Autokartell US-Kunden reichen Sammelklage gegen deutsche Autokonzerne ein

Der Kartellskandal trifft die deutschen Autobauer nun auch in den USA: Drei Kunden klagen dort gegen Volkwagen, Daimler und BMW - unter anderem wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht.

Automarke Mercedes-Benz, Daimler AG in Stuttgart (Archiv)
DPA

Automarke Mercedes-Benz, Daimler AG in Stuttgart (Archiv)


Die Kartellvorwürfe gegen deutsche Autobauer könnten auch in den USA rechtliche Folgen haben. Drei Kunden werfen Volkswagen, Daimler und BMW vor, unter anderem mit illegalen Absprachen zu Preisen und Abgastechnik gegen US-Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben. Die entsprechende Klage, hinter der die Kanzlei Robins Kaplan steht, wurde bei einem Gericht im Bundesstaat New Jersey erhoben.

Die US-Anwälte berufen sich bei ihren Vorwürfen im Wesentlichen auf Informationen aus deutschen Presseberichten. Die Praxis detaillierter, über Jahrzehnte andauernder Absprachen zwischen den Autobauern Porsche, Audi, VW und BMW hatte der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe aufgedeckt.

Video: Wie funktionierte das Autokartell? Der SPIEGEL enthüllt das System

Sie haben den Rechtsstreit als potenzielle Sammelklage angelegt, der sich - wenn sie als solche zugelassen werden sollte - weitere Autobesitzer und Leasing-Nehmer anschließen könnten. Die Kläger fordern Strafen und Schadenersatz wegen Verletzung des Kartellrechts sowie Verstößen gegen Verbraucherschutzgesetze und unrechtmäßiger Bereicherung.

Der Klagebescheid wurde den deutschen Herstellern zugestellt; sie müssen laut US-Recht innerhalb von 21 Tagen reagieren. Auch die VW-Töchter Audi , Porsche und Bentley sind unter den Beklagten.

In der 69-seitigen Klageschrift heißt es zudem, die zuständige Abteilung des US-Justizministeriums habe eine Untersuchung wegen des Kartellverdachts eingeleitet. Ein Sprecher wollte dies auf Nachfrage nicht bestätigen - das Ministerium äußere sich dazu nicht.

asa/dpa

insgesamt 216 Beiträge
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hohnspiegel 27.07.2017
1. in die Scheisse geritten
anders kann man das nicht mehr bezeichnen , wenn das nicht das Ende der deutschen Autoindustrie über kurz oder lang einläutet. Gewinnmaximierung und Gier waren wohl die Aushängeschilder
fabiofabio 27.07.2017
2. Das ging aber schnell..
keiner weiss was Genaues ("aus Presseberichten"), schon ist die Klage eingereicht.
kuac 27.07.2017
3. 3 Ministerien
Es gibt 3 Bundesministerien, die das hätte wissen müssen. Verkehr, Umweltschutz und Verbraucherschutz. Alle haben nicht gewusst oder Augen zugedrückt! Weiss Merkel überhaupt, was da vor sich geht? Wenn die US Amerikaner klagen, dann wird es teuer. Wer soll nun die Deutsche Autobauer retten? Nach der Wahl werden wir es wissen!
arndreiplaidt@aol.com 27.07.2017
4. Marktmacht
Wer jetzt noch nicht glaubt, das das alles nur damit zu tun hat, das die USA so wenig Autos in Europa verkaufen, der muss die Hose mit der Kneifzange zumachen. Die USA sind längst keine Demokratie mehr. Und nun soll die Demokratie in Europa endgültig zerstört werden indem man die Basisindustrie ausrotten will. Merkel wach auf, wach auf, bitte nicht mehr aussitzen.
fjodormichailowitsch 27.07.2017
5. recht so,
das wünsche ich mit für uns auch, das Recht zu haben recht zu bekommen. diese kranke Gier nach immer mehr von was auch immer, dieses straflose tun der Superreichen mit Beihilfe der Spitzenpolitiker, dieses ewige Nichtwissen von dem Tun aus welchem so viel Schaden entsteht, das geht doch schon lange auf keine Kuhhaut, ausser von der auf den deutschen Kühen und Ochsen. Wir mit unseren Werten, nichts sind sie wert wenn auf Verbrechen keine Strafe folgt sondern immer nur, das bezahlt der Steuerzahler.
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