Umstrittener Finanzvertrieb: AWD soll als Marke verschwinden

Neuer Name, neues Glück? Der umstrittene Finanzberater AWD soll einem Zeitungsbericht zufolge umbenannt werden. Die Konzernmutter Swiss Life will der Problemtochter damit einen neuen Schub geben - und die Altlasten aus der Ära von Ex-AWD-Chef Maschmeyer endgültig beerdigen.

Ex-AWD-Chef Maschmeyer (Archivbild): Macher eines hochprofitablen Unternehmens Zur Großansicht
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Ex-AWD-Chef Maschmeyer (Archivbild): Macher eines hochprofitablen Unternehmens

Zürich - Swiss Life hofft auf den Neustart: Der Schweizer Lebensversicherer erwägt offenbar die Umbenennung seiner deutschen Tochter AWD. Damit würde eine der bekanntesten und zugleich umstrittensten Marken aus der deutschen Finanzszene verschwinden - und mit ihr das Vermächtnis von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer. Das schreibt die "Financial Times Deutschland" ("FTD") unter Berufung auf Versicherungskreise.

Die endgültige Entscheidung diesbezüglich solle bis November fallen, schreibt die Zeitung. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bei Swiss Life hieß es: "Wir kommentieren aus Prinzip keine Spekulationen."

AWD verkauft gegen Provision Lebens- und Krankenversicherungen sowie Finanzprodukte für Versicherer, Banken und Fondsanbieter. Der langjährige Unternehmenschef Maschmeyer hatte AWD zu einer der profitabelsten Vertriebsorganisationen in Deutschland gemacht. 2007 verkaufte er AWD für 1,2 Milliarden Euro an Swiss Life.

Druck in Richtung Umbenennung kommt der "FTD" zufolge von der Swiss-Life-Konzernführung in Zürich, die sich Sorgen um ihre Beteiligung mache. In jüngster Zeit seien die Geschäfte nicht gut gelaufen. So sei der AWD-Umsatz im ersten Quartal 2012 um 18 Prozent auf 111 Millionen Euro gefallen. Nach Angaben von Insidern sei der Rückgang im zweiten Quartal ebenfalls zweistellig gewesen.

AWD stehe mit 1,1 Milliarden Schweizer Franken allein für den Goodwill - die Differenz aus Buchwert und Anschaffungspreis - in den Büchern der Swiss Life. Aber auch führende Verkäufer des hierarchisch aufgebauten AWD verlangen nach Informationen der Zeitung eine Namensänderung, weil das Neugeschäft unter der Berichterstattung über Hunderte von Schadensersatzforderungen und Klagen leide.

Im Gespräch sei nun auch ein Name, der Swiss Life beinhalte. Doch angesichts des AWD-Anspruchs, unabhängig zu beraten, würde das auf heftigen Widerstand der Vertreter stoßen.

yes/dpa-AFX

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Landluft
cassandros 03.07.2012
Zitat von sysopNeuer Name, neues Glück? Der umstrittene Finanzberater AWD soll einem Zeitungsbericht zufolge umbenannt werden. Die Konzernmutter Swiss Life will der Problemtochter damit einen neuen Schub geben - und die Altlasten aus der Ära von Ex-AWD-Chef Maschmeyer endgültig beerdigen.
Ich hätte da eine Verständnisfrage: Wenn ich in der Nachbarschaft einen Bauernhof habe, und auf dem Bauernhof ein großer Misthaufen liegt, und der Bauer das nicht mehr Misthaufen nennt, sondern anders, dann stinkt der Misthaufen nicht mehr. Hab ich das richtig verstanden?
2. Und Hannover 96?
gell_da_schaugts 03.07.2012
Was passiert denn dann mit der AWD-Arena? Wird die auch in "Swiss Life Arena" umbenannt?
3. Finanzberater? Von wgen...
Esistich 03.07.2012
Wer sich schon mal mit Opfern, äh Kunden, des AWD unterhalten hat, weiß warum dieser Laden umstritten ist. Jetzt wo sich das grenzgängig betrügerische Verhalten so langsam rumspricht und die Umsätze endlich einbrechen, wollen die den Namen ändern, um wieder neue leichtgläubige Menschen um ihr Erspartes zu bringen.
4. alter Wein in neuen Schläuchen
nebenjobber 03.07.2012
und er wird wohl auch wieder gesoffen werden. Vielen alten aber auch zukünftigen Opfern ist es nämlich egal wo ein Produkt abgeschlossen wird, sie kaufen den Berater vor Ort. Wem das nicht egal sein sollte, der fällt auch nicht auf den Berater und dessen Erklärungsversuche herein bzw. verweigert von vorn herein einen Termin.
5. Yoooh
geotie 04.07.2012
Die sollten nicht nur den Namen ändern, sondern auch die Betrugsmasche ablegen. Aber dann kann man nicht so viel Geld einheimsen, ich spreche nicht vom Verdienen, wie zur Betrügerzeiten Maschmeiers. Es soll sogar noch Leute geben, die diese Art Geld zu 'verdienen' als legitimes Mittel ansehen und dem Herren volle Anerkennung entgegen bringen. Wurden wahrscheinlich noch nicht betrogen.
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