Tarifstreit bei der Bahn Lokführer wollen am Samstagmorgen streiken

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer will am Samstagmorgen erneut streiken. Der Ausstand beginnt um 6 Uhr und dauert drei Stunden.

Lokomotiven: GDL will Samstagsverkehr lahmlegen
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Lokomotiven: GDL will Samstagsverkehr lahmlegen


Frankfurt am Main - Auf Zugreisende kommen nach dem Ausstand vor vier Tagen erneut schwere Zeiten mit Ausfällen und Verspätungen zu - und das ausgerechnet im Rückreiseverkehr zum Ferienende in verschiedenen Bundesländern.

"Wir werden alle Zugbegleiter und die Lokomotivführer im Personen- und im Güterverkehr zum bundesweiten Warnstreik aufrufen", sagte GDL-Chef Weselsky im Gespräch mit dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks. Er gab der Deutschen Bahn und der Konkurrenzgewerkschaft EVG die Schuld für die Eskalation des Tarifstreits. Die GDL bestätigte inzwischen die Pläne für den Warnstreik.

"Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es bei der Arbeitgeberseite keinerlei Bewegung", sagte er dem ARD-Sender. Außerdem wolle die Bahn ihre "Hausgewerkschaft EVG" schützen. In der kommenden Woche wird die GDL über weitere Schritte beraten. "Als Nächstes folgt die Urabstimmung über einen regulären Arbeitskampf", sagte Weselsky. Verhandlungen mit der Deutschen Bahn waren vorvergangene Woche gescheitert. Bereits am vergangenen Montag hatte die GDL den Bahnverkehr mit einem Warnstreik stark behindert.

In der laufenden Tarifauseinandersetzung verlangt die GDL fünf Prozent mehr Geld und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden. Außerdem will die GDL alle DB-Beschäftigten im Güter-, Fern- und Regionalverkehr vertreten. Die Deutsche Bahn und die EVG lehnen das kategorisch ab.

"Niemand versteht den Sinn dieser Streiks, abgesehen von der Tatsache, dass eine Gewerkschaft das Spielfeld der anderen erobern will", kritisierte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Er rief die Gewerkschaft auf, die Aktion abzublasen und wieder zu verhandeln. Die GDL betont in ihrem Aufruf dagegen, mit dem Streik die Bahn an den Verhandlungstisch zurück bringen zu wollen.

Am Montagabend hatte ein Lokführerwarnstreik Zehntausende Reisende und Pendler getroffen. Der Samstag ist dagegen gewöhnlich der verkehrsärmste Tag bei der Bahn. Möglicherweise gibt es an diesem Samstagmorgen aber noch Einschränkungen bei der Lufthansa infolge des Streiks, den die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für Freitagabend angekündigt hatte. Ausweichen auf die Bahn ist dann nicht mehr möglich.

Die Bahn kündigte an, in den Zügen und auf Bahnhöfen mehrere hundert Mitarbeiter zur Verstärkung einzusetzen, vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen und bei der Reisendeninformation. Betroffene können hier erfahren, was auf sie zukommt.

mik/dpa

insgesamt 32 Beiträge
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crocodil 05.09.2014
1. Man
kann es bald nicht mehr lesen. Lokführer streiken, Flugkapitäne streiken usw. Sollen doch alle sich freuen, dass sie einen gut dorierten Arbeitsplatz haben. Ich betone Arbeitsplatz, das man nicht vergleichen kann mit den Billiglohnjobs - wo man sich noch den A.... aufreissen muss.
tillw 05.09.2014
2. So macht man sich Freunde!
Das eigene Wohl gegen zigtausende, will nicht sagen millionen Bürgerinnen und Bürger durchzudrücken ist frech und verantwortungslos!
trolls99 05.09.2014
3. Aussperrung
Es wird zeit, dass die Arbeitgeber sich wehren und zum Mittel der Aussperrung greifen. Die Bahn sollte durchhalten und im Zweifelsfall rote Zahlen schreiben. Dann wird der Druck auf die Politik steigen, diesen Irrsinn mit mehreren Gewerkschaften pro Firma zu beenden.
atheisto 05.09.2014
4. Langsam...
...reicht es mit diesen egoistischen Spartengewerkschaften. Seien es nun die elitären Piloten oder Lokführer. Ihr fahrt bzw fliegt nicht um Eurer selbst willen!!! Es gibt ein Gemeinwohl, und wer heute noch einen Funken Anstand hat in diesem unseren Lande, blickt mal über den Tellerrand hinaus. Wollt Ihr eine Bananenrepublik? Ich appelliere an alle potenziellen Fahrgäste: steigt um auf den Bus oder fahrt per Mitfahrerzentrale, finanziert nicht deren Kurzsichtigkeit. Irgendwann brauchen wir keine Lokführer mehr. Und das hoffentlich so schnell wie möglich!!!!
Trollfrühstücker 05.09.2014
5. Ach, übrigens, wir sind denen egal
Warum sollte es anders sein als sonst? Dem Bahn-Management sind wir ebenso egal wie den Gewerkschaften.
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