Verbraucherprotest: Bahlsen nimmt Aus für Weihnachtsbäckerei zurück

Nur noch einmal Lebkuchen und Co. von Bahlsen, dann sollte mit der Weihnachtsbäckerei in Deutschland Schluss sein - jetzt aber rudert der Kekskonzern zurück: Nach einem massiven Verbraucherprotest gibt es die Winterspezialitäten auch in Zukunft.

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DPA

Bahlsen-Weihnachtsgebäck: "Emotionale Bedeutung unterschätzt"

Hannover - Für Bahlsen war die Weihnachtsproduktion zuletzt nur noch ein störender Kostenfaktor, doch inzwischen wurde das Unternehmen eines Besseren belehrt. "Wir haben die emotionale Bedeutung des Weihnachtsgebäcks für unsere Kunden unterschätzt", sagte Firmeninhaber Werner Michael Bahlsen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der im Sommer beschlossene Ausstieg aus der Weihnachtsbäckerei in Deutschland werde zurückgenommen. Der Name Bahlsen sei offenbar für mehr Verbraucher als gedacht so eng mit dem Fest verknüpft, dass die Marke insgesamt bei einem Ausstieg Schaden genommen hätte.

Bahlsen hatte angekündigt, in diesem Jahr wegen des Kostendrucks letztmals Lebkuchen, Spekulatius, Stollen und andere Weihnachtsspezialitäten für den Heimatmarkt zu produzieren. Laut der Zeitung gab es eine Vielzahl von Protesten im Internet und aus dem Einzelhandel.

Der Konzern habe die Belegschaft bereits über die Kehrtwende informiert. Bahlsen stellt seit mehr als 75 Jahren Weihnachtsgebäck her. Derzeit umfasst die Palette mehr als 30 Produkte. Das Sortiment solle nun gestrafft werden, berichtete die Zeitung weiter.

yes/dpa-AFX

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Stimmt schon
waterman2 14.12.2012
Gerade im Forum von T-Online regten sich viele darüber auf, dass es kein Bahlsen Weihnachtsgebäck mehr geben würde. Ich hab früher die Vanillekipferl geliebt. Das Problem ist der Kostendruck aus dem Ausland. Der deutsche Maschinenbau boomt und damit auch die Herstellungsanlagen für Nahrungsmittel. In Polen/Rumänien, etc. werden heute in irgendwelchen Hinterhoffabriken die Teiglinge für die Backshops hergestellt, die kommen dann tiefgefroren hierher und werden nur noch aufgebacken. Bei O-Saft aus Brasilien läuft es genauso. Der kommt als Konzentrat tiefgefroren per Schiff. Und bei Weihnachtsgebäck ist es genauso. Die stellen das oft zu einem Drittel der Kosten her. Hinzu kommt, dass die Mittelschicht immer weiter wegbröckelt (siehe Spiegel-Bericht von gestern). Deshalb gönnen sich viele teure Lindt- und Bahlsen-Produkte nicht mehr, sondern greifen auf irgendwelche Billigangebote zurück.
2.
loops-2000 14.12.2012
Hmm, das habe ich gar nicht mitbekommen. Um wieviel Arbeitsplätze geht es da?
3. optional
Xangod 14.12.2012
Uff! Wir haben am Sonntag mal ein "Vergleichsfuttern" gemacht, um zu sehen was nächstes Weihnachten ohne Bahlsen auf uns zu kommen würde. Und immer haben die leider sehr teuren Bahlsensachen am besten geschmeckt. SIe waren tatsächlich leckerer. Auch im Vergleich zu "Hausmarken" die offensichtlich aus dem gleichen Hause gekommen sind. Die Original Contessas sind noch saftiger und würziger, als die optisch absolut identischen Lebkuchen von Lidl.
4. deifizitär
ctwalt 14.12.2012
Die Kunden beschweren sich, daß ein Hersteller eine Produktgruppe vom Markt nimmt? Kunden sind eine schwer zu verstehende, zähe Masse. Liegt es doch an deren Kaufverhalten, dass Bahlsen bei den Weihnachtsartikeln drauflegt. Also entweder mehr zahlen oder mehr kaufen, liebe Kunden.
5.
uezegei 14.12.2012
Zitat von waterman2Gerade im Forum von T-Online regten sich viele darüber auf, dass es kein Bahlsen Weihnachtsgebäck mehr geben würde. Ich hab früher die Vanillekipferl geliebt. Das Problem ist der Kostendruck aus dem Ausland. Der deutsche Maschinenbau boomt und damit auch die Herstellungsanlagen für Nahrungsmittel. ......
Nun, wieviel Prozent der Bahlsen-Produkte kommen denn tatsächlich aus Deutschland? Werden die alle hier gebacken, oder wird da auch nur "umgetütet"?
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