Autobauer in der Krise: Opel-Arbeiter sollen auf Gehaltsplus verzichten

Eigentlich sollten ihre Löhne in diesem Jahr um fast elf Prozent steigen. Doch weil Opel weiter Milliardenverluste macht, fordert die US-Mutterfirma General Motors von den Beschäftigten Verzicht. Die IG Metall will davon nichts wissen.

Opel-Arbeiter in der Produktionshalle in Rüsselsheim: Lohnverzicht für die Sanierung Zur Großansicht
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Opel-Arbeiter in der Produktionshalle in Rüsselsheim: Lohnverzicht für die Sanierung

Frankfurt am Main - Rund 40.000 Mitarbeiter hat Opel in Europa, und sie alle sollen laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ihren Beitrag zur Sanierung der deutschen Automarke beitragen. Die US-Mutterfirma General Motors Chart zeigen (GM) fordert der Zeitung zufolge von den Opel-Beschäftigten, im laufenden Jahr auf Lohnerhöhungen in einer Gesamthöhe von mehr als einer Milliarde Euro zu verzichten.

In diesem Jahr ist laut dem Bericht eine Lohnerhöhung von 10,8 Prozent vorgesehen. Darin enthalten ist unter anderem ein im vergangenen Jahr aufgeschobenes Lohnplus von 2,7 Prozent. Zudem gehe es um Weihnachts- und Urlaubsgeld. Auf Teile davon hatten die Opel-Arbeiter 2010 und 2011 verzichtet.

Der Autohersteller relativierte den Zeitungsbericht: Ein Opel-Sprecher sagte: "Das ist nichts Neues". Laut einem 2010 geschlossenen "Zukunftsvertrag" gelte ab diesem Jahr eine "Sprechverpflichtung" zwischen Arbeitgebern und -nehmern. Aufgrund dieser Abmachung habe GM jetzt die Forderung nach Lohnverzicht erhoben

Es gehe ausschließlich um einen Sanierungsbeitrag von 265 Millionen Euro, dem die Arbeitnehmer schon 2010 zugestimmt hätten, hieß es bei Opel weiter. "Dieser Plan war für 2010 und 2011 mit konkreten Maßnahmen unterlegt." Jetzt müsse der Plan für die Jahre bis 2014 im Detail ausgestaltet werden. Einzelheiten zu möglichen Einsparungen nannte der Sprecher nicht. Er verwies darauf, dass ein "ständiger Kontakt" zwischen beiden Verhandlungsseiten bestehe.

Die IG Metall wies den Vorstoß von GM zurück. "Ich kann bestätigen, dass das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind", sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt. "Wir haben geantwortet, dass wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen." Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei.

Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Im Zuge des von GM aufgelegten Sanierungsprogramms wurden seit 2010 europaweit 8000 Stellen abgebaut. Das Werk im belgischen Antwerpen wurde geschlossen. In Deutschland war von der Sanierung auch das Werk Bochum betroffen, wo bisher rund 1450 Stellen gestrichen und etwa 250 Beschäftigte in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheim versetzt wurden.

dab/nck/dpa/dapd

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1. ganz simpel
MütterchenMüh 04.01.2012
Zitat von sysopEigentlich sollten ihre Löhne in diesem Jahr um fast elf Prozent steigen.*Doch weil Opel weiter Milliardenverluste macht, fordert die US-Mutterfirma General Motors von den Beschäftigten Verzicht. Die IG Metall will davon nichts wissen. Autobauer in der Krise: Opel-Arbeiter sollen auf Gehaltsplus verzichten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807145,00.html)
Eine simple Geschichte. Der Arbeitgeber macht Miese. Da kann sich der Malocher die Taschen nicht vollmachen. Oder die Summe muss anderweitig eingespart werden.
2. Zu hohe Autoproduktion
paul2032 04.01.2012
Im Zuge der Finanz-/Weltwirtschaftskrise seit 2008 wurde eine etwa 30% ige Überkapazität der weltweiten Autoproduktion geschätzt. Die ist ja immer noch da. Und eine "Marktbereinigung" steht immer noch aus. Die schwächsten Glieder der Kette trifft es normalerweise zuerst.
3. Opel Arbeiter sollen auf Gehaltsplus verzichten
warlock2 04.01.2012
Immer auf den kleinen Arbeiter! Und wenn es Gewinne gibt, gehen die zum größten Teil an die Manager oder die dummen Amis! Warum sollen die Arbeiter auf das Gehaltsplus verzichten? Damit am ende doch der Laden dicht gemacht wird??? Entweder ist genug Geld im Betrieb oder zu wenig. Wer jetzt auf die Gehaltserhöhung verzichtet, bekommt später weniger Arbeitslosengeld und weniger Rente!!! Sollen doch die Manager auf ihr Gehalt verzichten.
4. Klagen auf höchstem Gehaltsniveau
kadett 04.01.2012
Zitat von sysopEigentlich sollten ihre Löhne in diesem Jahr um fast elf Prozent steigen.*Doch weil Opel weiter Milliardenverluste macht, fordert die US-Mutterfirma General Motors von den Beschäftigten Verzicht. Die IG Metall will davon nichts wissen. Autobauer in der Krise: Opel-Arbeiter sollen auf Gehaltsplus verzichten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,807145,00.html)
Bei der Größenordnung von 1 Milliarde Euro Gehaltserhöhung bei 40.000 Mitarbeitern wären das ja durchschnittlich 25.000 EUR Jahres-Gehaltserhöhung je Mitarbeiter. Wenn dies eine Erhöhung um ca. 10% bedeutet, würde heute jeder Opel-Mitarbeiter durchschnittlich 250.000 EUR brutto im Jahr verdienen. Das wäre eine Entlohnung, die heute schon mehr als fürstlich ist, selbst wenn in der Summe wahrscheinlich auch die Sozialabgaben des Arbeitgebers enthalten sind, also nicht brutto ausgezahlt wird. Trotzdem braucht es da wohl keine weitere Erhöhung mehr. Es soll Unternehmen und Branchen geben, da ist allein die angedachte Erhöhungssumme von 25.000 EUR höher als das durchschnittliche Jahresgehalt. Kein Wunder, dass Opel bei solch fürstlichen Gehaltssummen keinen Gewinn macht - eine Kürzung wäre hier eher angebracht. Opel-Mitarbeiter bzw. die IG Metall sollten mal in die gesellschaftliche Realität sehen und nicht auf hohem Niveau klagen, sondern sich glücklich schätzen, dass sie schon derzeit (im Durchschnitt) offenbar weitaus mehr verdienen als die allermeisten anderen Arbeitnehmer in Deutschland.
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