Negativrekord: Autoabsatz in Europa bricht drastisch ein

Die Krise auf dem europäischen Automarkt verschärft sich massiv. Die Zahl der Neuzulassungen ist im Dezember um 16,3 Prozent gefallen. Im gesamten Jahr 2012 wurden so wenige Fahrzeuge verkauft wie zuletzt 1995.

Autos vor Fähre in Emden: Deutlich weniger Geschäft in Europa Zur Großansicht
dapd

Autos vor Fähre in Emden: Deutlich weniger Geschäft in Europa

Brüssel - Die deutschen Autokonzerne haben 2012 neue Absatzrekorde gefeiert. Volkswagen etwa verkaufte elf Prozent mehr Fahrzeuge als im Jahr 2011. Doch das lag im Wesentlichen am boomenden Geschäft in den USA und China. In der Europäischen Union (EU) war das Jahr für die Hersteller alles andere als erfreulich: 2012 sank die Zahl der neu zugelassen Fahrzeuge um 8,2 Prozent auf rund zwölf Millionen Stück, wie der europäische Branchenverband ACEA mitteilte. Damit war es das schlechteste Jahr seit 1995.

Besserung scheint vorerst nicht in Sicht: Im Dezember fielen die Neuzulassungen um 16,3 Prozent auf knapp 800.000 Fahrzeuge. Es war damit der mit Abstand schlechteste Monat im vergangenen Jahr.

Bis auf Großbritannien verzeichneten alle wichtigen Absatzmärkte zweistellige Rückgänge. Spanien (minus 23,0 Prozent) und Italien (minus 22,5 Prozent) erwischte es dabei am schlimmsten. Deutschland (minus 16,4 Prozent) und Frankreich (minus 14,6 Prozent) hielt sich vergleichsweise wacker. Im britischen Königreich legten die Zulassungen sogar um 3,7 Prozent zu.

Unter den deutschen Herstellern konnte lediglich BMW Chart zeigen um 0,3 Prozent zulegen. Volkswagen Chart zeigen (minus 16,2 Prozent) und Daimler Chart zeigen (minus 8,7 Prozent) mussten hingegen Rückgänge hinnehmen. Die Opel-Mutter General Motors Chart zeigen verkaufte konzernweit 27,2 Prozent weniger Fahrzeuge. Dabei schnitten Opel und Vauxhall mit einem Rückgang der Neuzulassungen um 26,2 Prozent noch am besten ab.

Außerhalb Westeuropas wurden dem Verband der Automobilindustrie (VDA) zufolge auch im Dezember wieder mehr Autos verkauft. So stiegen die Verkäufe in den USA im Dezember um neun Prozent. In Russland legten die Neuzulassungen um ein Prozent zu. China verzeichnete immerhin ein Plus von knapp sieben Prozent. In Japan sanken die Neuzulassungen hingegen um zwei Prozent.

cte/dpa/Reuters

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insgesamt 144 Beiträge
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1. das
martin-z. 16.01.2013
dürfte den deutschen autobauern ziemlich egal sein, weil das geschäft durch den boomenden china und indien markt ausgeglichen wird.
2. Laut Draghi überhaupt kein Problem,
dapmr75 16.01.2013
wir drucken einfach noch ein paar Milliarden nach, so dass alle Europäer wieder ein Auto kaufen können. Die von EU und EZB gelebte Schilda-Mentalität wird sich rächen, dass ist sicher.
3. Ist doch logisch!
hattch 16.01.2013
Man muss sich nur die Autos auf unseren Straßen und deren TÜV-Plaketten ansehen, das verrät schon viel: Viele Privatleute haben noch ihre Autos aus der Abwrackzeit, und die Dienstwägen wurden nach der Finanzkrise - also 2010/2011 - neu geordert. Bei 3-jähriger Laufzeit der Leasingverträge können in 2012 (in Deutschland) keine Verkaufsrekorde erreicht werden. Das dürfte sich im kommenden Jahr wieder stabilisieren.
4.
peddersen 16.01.2013
Es ist anscheinend auf dem Exo-Planeten "Autobauer" noch nicht angekommen: Ich habe schon ein Auto - bzw. die meisten - das ist ein gesättigter Markt, dem man noch mit ein paar gesetzlichen Tricks wie Abwrackprämie, Umweltplakette, TÜV alle Jahre und hyperventilierenden kurzen Modellwechseln ein paar Zusatzprozente rauskitzeln kann, aber das ist es dann auch. Und da die Grundaufgabe "Transport" schon mit einem völlig bescheiden ausgestatteten Fahrzeug zu lösen ist, sind die heutigen Fahrzeuge eigentlich juwelenbesetzte Streichholzschachteln. Das kann man wollen, wenn man es bezahlen kann, aber jemand, der nur Feuer haben will,braucht die Diamanten eher nicht. Und so wird es auch kommen - die Zahl derer, die im Auto nur ein völlig unispiriertes Werkzeug sehen, wächst - und die Gehirnwäsche der AutoMotorSportabteilung erreicht den Normalbürger nicht.
5. Na und?
scharada 16.01.2013
warum soll das eine schlechte Nachricht sein? Ist es mittlerweile nicht klar, dass es nicht ständig mit Wachstum weiter gehen kann? Meine Heimatstadt hat von Jahr zu Jahr mehr Autos, die Luftqualität ist schrecklich, die Lebensqualität sinkt, Abgase, Umweltverschmutzung, Lärmverschmutzung....muss ich noch mehr schreiben?
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