Wirtschaftskrise: Europas Autoindustrie droht Katastrophenjahr

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Autoexporte: "Schlechtestes Autojahr der letzten dreißig Jahre"

Für europäische Autohersteller dürfte 2013 ein hartes Jahr werden. Arbeitslosigkeit und Schuldenkrise treffen vor allem Unternehmen in Südeuropa. Einer Studie zufolge könnten die Fabriken so schwach ausgelastet sein wie zuletzt in den vierziger Jahren.

Duisburg-Essen - 2013 könnte für Europas Autoindustrie das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten werden. Die Autoverkäufe in Westeuropa könnten in diesem Jahr voraussichtlich fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, heißt es in einer Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Knapp 11,9 Millionen Fahrzeuge könnten in den 27 EU-Staaten und den Staaten der Europäischen Freihandelszone verkauft werden. Damit wäre 2013 "das schlechteste Autojahr der letzten dreißig Jahre".

"Arbeitslose sind keine guten Autokäufer und deshalb geht die europäische Autoindustrie durch ihr schwerstes Jahr seit der ersten Ölkrise" Anfang der siebziger Jahre, heißt es in der Studie. Die Jugendarbeitslosigkeit sei auf einem Rekordhoch, und die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Frankreich und Italien bleibe "weiter schlecht". Für die kommenden beiden Jahre müsse deshalb weiter mit einem schwachen Wirtschaftswachstum gerechnet werden. Die Chancen für eine schnelle Erholung des Automobilmarktes gingen damit gegen null.

Wegen der schwachen Nachfrage werde die Auslastung der Autofabriken in Europa sogar so schlecht ausfallen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. In den Fabriken in Südländern wie Frankreich, Italien, Portugal oder Spanien könne die Auslastung der Standorte voraussichtlich von über 62 Prozent auf rund 58 Prozent sinken. Am schlechtesten werde das Jahr voraussichtlich für die italienischen Standorte ausfallen, mit einer Auslastung von 49 Prozent. In Frankreich seien die Fabriken schätzungsweise zu 51 Prozent ausgelastet.

Die Schuldenkrise trifft in Europa vor allem Autohersteller, die ihre Fahrzeuge zum Großteil in südlichen Ländern verkaufen. Dies sind vor allem französische und italienische Hersteller. In Deutschland ist insbesondere Opel stark von der Krise betroffen.

cte/AFP

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Na ja,
micha.w 11.06.2013
wer kann sich bei den Preisen denn immer neue Autos leisten? Der Krug geht so lange zum Brunnen .....
2. Wo ist das Problem ?
timepiece123 11.06.2013
Zitat von sysopGetty ImagesFür europäische Autohersteller dürfte 2013 ein hartes Jahr werden. Arbeitslosigkeit und Schuldenkrise treffen vor allem Unternehmen in Südeuropa. Einer Studie zufolge könnten die Fabriken so schwach ausgelastet sein wie zuletzt in den vierziger Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/autoindustrie-droht-katastrophenjahr-a-904971.html
Dann können doch die im Niedriglohnsektor beschäftigten deutschen Arbeitnehmer die Autos kaufen.
3. Wohl logisch,
micha.w 11.06.2013
und mal wieder "nicht absehbar". Es sind nicht nur die Arbeitslose etc., es sind auch die Leiharbeiter, Frieseure und alle anderen, denen es ja dank "Mutter Merkel" so gut geht in Deutschland. Läuft dumm!
4. Seit dem Zweiten Weltkrieg?
waldlergeist 11.06.2013
Was für ein sonderbarer Vergleich. Damals wurde ja eher weniger "Privatfahrzeuge" gefertigt. Und die meisten von ihnen hatten vorne so komische Rohre dran. Von der Farbe mal ganz abgesehen.
5. Wann...
docmarten 11.06.2013
... hört die Berichterstattung über diesen selbsternannten "Automobilwirtschaftsexperten" endlich auf? Erzählt etwas von Nachlässen von über 30% und die Kunden kommen mit dieser Erwartung in die Autohäuser und müssen dann erst einmal vom Verkäufer aufgeklärt werden, dass Herr D. mal wieder nur Blödsinn verzapft hat. Bitte, liebes SPON-Team, wenn ihr über die Automobilwirtschaft schreibt, klammert diesen "Automobilprofessor" in Zukunft aus.
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