Autohersteller in der Krise: GM erwägt nun doch Verkauf von Opel

Von Dietmar Hawranek

Neuer Wirbel um Opel: Nach Informationen von SPIEGEL und "Auto Bild" ist der US-Mutterkonzern General Motors offenbar doch bereit, seine deutsche Tochter zu verkaufen. Als mögliche Interessenten gelten chinesische Autohersteller - und Volkswagen.

Opel-Produktion in Rüsselsheim: Mutterkonzern erwägt die Trennung Zur Großansicht
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Opel-Produktion in Rüsselsheim: Mutterkonzern erwägt die Trennung

Hamburg - Das Hickhack um Opel ist vielen noch in unangenehmer Erinnerung. 2009 stand der deutsche Autobauer zum Verkauf - weil der US-Mutterkonzern General Motors (GM) vor der Insolvenz stand. Doch nach einem mehr als einjährigen Bieterstreit, der an den Nerven der Bieter Magna Chart zeigen und Fiat Chart zeigen sowie der deutschen Bundesregierung nagte, zog GM sein Angebot zurück.

Jetzt könnte das Hickhack von vorn beginnen: General Motors ist nach Informationen von SPIEGEL und "Auto Bild" offenbar wieder bereit, Opel zu verkaufen. General-Motors-Manager sind zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfährt, während alle anderen Regionen bereits Gewinne erwirtschaften.

Die Manager in Detroit sollen davon überzeugt sein, dass die US-Mutter nicht mehr auf Opel angewiesen ist. Sparsame Motoren und Modelle könnte GM auch aus Korea beziehen, von der ehemaligen Tochter Daewoo, die jetzt in GM-Korea umbenannt ist. Auf die Frage, wie viel Zeit er Opel noch gebe, hatte GM-Chef Dan Akerson bereits im März gesagt: "Ich bin ungeduldig."

"Lange wird sich GM das nicht ansehen"

Die Spekulationen werden auch genährt durch Aussagen von Steve Rattner, der für US-Präsident Obama die Rettung der US-Autokonzerne General Motors und Chrysler leitete. Die anhaltenden Verluste bei Opel kommentierte der einstige Präsidentenberater in einem Interview: "Lange wird GM-Chef Akerson sich das nicht ansehen."

Neben Herstellern aus China gilt VW als möglicher Opel-Interessent. Der Wolfsburger Konzern könnte so ein Vordringen der chinesischen Konkurrenten auf dem europäischen Markt verhindern. VW-Manager hatten bereits vor zwei Jahren, als Opel offiziell zum Kauf stand, analysiert, ob diese Marke in den Konzernverbund passen würde.

Bei Opel selbst will man von der Diskussion nichts wissen. Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke sagt auf Anfrage des SPIEGEL, ein möglicher Opel-Verkauf sei "ganz klar reine Spekulation, dazu nehmen wir grundsätzlich keine Stellung". Opel-Betriebsratschef Klaus Franz spricht von einem "Störfeuer, mit dem Konkurrenten davon ablenken wollen, dass wir auf dem Markt wieder erfolgreich sind".

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insgesamt 206 Beiträge
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1. Der Staat soll doch kaufen
Viva24 09.06.2011
Wenn man die Subventionen und Kredite der Regierungen sieht, vorallem der USA und Deutschland, dann ist Opel bereits ein Staatsunternehmen. Aloso Frau Merkel, sie haben ja Erfahrungen mit dem Sozialsmus, kaufen Sie den Laden doch!
2. besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende
ex_t_kunde 09.06.2011
Opel ist doch seit Jahren nicht mehr konkurrenzfähig und alle Subventionen und Verhandlungen haben das Unvermeidliche nur weiter verzögert. Lasst Opel endlich pleite gehen und steckt bloss keine weiteren Steuergelder hinein. Selbst wenn nun eine chinesische Firma das marode Opelwerk kauft, dann geht es ihr doch nicht darum, Opel zu retten sondern nur, das Wissen und alles was noch irgendwie Wert hat, rauszusaugen.
3. ...
Camarillo Brillo 09.06.2011
Zitat von sysopNeuer Wirbel um Opel: Nach Informationen von SPIEGEL und "Auto Bild" ist der US-Mutterkonzern GM offenbar doch bereit, seine deutsche Tochter zu verkaufen. Als mögliche Interessenten gelten chinesische Autohersteller - und der VW-Konzern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,767489,00.html
Täusche ich mich oder gab es das schon mal ... :-) ... !!??
4. ...
Alzheimer 09.06.2011
Für VW ist die Übernahme von Opel eine Möglichkeit, sich weitere Marktanteile zu sichern und Know-How (Ampera) günstig zu erwerben. Ebenso findet eine Marktbereinigung statt.
5. Sergio Marchionne
güti 09.06.2011
Sergio Marchionne hat es vorhergesagt!! Die Telenovela geht weiter^^
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