Frankfurt am Main - Rund 40.000 Mitarbeiter hat Opel in Europa, und sie alle sollen laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ihren Beitrag zur Sanierung der deutschen Automarke beitragen. Die US-Mutterfirma General Motors
(GM) fordert der Zeitung zufolge von den Opel-Beschäftigten, im laufenden Jahr auf Lohnerhöhungen in einer Gesamthöhe von mehr als einer Milliarde Euro zu verzichten.
In diesem Jahr ist laut dem Bericht eine Lohnerhöhung von 10,8 Prozent vorgesehen. Darin enthalten ist unter anderem ein im vergangenen Jahr aufgeschobenes Lohnplus von 2,7 Prozent. Zudem gehe es um Weihnachts- und Urlaubsgeld. Auf Teile davon hatten die Opel-Arbeiter 2010 und 2011 verzichtet.
Der Autohersteller relativierte den Zeitungsbericht: Ein Opel-Sprecher sagte: "Das ist nichts Neues". Laut einem 2010 geschlossenen "Zukunftsvertrag" gelte ab diesem Jahr eine "Sprechverpflichtung" zwischen Arbeitgebern und -nehmern. Aufgrund dieser Abmachung habe GM jetzt die Forderung nach Lohnverzicht erhoben
Es gehe ausschließlich um einen Sanierungsbeitrag von 265 Millionen Euro, dem die Arbeitnehmer schon 2010 zugestimmt hätten, hieß es bei Opel weiter. "Dieser Plan war für 2010 und 2011 mit konkreten Maßnahmen unterlegt." Jetzt müsse der Plan für die Jahre bis 2014 im Detail ausgestaltet werden. Einzelheiten zu möglichen Einsparungen nannte der Sprecher nicht. Er verwies darauf, dass ein "ständiger Kontakt" zwischen beiden Verhandlungsseiten bestehe.
Die IG Metall wies den Vorstoß von GM zurück. "Ich kann bestätigen, dass das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt. "Wir haben geantwortet, dass wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen." Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei.
Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Im Zuge des von GM aufgelegten Sanierungsprogramms wurden seit 2010 europaweit 8000 Stellen abgebaut. Das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen. In Deutschland war von der Sanierung auch das Werk Bochum betroffen, wo bisher rund 1450 Stellen gestrichen und etwa 250 Beschäftigte in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheim versetzt wurden.
dab/nck/dpa/dapd
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