Tarifstreit GDL kündigt Bahnstreiks für Montagabend an

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer erhöht im Tarifstreit den Druck auf die Bahn. Für Montag zwischen 18 und 21 Uhr kündigen die Arbeitnehmervertreter Warnstreiks an. Die sollen vor allem den Güterverkehr treffen.

Verkehrszeichen am Dortmunder Bahnhof: Schwerpunkt Güterverkehr
REUTERS

Verkehrszeichen am Dortmunder Bahnhof: Schwerpunkt Güterverkehr


Berlin - Im Kampf um mehr Geld und Einfluss schaltet die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die nächste Eskalationsstufe. Die GDL hat für diesen Montag von 18 bis 21 Uhr bundesweit zu einem Warnstreik aufgerufen. Den Schwerpunkt legte die GDL demnach auf den Güterverkehr. Es solle Rücksicht auf "die vielen Wochenendreisenden" genommen werden, die am Montag die Bahn nutzen. "Der erste Streik soll im Schwerpunkt den Güterverkehr treffen, weniger die Fahrgäste", hieß es in einer Mitteilung.

Die Situation bei der Bahn ist verfahren. Die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) konkurrieren um die Gunst der Beschäftigten. Die GDL fordert für die rund 37.000 Lokführer, Zugbegleiter und Rangierführer fünf Prozent mehr Lohn, aber auch eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Die EVG verlangt sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro im Monat. Sie will für alle Beschäftigtengruppen verhandeln.

Die GDL warf der Bahn eine Blockadehaltung im Tarifstreit vor. Das Management lehne es generell ab, mit der Gewerkschaft zu verhandeln.

Allerdings hatte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber im SPIEGEL-Interview angekündigt, dass man der GDL in den nächsten Tagen einen neuen Vorschlag zur Lösung des Tarifkonflikts unterbreiten will.

Gestreikt wurde bereits vergangene Woche bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für Anfang dieser Woche einen Ausstand nun auch bei der Lufthansa selbst nicht ausgeschlossen. Allerdings hatten GDL und VC angekündigt, sich bei ihren Streikmaßnahmen abzustimmen, um betroffenen Passagieren Ausweichmöglichkeiten zu geben.

yes/Reuters/dpa



Forum - Warnstreiks bei der Bahn - probates Mittel im Tarifstreit?
insgesamt 1202 Beiträge
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Seite 1
kdshp 25.10.2010
1.
Zitat von sysopMillionen Bahnreisende müssen wegen der Warnstreiks mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Ist der Ausstand im Streit um einen neuen Tarifvertrag angemessen? Oder profilieren sich die Gewerkschaften auf Kosten der Bahnkunden? Diskutieren Sie mit.
Hallo, nicht die Gewerkschaften profilieren sich hier auf kosten der kunden sondern die bahn/der arbeitgeber.
08154711, 25.10.2010
2. Kein Titelzwang.
Zitat von sysopMillionen Bahnreisende müssen wegen der Warnstreiks mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Ist der Ausstand im Streit um einen neuen Tarifvertrag angemessen? Oder profilieren sich die Gewerkschaften auf Kosten der Bahnkunden? Diskutieren Sie mit.
Was bezwecken Sie eigentlich mit dieser tendenziösen Fragestellung? Der SPON sollte mehr Unabhängigkeit zeigen oder sponsert die Bahn irgendwelche Anzeigen?
murrle01 25.10.2010
3. Bin gegen jeden Streik.....
der Andere beeinträchtigt. In diesem Fall würde von einem Erfolg aber sogar die DB Vorteile haben. Da bei Ausschreibungen fast immer die privaten Betreiber den Zuschlag bekamen, den sie auch durch geringere Lohnkosten erreichten. Wenn die Privaten die gleichen Kosten hätten, käme die DB wieder in den "Genuss" mehr Strecken bedienen zu können. murrle01
Tom der Dino 25.10.2010
4. hmmmpf
Zitat von 08154711Was bezwecken Sie eigentlich mit dieser tendenziösen Fragestellung? Der SPON sollte mehr Unabhängigkeit zeigen oder sponsert die Bahn irgendwelche Anzeigen?
In meinem Geschichtsunterricht habe tendenziöse Fragen zu regen Diskussionen geführt und damit die Entwicklung selbstständig denkender Menschen gefördert. In einem Diskussionsforum ist das absolut in Ordnung, in einem Zeitungsartikel dagegen nicht.
Michael Giertz, 25.10.2010
5.
Zitat von sysopMillionen Bahnreisende müssen wegen der Warnstreiks mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Ist der Ausstand im Streit um einen neuen Tarifvertrag angemessen? Oder profilieren sich die Gewerkschaften auf Kosten der Bahnkunden? Diskutieren Sie mit.
Und wie soll sonst ein Streik wirken, wenn er niemandem wehtut? 'n Streik ohne wirtschaftliche Folgen ist so sinnvoll wie ein Kühlschrank in der Antarktis. Es wäre nur sinnvoller, wenn die Gewerkschaft kommuniziert, warum gestreikt wird - und Missstände aufzeigen. Eben das mit den Reinigungskräften bei der Bahn. Wenn der Kunde sieht, dass eben nicht wegen 5% mehr Lohn gestreikt wird, sondern damit sich die Arbeitsbedingungen bessern, hat er vielleicht auch mehr Verständnis für den Streik.
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