Bilanz Bahn-Chef Grube macht Wetter für Gewinneinbruch verantwortlich

Trotz eines Passagierrekords hat sich der Gewinn der Bahn im vergangenen Jahr mehr als halbiert. Laut Rüdiger Grube hat vor allem das schlechte Wetter den Staatskonzern "nasskalt erwischt". Das Gehalt des Bahn-Chefs sank wegen der schwachen Zahlen  um rund eine Million Euro.

Mehr Kunden, weniger Gewinn: Bahn-Chef Grube mit Mitarbeitern in Leipzig
DPA

Mehr Kunden, weniger Gewinn: Bahn-Chef Grube mit Mitarbeitern in Leipzig


Berlin - Bahn-Chef Rüdiger Grube hat Personal- und Energiekosten sowie die Folgen des Hochwassers und zweier Sturmtiefs für einen Gewinneinbruch des Unternehmens verantwortlich gemacht. "Vor allem das Wetter hat uns 2013 im wahrsten Sinne des Wortes nasskalt erwischt", sagte Grube. Dadurch sei ein wirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden. Gleichzeitig habe sich die angespannte Wirtschaftslage in Europa und der gesamten Welt bemerkbar gemacht.

Wie der SPIEGEL bereits im Februar berichtete, brach der Gewinn der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr deutlich ein. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 649 Millionen Euro und damit 55,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Der Umsatz blieb mit 39,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Das schwache Ergebnis schlägt sich auch auf dem Gehaltszettel der Vorstände nieder. Die Bezüge von Bahn-Chef Rüdiger Grube sanken wegen niedrigerer Boni um rund eine Million Euro auf 1,67 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Für 2014 rechnet die Bahn mit wenig Besserung für das Geschäft. Das Ergebnis werde in der Größenordnung des Vorjahrs von 2,2 Milliarden Euro liegen. Der Umsatz soll zumindest leicht auf etwa 41 Milliarden Euro anziehen, da vor allem das Gütergeschäft wieder in Schwung komme.

Die Zahlen seien nicht zufriedenstellend, sagte Grube. Die Bahn habe aber die Hoffnung, dass es im Laufe dieses Jahres langsam wieder aufwärts geht. Grund für den Optimismus sei unter anderem ein neuer Fahrgastrekord, den die Bahn trotz der Wetterkapriolen erzielt habe.

2013 waren dem Unternehmen zufolge 42 Millionen mehr Kunden mit der Bahn unterwegs als im Jahr zuvor - das sei ein Zuwachs von zwei Prozent. Gleichzeitig sei die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 4,2 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen habe also vor allem neue Kunden vom Verkehrsmittel Bahn überzeugen können, so Grube.

dab/AFP/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
peddersen 27.03.2014
1.
...mal abgesehen davon, daß das wohl vielleicht sogar wahr ist : Wetter gibts. Jedes Jahr. Sollte man sich drauf einstellen können. Und Gewinn? Sorry, die brauchen doch keinen Gewinn zu machen - wenn da 1.- im Jahr übrigbleibt und alle Gehälter bezahlt sind einschl das adäquate von Herrn Grube (was ich mit nachvollziehbaren mit 25000.- im Monat abzgl. Steuern einschätze) und der Rest in Infrastruktur, Aufbau und Fahrkartenverbilligung fließt, reicht das doch locker. Irgendwie ist denen allen nicht klar, wofür die da sind. Für uns. Nicht für Börse, Marktwerte, Monopoly. Das ist ein Transportunternehmen. Das seinen Zweck erfüllt hat, wenn die Gehälter bezahlt sind, die Rücklagen für Technik usw getätigt und ein Euro übrig bleibt. Und die Kunden zufrieden.
atipic 27.03.2014
2. Es ist doch bekloppt!
Ein Unternehmen, das jährlich über 2 Milliarden Zuschuss vom Bund bekommt, und zahlreiche Auslandsbeteiligungen hat, macht mehr oder weniger Gewinn! Wo wurden die Verluste gemacht? Im Inland oder im Ausland? Sind die Verluste das Resultat von unwirtschaftlichen Großprojekten (siehe Stuttgart 21), oder die Konkurrenz von Fernbusse? Werden die Verluste nicht größer, wenn die Bahnpreise wie immer am Jahresende nach oben schnellen werden?
genugistgenug 27.03.2014
3. die Bahn fährt
jetzt ist es das Wetter, dann der Zeitraum zwischen dem 1. Jan. und 31. Dez, dann................. wer kennt eigentlich noch die alte Werbung ...........die Bahn fährt? PS wie kann ein Unternehmen (Staatsbetrieb) überhaupt 'Gewinn' machen, dass gleichzeitig Subventionen kassiert?
isegrim der erste 27.03.2014
4. Sicher Herr Grube - das Wetter war schuld
Wer kennt die nicht, die vier Todfeinde der Deutschen Bahn - Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Für so eine nobelpreiswürdige Erkenntnis verdient man auch ein Spitzengehalt.
forumgehts? 27.03.2014
5. Keiner
Zitat von isegrim der ersteWer kennt die nicht, die vier Todfeinde der Deutschen Bahn - Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Für so eine nobelpreiswürdige Erkenntnis verdient man auch ein Spitzengehalt.
spricht vom Wetter, die Bahn schon. Früher war es mal umgekehrt. Manche erinnern sich vielleicht noch an deren Werbung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.