Nachfrageboom Deutsche Konzerne verkaufen jedes dritte Auto nach China

VW, BMW und Daimler werden immer abhängiger vom Chinageschäft. Im Herbstquartal verkauften sie jedes dritte Fahrzeug in der Volksrepublik.

Audi-Fahrzeuge im chinesischen Changchun
REUTERS

Audi-Fahrzeuge im chinesischen Changchun


Starke Verkaufszahlen in China haben für einen Aufschwung bei deutschen Autoherstellern gesorgt. Jedes dritte deutsche Auto wurde im dritten Quartal in China verkauft, wie aus einer Analyse der Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young (EY) zu den 16 weltweit größten Autokonzernen hervorgeht.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkauften Volkswagen, BMW und Daimler in China im dritten Quartal neun Prozent mehr. Der weltweite Absatz stieg um sechs Prozent. Das wirkt sich auch auf den Umsatz der drei deutschen Hersteller aus, der im bisherigen Jahresverlauf um sieben Prozent auf 364 Milliarden Euro kletterte.

Auf anderen Absatzmärkten sah es dagegen mager aus: In den USA gingen die deutschen Verkäufe den Angaben zufolge im dritten Quartal um ein Prozent zurück, in Westeuropa stagnierte der Absatz.

Die positive Entwicklung in Fernost führt nach Ansicht von EY zu einer wachsenden Abhängigkeit von China. Dabei sind gerade dort große Umbrüche zu erwarten. "Das Land entwickelt sich zum weltweiten Leitmarkt für Elektromobilität und vernetztes Fahren", sagte EY-Experte Peter Fuß.

ssu/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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schnellerfuchs 21.11.2017
1.
Vielleicht merkt spätestens jetzt auch der letzte Dinosaurier, dass die deutsche Autoindustrie gerade durch das Setzen auf den Verbrenner den Anschluss verliert. China führt Elektroquoten ein, die die deutschen Marken bald nicht mehr erfüllen können, da sie keine massentauglichen Elektroautos im Angebot haben. Und was ist die Antwort? Studien über Studien über Studien. Aber keine fertigen Autos. Sorry, aber so wird das in den nächsten Jahren nichts. Leider.
hedele 21.11.2017
2. Und tschüss!
Erst hat die deutsche Automobilindustrie den Einstieg der Japaner in den Hybridmotor um 10 Jahre verschlafen und muss den Rückstand mit Milliardeninvestitionen wieder aufholen, und jetzt verkünden sie, dass sie die in ihrem wichtigsten Markt China vorgeschriebene Motorisierung, den Elektromotor, überhaupt nicht mitmachen, weil angeblich "nicht ausgereift" - ja geht's noch?
Iron Ignatz 21.11.2017
3. Auf E Motor setzen
Die deutsche Autoindustrie wäre gut beraten auf moderne Technologien zu setzen.
fisa_thul 21.11.2017
4. Und im Gegenzug werden wir von chinesischen Produkten überschwemmt
Vorteile haben hier nur diejenigen, die direkt oder indirekt für die Automobilindustrie arbeiten. Und natürlich die Aktieninhaber dt. Automobilkonzerne (größtenteils ausländische institutionelle und private Anleger).
Iggy Rock 21.11.2017
5. Augen auf...
Zitat von schnellerfuchsVielleicht merkt spätestens jetzt auch der letzte Dinosaurier, dass die deutsche Autoindustrie gerade durch das Setzen auf den Verbrenner den Anschluss verliert. China führt Elektroquoten ein, die die deutschen Marken bald nicht mehr erfüllen können, da sie keine massentauglichen Elektroautos im Angebot haben. Und was ist die Antwort? Studien über Studien über Studien. Aber keine fertigen Autos. Sorry, aber so wird das in den nächsten Jahren nichts. Leider.
Schauen sie einmal genau welche E-Automobile z.B. in Norwegen verkauft werden. Vermutlich werden sie erstaunt sein, der dort meistverkaufte PKW mit Elektroantrieb ist ein VW. Deutsche Automobilkonzerne verstehen es sehr gut sich den Märkten anzupassen. Solange politisch in Deutschland der Diesel gefördert wird, will man den hier weiterhin verkaufen, mit möglichst viel PS und am besten als SUV. Wenn ein Land Elekromobilität fördert, bekommt es eben Elektrofahrzeuge, das wird in Asien und speziell in China nicht anders ablaufen.
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