Milliardenübernahme Versicherungskonzern Axa kauft XL-Konkurrenz

Megafusion in der Versicherungsbranche: Der französische Konzern Axa übernimmt für 15 Milliarden Dollar den Konkurrenten XL. An der Börse stürzte der Axa-Kurs ab - Anleger finden den Preis zu teuer.

Axa-Chef Thomas Buberl
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Axa-Chef Thomas Buberl


Der französische Versicherungskonzern Axa Chart zeigen kauft für 15,3 Milliarden Dollar den Konkurrenten XL-Group. Es sei eine einmalige strategische Gelegenheit, sagte Axa-Chef Thomas Buberl.

Mit XL könne Axa sein bisher vor allem auf Lebensversicherungen und Vermögensverwaltung konzentriertes Geschäftsmodell verstärkt auf Schaden- und Unfallversicherungen ausrichten, sagte der deutsche Manager. Das ebne den Weg, um im Sachversicherungsgeschäft mit Firmenkunden zum weltweiten Branchenführer aufzusteigen - gemessen an den Beitragseinnahmen.

Axa bot 57,60 Dollar je XL-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 33 Prozent auf den Schlusskurs des im Steuerparadies Bermuda beheimateten Versicherers vom Freitag. Der Axa-Kurs sank daraufhin zwischenzeitlich um bis zu zehn Prozent auf 22,55 Euro ab. Das war der tiefste Stand seit mehr als einem Jahr.

Allianz profitiert

Analysten kritisierten vor allem die Größe des Deals. "Der Preis sieht sehr hoch aus, selbst nach Synergieeffekten", teilte das Bankhaus Lampe mit. Die Schuldenquote des Unternehmens werde dadurch erheblich belastet. Die Experten der Bank KBW gehen davon aus, dass durch die Transaktion der Aktienkurs von Axa unter Druck bleiben wird.

Finanzieren will Buberl die Übernahme mit Krediten, Barmitteln und den Einnahmen aus dem geplanten Börsengang einer US-Tochter. Er ist seit etwa eineinhalb Jahren Chef von Axa - und hatte größeren Übernahmen zunächst eine Absage erteilt. Erst später nahm Buberl für Zukäufe ausdrücklich die USA und Deutschland ins Visier. Axa trennte sich unter ihm zudem von Beteiligungen an der Tabakindustrie.

XL ist als Erstversicherer vor allem in den USA aktiv, hat aber auch eine große Rückversicherungssparte. Das Unternehmen war 1986 von 68 amerikanischen Versicherern ins Leben gerufen worden, um deren Haftpflicht-Geschäft zu sanieren. Als Käufer für XL war auch die Allianz gehandelt worden, die sich als weltweit größter Sachversicherer sieht - in den USA aber eher schwach vertreten ist.

Allianz-Chef Oliver Bäte hält die meisten Übernahmekandidaten derzeit für zu teuer. Nach der Bekanntgabe der XL-Übernahme durch Axa legten die Allianz-Aktien Chart zeigenum 1,2 Prozent zu.

apr/Reuters



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