Zinsskandal Finanzaufsicht erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutsche Bank

In der Affäre um manipulierte Zinssätze gerät die Führung der Deutschen Bank unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen kritisiert die Finanzaufsicht BaFin in einem Bericht die mangelnde Aufarbeitung der Vorwürfe - und spricht personelle Konsequenzen an.

Deutsche-Bank-Chefs Fitschen (links) und Jain: Harte Kritik von der Aufsicht
REUTERS

Deutsche-Bank-Chefs Fitschen (links) und Jain: Harte Kritik von der Aufsicht


Hamburg - Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat in einem Bericht zur Libor-Affäre um manipulierte Zinssätze die Führung der Deutschen Bank um die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen scharf kritisiert. Der gesamte Vorstand sowie der Aufsichtsrat hätten die Affäre nicht angemessen aufgearbeitet, heißt es in dem Bericht, der dem SPIEGEL vorliegt. Nach wie vor sei daher nicht geklärt, "ob eine Beteiligung oder Kenntnis des Senior Managements bezüglich möglicher Manipulationsversuche bestand". (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

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Bei dem Skandal geht es um Referenzzinssätze wie den Libor oder den Euribor, die von Banken ermittelt werden und weltweit als Basis für Finanzgeschäfte in Billionenhöhe dienen. Sie sollen von Händlern jahrelang manipuliert worden sein. Sowohl in den USA als auch in Europa ermitteln mehrere Aufsichtsbehörden gegen ein gutes Dutzend Finanzinstitute, darunter die Deutsche Bank Chart zeigen. Erst kürzlich hatte die EU-Kommission wegen unerlaubter Kartellabsprachen Rekordstrafen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro gegen sechs internationale Banken verhängt. Mit 725 Millionen Euro entfiel die mit Abstand größte Summe davon auf die Deutsche Bank.

Die BaFin hatte durch die Bundesbank, mit der sie bei der Aufsicht zusammenarbeitet, in einer Sonderprüfung untersuchen lassen, wie bei der Deutschen Bank die Prozesse zur Ermittlung der Libor-Zinsen organisiert waren. Eine zweite Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sollte klären, ob die Deutsche Bank den Libor-Skandal intern angemessen aufgearbeitet hat. Die BaFin hat die beiden Untersuchungen zu einem Zwischenbericht zusammengefasst und bewertet, er ging der Deutschen Bank im August 2013 zu.

"Im Ergebnis zeigt der Ernst & Young-Bericht, dass es im Umgang mit den Vorwürfen zum Libor keine hinreichende Aufklärung und Untersuchung der Vorgänge innerhalb der Bank gab", so fasst die BaFin ihre Erkenntnisse nach SPIEGEL-Informationen zusammen. Auch die Berichte der Deutschen Bundesbank zeigten "schwerwiegende Missstände und gravierende organisatorische Defizite" auf.

BaFin vermisst personelle Konsequenzen

Dem von Jain und Fitschen versprochenen Kulturwandel spricht die BaFin die Ernsthaftigkeit ab. "Als neuer Vorstand haben Sie zwar einen Kulturwandel angekündigt", heißt es in dem Bericht. "Im vorliegenden Fall entsteht jedoch der Eindruck, dass Sie klare Konsequenzen, insbesondere personeller Art, nicht gezogen haben." Zudem falle eine Vielzahl von Personen auf, die nach wie vor an neuralgischer Stelle tätig und von der neuen Führung teilweise erst befördert worden seien, etwa Alan Cloete und Richard Walker, die heute dem erweiterten Vorstand angehören.

Die BaFin kritisiert insbesondere eine interne Prüfung der Deutschen Bank im Handelsbereich aus dem Jahr 2009. Der Ablauf der internen Kontrollen und Untersuchungen sei ein "Indikator für eine möglicherweise sachlich unangemessene Einflussnahme von Geschäftsbereichen, hier dem Handel, auf die Innenrevision", obwohl diese eigentlich unabhängig regel- oder gesetzeswidriges Verhalten aufklären sollte. "Auch wenn eine unbotmäßige Einflussnahme nicht zu beweisen ist, so liegt sie doch nahe."

Die Deutsche Bank hält den Vorwürfen der BaFin entgegen, sie kooperiere "vollumfänglich mit den Aufsichtsbehörden im Rahmen der verschiedenen aufsichtsrechtlichen Untersuchungen". Zudem führe sie eine eigene laufende und sehr umfangreiche Untersuchung zu den Vorgängen um Referenzzinssätze durch. Diese Untersuchung habe gezeigt, "dass einzelne Mitarbeiter auf eigene Initiative Verhaltensweisen an den Tag gelegt haben, die nicht den Standards der Bank entsprechen". Die Bank habe jedoch gegenüber Mitarbeitern angemessene Maßnahmen ergriffen.



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insgesamt 83 Beiträge
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Seite 1
my_lay 05.01.2014
1. unterzuckert
Zitat von sysopREUTERSIn der Affäre um manipulierte Zinssätze gerät die Führung der Deutschen Bank unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen kritisiert die Finanzaufsicht BaFin in einem Bericht die mangelnde Aufarbeitung der Vorwürfe - und spricht personelle Konsequenzen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bafin-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-deutsche-bank-a-941809.html
Die waren einfach alle unterzuckert, da kommen die locker mit durch. Old Schwurhand Zimmerman ist damals mit einem Meineid so davongekommen.
Altesocke 05.01.2014
2. Ich glaube
"und spricht personelle Konsequenzen an." eher, sie sprach das Auslassen derselben an.
buntesmeinung 05.01.2014
3. Da wird geprüft und geprüft,
zunächst mit Manpower der BaFin, dann durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Steuergelder verpulvert. Konsequenzen gleich Null. Hat die BaFin nicht genügend Sachkunde in den eigenen Reihen? Muss noch zusätzlich ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft her? Wozu diese zwei Gutachten? Und wozu überhaupt diese Prüfung, wenn offenbar Konsequenzen nicht durchgesetzt werden? Vielleicht nicht durchgesetzt werden können? Ist hier jemand an Bord, der mir das erklären kann?
Nabob 05.01.2014
4. Warum einen falschen Eindruck vermitteln
Zitat von sysopREUTERSIn der Affäre um manipulierte Zinssätze gerät die Führung der Deutschen Bank unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen kritisiert die Finanzaufsicht BaFin in einem Bericht die mangelnde Aufarbeitung der Vorwürfe - und spricht personelle Konsequenzen an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bafin-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-deutsche-bank-a-941809.html
Die Oberkindergärtnerin wird ihr Lieblingskind SED-mäßig behandeln, sämtliche Führungsaufgaben zum Schutz des Bürgers und anderer Opfer totschweigen, als Alibi wird der Eine oder der Andere gehen und wir erhalten den Eindruck, alles verliefe rechtens. Wann kommt der neue Golf und wann kommt die neue windows-Version, wie viel Fernsehkanäle sollen dieses Jahr die Verblödung vorantreiben und uns renitent gegen alles machen, was vom Volk aus demokratisch angefordert werden sollte, bevor ein Jeder von uns hoffentlich recht bald Alzheimer bekommt, um die Merkel-Steigerung von der Leyen nicht auch noch ertragen und erleben zu müssen?
awoth 05.01.2014
5. Solange die
"sagenhaft hohen" Strafen vom Kunden und nicht von den Vorständen bezahlt werden und geringer ausfallen, als die Gewinne (der Vorstände, nicht der Kunden), dürfem wir weiter auf die Redlichkeit der Banken hoffen! Es gibt schliesslich Bonuszahlungen für Nichterwischtwerden!
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