Chefwechsel beim Kekshersteller Familie Bahlsen zieht sich aus Tagesgeschäft zurück

Nach fast 20 Jahren an der Spitze hat Werner M. Bahlsen den Vorsitz des Keksherstellers abgetreten. Fortan ist kein Familienmitglied mehr für die täglichen Geschicke des Unternehmens zuständig.

Bisheriger Firmenchef Werner M. Bahlsen
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Bisheriger Firmenchef Werner M. Bahlsen


Beim Keks- und Süßwarenhersteller Bahlsen zieht sich die Eigentümerfamilie aus dem Tagesgeschäft zurück. Der bisherige Firmenlenker Werner M. Bahlsen will die Führung nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen an ein vierköpfiges Manager-Team übergeben. Kurz vor dem 130-jährigen Bestehen der Gruppe wird damit dann kein Familienmitglied mehr für das operative Geschäft des Konzerns zuständig sein - eine Premiere in der jüngeren Firmengeschichte.

Werner M. Bahlsen, 69, will aber als Vorsitzender des neu geschaffenen Verwaltungsrates weiter über die langfristige Ausrichtung wachen. Dem Gremium wird auch sein Sohn Johannes (30) angehören. "Mit meinem ältesten Sohn Johannes im Verwaltungsrat als Vertreter der Familie binden wir frühzeitig die nächste Bahlsen-Generation in das Unternehmen ein", erklärte er.

Als "Kronprinzen"-Entscheidung für die Nachfolge will Bahlsen allerdings die Wahl von einem seiner vier Kinder für dieses Gremium nicht verstanden wissen. Neben den beiden Bahlsen-Mitgliedern gehören dem Verwaltungsrat die Geschäftsführer der Hülsta-Gruppe, Matthias Becker, der Axel-Springer-Firma Plug & Play Accelerator, Jörg Rheinboldt, und der ehemalige McKinsey-Direktor Peter Barrenstein an.

Werner M. Bahlsen war in dem Unternehmen mehr als vier Jahrzehnte lang tätig - seit 1999 in seiner jetzigen Position. Seine Nachfolge im operativen Geschäft werden Daniela Mündler, Michael Hähnel, Scott Brankin und ab Herbst dann Jörg Hönemann gemeinsam antreten.

In sechs Werken in Deutschland und Polen produzierten die 2830 Bahlsen-Mitarbeiter im vergangenen Jahr 142.000 Tonnen Kekse, Riegel und Gebäck, die die Gruppe in 55 Länder exportiert.

ans/dpa

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Seite 1
MartinBeck 24.04.2018
1. Klug
Klug geregelt! Irgendwann entfernen sich die meisten Unternehmerfamilien vom operativen Geschäft. Das ist gut für die Sicherung der Arbeitsplätze.
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