ruft offenbar Hedgefonds auf den Plan. 20 bis 30 Finanzinvestoren hätten bereits Interesse daran angemeldet, Kredite der Gläubigerbanken zu übernehmen und damit Forderungen der Gesellschaft an die Bundesregierung einzutreiben, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") unter Berufung auf Finanzkreise. Dazu sollen die US-Firmen Aurelius Capital Management und Davidson Kempner gehören.

Zugleich ziehen sich deutsche Kreditinstitute den Angaben zufolge aus dem A1-Bankenkonsortium zurück. So hätte die Deka-Bank, das Wertpapierhaus der Sparkassen, den Gläubigerkreis verlassen. Man habe "Szenarien gegeneinander abgewogen und den Verkauf im Hinblick auf die rechtlichen Unsicherheiten für wirtschaftlich sinnvoller" gehalten, zitiert die Zeitung einen Deka-Sprecher.

Zum Hintergrund: A1 Mobil fordert nach Informationen der Zeitung insgesamt 787 Millionen Euro vom Bund. Hinter dem Konsortium stehen private Unternehmen, die von 2008 bis 2012 ein Teilstück der A1 ausgebaut haben. Im Gegenzug stehen ihnen 30 Jahre lang Einnahmen aus der Lkw-Maut zu. Laut der Betreiberfirma fielen die Einnahmen aber viel zu gering aus, nun droht die Insolvenz. (Eine Analyse zu dem öffentlich-privaten Desaster, lesen Sie hier.)

Bei einem Einstieg von Akteuren wie Aurelius und Davidson Kempner drohe der Bundesregierung ein aggressiver Streit um die laufende 778-Millionen-Euro-Klage des Betreiberkonsortiums wegen ausbleibender Einnahmen, schreibt die "SZ" weiter. Die beiden Finanzfirmen hätten in den vergangenen Jahren einen Rechtsstreit um die Rückzahlung von Staatsschulden mit der Regierung von Argentinien ausgefochten, das Land zu Milliardenzahlungen und einem Sparkurs gezwungen.

yes/Reuters

insgesamt 165 Beiträge
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Seite 1
vox veritas 09.09.2017
1.
Und jetzt schau'n wir mal, ob eine Privatisierung von öffentlichem Eigentum wirklich günstiger ist.
rabie 09.09.2017
2. Murphys Gesetz
Anything that can go wrong will go wrong. Das kommt davon wenn man versucht eine ganze Autobahn zu privatisieren, aber den Umfang und die Komplexität dessen überhaupt nicht bewerten kann. Vielen Dank CDU/SPD
stefangr 09.09.2017
3. nicht zahlen
Die Bundesregierung sollte diesen Zockern die Zähne ziehen und keinerlei Geld dazu zahlen. Diese Zockerbande gehört abgewickelt, sie ist für alle Finanzkrisen der Welt größtenteils verantwortlich. Wer ÖPP als sichere Bank sieht, dem sollte gezeigt werden, dass dies nicht so ist. Risiko muss geltend gemacht werden insbesondere gegenüber Casino-Haien.
mrrich 09.09.2017
4. Aha, auch ohne TTIP
ist die Macht von Heuschrecken viel zu groß. Wenn die ein Geschäft wittern, wäre eine Offenlegung der Verträge mit A1mobil wichtig, so können die Steuerzahler sehen ob die Verantwortlichen Politiker Schlupflöcher gelassen haben, um die Verluste zu privatisieren.
r.pfeilsticker 09.09.2017
5. Eine Spende an FTP und CSU sollte es richten
Wie schon bei der Senkung der Mehrwertsteuer einfach wenige Millionem an FTP und CSU spenden. Und schon fließen die 785 Millionen zurück...
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