Abwicklungspläne BaFin will Testament von deutschen Versicherern

Nicht nur Banken können pleitegehen, sondern auch Versicherer. Damit dann nicht wieder die Steuerzahler einspringen müssen, will die deutsche Finanzaufsicht künftig Abwicklungspläne von großen Versicherungen fordern.

Versicherungskonzern Allianz: Was ihr droht, droht nun auch anderen
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Versicherungskonzern Allianz: Was ihr droht, droht nun auch anderen


Düsseldorf - Nach der Allianz müssen voraussichtlich auch andere große deutsche Versicherer Pläne für den Fall einer möglichen Existenzkrise vorlegen. "Wir werden mit Sicherheit von den national wichtigsten Unternehmen verlangen, dass sie ebenfalls eine mögliche Schieflage durchspielen sollen", sagte der neue Chef der Versicherungsaufsicht bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, dem "Handelsblatt".

Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G-20-Staaten hatte vor zwei Wochen neun Versicherer aus aller Welt auf eine Liste systemrelevanter Institute gesetzt, darunter die Allianz Chart zeigen. "Wir werden in den nächsten ein bis zwei Jahren eine ähnliche Initiative für deutsche Institute starten", sagte Hufeld.

Welche Folgen der Status der Systemrelevanz für die Versicherer hat, steht noch nicht genau fest. Vor allem drohen ihnen voraussichtlich härtere Anforderungen an die Kapitalausstattung und eine schärfere Regulierung. Damit soll verhindert werden, dass sie im Krisenfall mit Steuergeldern gerettet werden müssen.

Hufeld deutete an, wie der Finanzstabilitätsrat vor allem darauf zu schauen, ob sich ein Versicherer auch in anderen Geschäftsfeldern tummelt. "Wenn ein Versicherer stärker Geschäfte außerhalb des klassischen Versicherungsgeschäfts betreibt, darf er sich auch nicht wundern, wenn von ihm ein anderes Risikomanagement gefordert wird als von einem reinen Versicherer."

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen sprach sich Hufeld grundsätzlich für Lebensversicherungsverträge ohne Garantiezins aus, wie die Allianz und die Munich-Re-Tochter Ergo Chart zeigen sie jetzt anbieten wollen. "Es ist gut, dass die Branche an neuen Produkten arbeitet und den Verbrauchern damit mehr Auswahl ermöglicht", sagte er. Angesichts der Niedrigzinsen hätten die Unternehmen aber auch handeln müssen. Kurz- und mittelfristig könnten sie ihre Leistungsversprechen an die Kunden zwar erfüllen, sagte er. "Wenn die niedrigen Zinsen langfristig anhalten, wird es enger, das steht außer Frage."

stk/dpa

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spreepirat 30.07.2013
1. Scheinheilige Aufseherbande
Die größten Verluste bei Banken entstehen derzeit durch Staatsanleihen, die der Schuldnerstaat nicht zurückzahlt. Gleichzeitig müssen die Banken auf Betreiben der Regierungen für Staatsaanleihen keine Rückstellungen bilden. In Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien sind alle Banken vollgepumpt mit Staatsanleihen ihrer Länder, die ihnen von den dortigen Regierungen aufgedrängt werden. Und wenn es dann schiefgeht, so wie in Griechenland, werden die Banken zu einem Haircut aufgefordert, d. h. ein (u.U. teilweiser) Verzicht auf die Forderungen aus den Staatsanleihen. So hat z.B. die Commerzbank mehr als zwei Mrd. verloren für griechische Staatsanleihen, von denen seitens der EU immer gesagt wurde, die seine sicher, Griechenland ist im Lot, alles in Ordnung, macht euch keine Sorgen. Kein Euro Rückstellungen sind dafür angelegt, auf Wunsch derjenigen Staaten, die sich bei den Banken bedienen möchten. k Von wegen der Steuerzahler zahlt: In dieser Krise (im Gegensatz zur Lehmann-Krise) beuten die EU-Staaten die Aktionäre (durch Haircuts) und die Sparer (durch Nullzinsen bei gleichzeitiger Inflation) aus.
duke_van_hudde 30.07.2013
2. Hmm
Zitat von spreepiratDie größten Verluste bei Banken entstehen derzeit durch Staatsanleihen, die der Schuldnerstaat nicht zurückzahlt. Gleichzeitig müssen die Banken auf Betreiben der Regierungen für Staatsaanleihen keine Rückstellungen bilden. In Griechenland, Italien, Frankreich, Spanien sind alle Banken vollgepumpt mit Staatsanleihen ihrer Länder, die ihnen von den dortigen Regierungen aufgedrängt werden. Und wenn es dann schiefgeht, so wie in Griechenland, werden die Banken zu einem Haircut aufgefordert, d. h. ein (u.U. teilweiser) Verzicht auf die Forderungen aus den Staatsanleihen. So hat z.B. die Commerzbank mehr als zwei Mrd. verloren für griechische Staatsanleihen, von denen seitens der EU immer gesagt wurde, die seine sicher, Griechenland ist im Lot, alles in Ordnung, macht euch keine Sorgen. Kein Euro Rückstellungen sind dafür angelegt, auf Wunsch derjenigen Staaten, die sich bei den Banken bedienen möchten. k Von wegen der Steuerzahler zahlt: In dieser Krise (im Gegensatz zur Lehmann-Krise) beuten die EU-Staaten die Aktionäre (durch Haircuts) und die Sparer (durch Nullzinsen bei gleichzeitiger Inflation) aus.
Im PRinzip haben sie natürlich teilweise recht.Den das die Staatsanleihen für die Banken wie für die Versicherer das grösste Risiko sind ist klar ,aber auch das genau diese bei eine Überpürfung nicht so eingehen werden wie es geschehen müsste. Das aber Banken Staatsanleihen kaufen müssen dazu gibt es noch kein Gesetz.Die Banken haben ds freiwillig gemacht und wie z.b. die Leistungsbilanz Griechenland aussah bevor die Kriese die anleihen erfasst hat kann jeder nachschauen.Wer damals als Bank die Dinger gekauft hat war selber Schuld.Das man Staaten eigentlich eh kein Geld leihen sollte ist seit Jahrubnderten klar.Der Staaten zahlen nie ihre Schulden zurück und es passiert quasi immer das sie irgendwann unter der Last der Zinsen zusammenbrechen.Wenn dann die Velruste tragne wird kann isch jeder ausmalen.Griechenland in Griechenland zuverklagen macht halt nun wirklich keinen Sinn. Es ist aber uach so das natürlich deR steuerzahler die Anleger rausgehauen hat.Den ohne die Konkursvershcleppung mit Hilfe der Steuerzahler hätten die anleger in Griehenland sicher 95 % verloren. So aber konnten sie riesige Teile auf die Staaten und Staatliche Einrichtungen wie die EZB abwelzen. Ich vermute aber leider auch das man hier wieder per Gesetz versuchen wird das die Versicherer mehr Staatsanleihen kaufen müssen.
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