Drohende Verspätungen Bahn will an bis zu 800 Stellen gleichzeitig bauen

Bahnreisenden drohen 2019 viele Einschränkungen. Der Konzern will sein Schienennetz teils an Hunderten Stellen gleichzeitig pflegen.

Weichenbauarbeiten
DPA

Weichenbauarbeiten


Kunden der Bahn müssen jetzt ganz stark sein. Nach Angaben von Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla wird es 2019 im deutschen Schienennetz bis zu 800 Baustellen gleichzeitig geben. Neben Instandhaltungsvorhaben seien auch rund 50 Neu- und Ausbauprojekte geplant oder würden bereits umgesetzt.

Einschränkungen für die Fahrgäste sollen möglichst gering gehalten werden. "Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff", beteuert Pofalla. So würden mehr Bauleute eingesetzt, häufiger Hilfsbauwerke errichtet und mehr nachts gearbeitet - damit die Züge frühzeitig wieder rollen können.

Baumaßnahmen 2019
Deutsche Bahn

Baumaßnahmen 2019

Ein besonderes Augenmerk liegt nach Pofallas Angaben darauf, die Flaschenhälse im Netz zu weiten - etwa durch neue Weichen und Überholgleise. Besonders voll sind die Strecken zwischen Köln und Dortmund, Fulda und Mannheim, Würzburg und Nürnberg sowie rund um Hamburg. In diesen "Plankorridoren" soll zusätzliches Personal dafür sorgen, dass die Züge pünktlicher fahren.

In das Schienennetz und die Bahnhöfe fließt die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro, vergangenes Jahr waren es 9,4 Milliarden Euro gewesen. Der Anstieg geht zum Teil auch auf höhere Baupreise zurück. Den Großteil der Summe übernimmt der Bund.

ssu/dpa-AFX



insgesamt 18 Beiträge
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uezegei 20.02.2019
1. einmal durch und gut ist
Jahrelanger Wartungsstau müssen nun mal irgend wann einmal behoben werden. Einmal ein Großangriff und nächstes Jahr läuft dann alles wie geschmiert und super toll, so wie man es von der Bahn halt gewohnt ist ...
gastundredner 20.02.2019
2. Sparen
Meine beruflichen Erfahrungen mit der Bahn sind, daß auf Baustellen Millionen Euro vergeudet werden durch mangelnde Koordination, durch die Aufsplittung in viele Unterfirmen, durch hohe Mitarbeiterfluktuation, durch ein ausgeprägtes Ablehnen von Verantwortung. Wenn Bahnmitarbeiter mit dem Auto anreisen, obwohl es mit der Bahn sehr gut ginge, stellt man sich Fragen.
erzengel1987 20.02.2019
3. das ist prinzipiell noch zu wenig
Aber ein guter Schritt in die richtige Richtung. Wenn jetzt mal noch die Tickets um die Hälfte günstiger werden kann die Bahn tatsächlich wieder attraktiv werden. Aber aktuell ist das Auto der klare Sieger was Preis Leistung betrifft. Auto ist pünktlicher schneller und wesentlich günstiger, zudem Komfortabler. Da hat die Bahn noch einiges zu tun. Denn die Bahn sollte immer das günstigste Verkehrsmittel sein. Eine Lok kann sehr viele Waggons ziehen. Der Kraftaufwand ist relativ gering und man kann viele Personen transportieren. Rein von den Energiepreisen und den Personalkosten des Führers und des Servicepersonals kann der Transport von Menschen in einem Zug nicht wirklich teuer sein. Vor allem wir sollten den Markt komplett öffnen für die guten günstigen europäischen Eisenbahner. Wenn die DB pleite geht wen juckts wenn man dafür dann günstiger von A nach B kommt.
ptb29 20.02.2019
4. Der verspätete Superzug
Ich habe gerade die Reportage von 1979 über die Schwierigkeiten beim Bau der ICE Trassen gesehen. Erst werden massiv Autobahnen gebaut, die Landschaft zerstört und als die ICE-Trassen kommen sollten, waren die Bürger strikt dagegen. Die Versäumnisse beim Straßenbau musste die Bahn ausbaden. Dank der Autolobby. Im gleichen Film wurde auch der Shinkansen beschrieben. Dort wurde in 10 Jahren Betrieb das gesamte Gleisbett einmal gewechselt. Also lasst die Bahn bauen. Aber wie es in Deutschland so schön heißt: Nur nicht vor meiner Haustür.
Der Jürgen aus M 20.02.2019
5. Auto pünktlicher, schneller, komfortabler - steile These
Moin, @erzengel1987: Das ist mal eine steile These, die sie da pauschal aufstellen. In 4 1/2 Stunden von München nach Berlin? Mag vielleicht nachts zwischen 22 und 6 Uhr gehen. Aber sonst? Schau ich mir die aktuellen Staumeldungen beim ADAC für die A9 an, komm ich schon mal gepflegt eine Stunde später an. Und beim Auto nebenher am Laptop einen Film schauen?? Da haben die Herren in grün was dagegen (zumindest wenn man selber am Steuer sitzt). Und Kosten? Ich bin für 70 Euro hin und zurück 1 Klasse gefahren (Sparpreis). Wenn ich da die Gesamtkosten für das Auto rechne, komme ich vielleicht bis Nürnberg.... Also: Die Verallgemeinerung ist Mist. Jürgen
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