Studie zu Eigenzulassungen Hersteller melden jeden dritten Neuwagen selbst an

Es ist ein simpler Trick: Um in der Statistik besser dazustehen, lassen Autohersteller ihre Neuwagen selbst zu. Im Februar waren es 35,1 Prozent - der höchste Stand seit 2007.

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Autokonzerne in Deutschland schönen immer stärker ihre Statistiken zu Neuzulassungen. Mehr als jeder dritte Neuwagen ist im Februar in Deutschland erst auf den Hersteller oder Händler zugelassen worden, bevor er verkauft wurde. Das geht aus einer Untersuchung des Car-Instituts der Universität Duisburg-Essen hervor. Zuletzt waren 2007 so viele Zulassungen auf Hersteller und Händler gezählt worden.

Die sogenannten Eigenzulassungen sind ein bewährter Branchentrick: Die Hersteller drücken dadurch zwar die Preise, zugleich pumpen sie aber immer mehr Masse auf den Markt. So versuchen sie, den Absatz zu erhöhen. Der deutsche Neuwagenmarkt sei "deutlich schwächer als die offizielle Zulassungsstatistik", schreibt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer in der aktuellen Studie.

Wenn mehr als ein Drittel des Marktes aus Eigenzulassungen bestehe, kaufe kein Kunde mehr zu normalen Konditionen, kritisierte Dudenhöffer. "In Deutschland gehen die Neuwagen nur noch mit hohen Rabatten über die Theke."

Verbraucher profitierten auch im Februar von den Eigenzulassungen: Für selbst zugelassene Fahrzeuge gewähren die Autobauer großzügige Nachlässe. Der Preisvorteil bei Sonderaktionen lag dem Autoexperten zufolge bei 12,6 Prozent, im Vergleich zu 11,6 Prozent im Vorjahresmonat. Internetrabatte der 30 meistverkauften Modellen lagen demnach im Februar bei 17,9 Prozent.

brk/dpa

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