Autohersteller in der Krise: GM erwägt nun doch Verkauf von Opel
Neuer Wirbel um Opel: Nach Informationen von SPIEGEL und "Auto Bild" ist der US-Mutterkonzern General Motors offenbar doch bereit, seine deutsche Tochter zu verkaufen. Als mögliche Interessenten gelten chinesische Autohersteller - und Volkswagen.
Hamburg - Das
Hickhack um Opel ist vielen noch in unangenehmer Erinnerung. 2009 stand der deutsche Autobauer zum Verkauf - weil der US-Mutterkonzern
General Motors (GM) vor der Insolvenz stand. Doch nach einem
mehr als einjährigen Bieterstreit, der an den Nerven der Bieter Magna
und Fiat
sowie der deutschen Bundesregierung nagte, zog GM sein Angebot zurück.
Jetzt könnte das Hickhack von vorn beginnen: General Motors ist nach Informationen von SPIEGEL und "Auto Bild" offenbar wieder bereit, Opel zu verkaufen. General-Motors-Manager sind zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfährt, während alle anderen Regionen bereits Gewinne erwirtschaften.
Die Manager in Detroit sollen davon überzeugt sein, dass die US-Mutter nicht mehr auf Opel angewiesen ist. Sparsame Motoren und Modelle könnte GM auch aus Korea beziehen, von der ehemaligen Tochter Daewoo, die jetzt in GM-Korea umbenannt ist. Auf die Frage, wie viel Zeit er Opel noch gebe, hatte GM-Chef Dan Akerson bereits im März gesagt: "Ich bin ungeduldig."
"Lange wird sich GM das nicht ansehen"
Die Spekulationen werden auch genährt durch Aussagen von Steve Rattner, der für US-Präsident Obama die Rettung der US-Autokonzerne General Motors und Chrysler leitete. Die anhaltenden Verluste bei Opel kommentierte der einstige Präsidentenberater in einem Interview: "Lange wird GM-Chef Akerson sich das nicht ansehen."
Neben Herstellern aus China gilt VW als möglicher Opel-Interessent. Der Wolfsburger Konzern könnte so ein Vordringen der chinesischen Konkurrenten auf dem europäischen Markt verhindern. VW-Manager hatten bereits vor zwei Jahren, als Opel offiziell zum Kauf stand, analysiert, ob diese Marke in den Konzernverbund passen würde.
Bei Opel selbst will man von der Diskussion nichts wissen. Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke sagt auf Anfrage des SPIEGEL, ein möglicher Opel-Verkauf sei "ganz klar reine Spekulation, dazu nehmen wir grundsätzlich keine Stellung". Opel-Betriebsratschef Klaus Franz spricht von einem "Störfeuer, mit dem Konkurrenten davon ablenken wollen, dass wir auf dem Markt wieder erfolgreich sind".
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