Umsatzsprung und Gewinnrückgang: Daimler verdient mehr als erwartet

Der Autohersteller Daimler hat im zweiten Quartal zwar mehr Autos verkauft und den Umsatz gesteigert, der Gewinn ist aber deutlich zurückgegangen. Daimler hält trotzdem an seiner Jahresprognose fest. Die Anleger sind begeistert.

Mercedes-Produktion: Analysten hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet Zur Großansicht
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Mercedes-Produktion: Analysten hatten mit schlechteren Zahlen gerechnet

Stuttgart - Es ist ein gemischtes Bild, das der Autokonzern Daimler am Mittwoch vorlegte: Zwar kletterte der Umsatz im zweiten Quartal um zehn Prozent auf fast 29 Milliarden Euro, der Gewinn aber ging deutlich zurück - um elf Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Daimler begründet dies mit Investitionen: Höhere Kosten zur Erweiterung der Modellpalette in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars und der Lkw-Sparte Daimler Trucks hätten sich ungünstig ausgewirkt. Der Autohersteller konnte allerdings auch acht Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen, insgesamt mehr als 570.000.

Daimler legte als erster deutscher Hersteller die Zahlen für das zweite Quartal vor: Insgesamt waren die besser, als von Analysten erwartet. Der Stuttgarter Konzern bekräftigte nach der ersten Geschäftsjahreshälfte zudem seine Prognose und rechnet trotz der Eintrübung der Konjunktur weiterhin "mit einem Ergebnis aus dem laufenden Geschäft in der Größenordnung des Vorjahres" - 2011 hatte Daimler operativ knapp neun Milliarden Euro verdient.

Anleger greifen zu

Konzernchef Dieter Zetsche äußerte sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf: "Trotz der angekündigten hohen Aufwendungen für neue Produkte und Technologien war unser Unternehmen wieder sehr profitabel." Die unsichere Konjunktur beobachtet der vom Export abhängige Konzern aber sehr genau, "in beinahe allen Regionen" sei die Wirtschaftslage von Risiken geprägt. Die Absatzmärkte seien volatil.

Federn lassen musste Daimler vor allem in seinen beiden Kernsparten. Obwohl die Stuttgarter im zweiten Quartal vier Prozent mehr Pkw verkauften, schrumpfte die operative Marge binnen Jahresfrist deutlich auf 8,6 von 10,7 Prozent. Auch bei Lkw schmolz die Rendite auf 6,4 von 7,3 Prozent, obwohl der Absatz um ein Drittel zulegte. Am größten waren die Probleme in der Bussparte des Konzerns, die einen Umsatzrückgang von 13 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro verbuchte.

Die Anleger ließen sich von dem Gewinnrückgang nicht beeindrucken: Nach der Vorlage der Quartalszahlen verteuerten sich Daimler Chart zeigen-Aktien im frühen Geschäft um 2,4 Prozent und setzten sich damit an die Dax Chart zeigen-Spitze. Viele hätten wegen der Konjunktureintrübung mit einer Senkung der Prognose gerechnet, doch Daimler bleibe optimistisch - das überzeuge auch die Anleger, sagte ein Börsianer.

nck/Reuters/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Dass sämtliche Gewinne der deutschen Autobilsparte
herr_kowalski 25.07.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDer Autohersteller Daimler hat im zweiten Quartal zwar mehr Autos verkauft und den Umsatz gesteigert, der Gewinn ist trotzdem deutlich zurückgegangen. Daimler begründet das mit hohen Kosten für neue Modelle und hält an seiner Jahresprognose fest - die Anleger sind begeistert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846229,00.html
vom Steuerzahler über das Firmenfahrzueg-Privileg und Abschreibungen finanziert werden sagt keiner. Klar, klänge auch nicht marktwirtschaftlich genug. Ich nenne das Subventionserschleichung.
2.
GSYBE 25.07.2012
....., der Gewinn ist deutlich zurückgegangen." Sowas kann man heutzutahe fast nur in SPON lesen. Von der Schülerzeitung direkt in die Praktikantenredaktion....
3. Abwrackprämie
incido 25.07.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDer Autohersteller Daimler hat im zweiten Quartal zwar mehr Autos verkauft und den Umsatz gesteigert, der Gewinn ist trotzdem deutlich zurückgegangen. Daimler begründet das mit hohen Kosten für neue Modelle und hält an seiner Jahresprognose fest - die Anleger sind begeistert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,846229,00.html
Hm... wäre es für en Fiskus jetzt nicht langsam an der Zeit, durch höhere Körperschaftssteuern die im Wege der Abwrackprämie an die Automobilindustrie gezahlten Subventionen zurückzuerlangen...
4.
limrz 25.07.2012
Zitat von herr_kowalskivom Steuerzahler über das Firmenfahrzueg-Privileg und Abschreibungen finanziert werden sagt keiner. Klar, klänge auch nicht marktwirtschaftlich genug. Ich nenne das Subventionserschleichung.
Wenn Sie so argumentieren, bitte die Pendlerpauschale streichen. Ebenso Ehe-Gattensplittung an andere Subventionen, die Sie in irgendeiner Form erhalten.
5.
limrz 25.07.2012
Zitat von incidoHm... wäre es für en Fiskus jetzt nicht langsam an der Zeit, durch höhere Körperschaftssteuern die im Wege der Abwrackprämie an die Automobilindustrie gezahlten Subventionen zurückzuerlangen...
Die Abwrackprämie wurde alleine schon durch die Mehrwertsteuer der zusätzlich gekauften Autos zurückgeholt.
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