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Tarifstreit bei der Bahn: Lokführer streiken sechs Tage lang

Züge stehen still (Archivbild): Sechs Tage Streik im Personenverkehr Zur Großansicht
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Züge stehen still (Archivbild): Sechs Tage Streik im Personenverkehr

Am Montag geht es im Güterverkehr los, ab Dienstag folgt der Personenverkehr: Die Gewerkschaft der Lokführer will erneut streiken, diesmal die ganze Woche.

Die Lokführergewerkschaft GDL will den Personenverkehr ab Dienstag für sechs Tage bestreiken. Im Güterverkehr soll schon ab Montag sieben Tage lang gestreikt werden, teilte die Gewerkschaft mit.

Laut den Plänen der GDL soll der Arbeitskampf am Montag um 15 Uhr im Güterverkehr und am Dienstag um 2 Uhr im Personenverkehr starten. Enden soll der Streik erst am Sonntag um 9 Uhr.

Weitere Informationen erhalten Reisende bei der Hotline der Deutschen Bahn unter 0180-699 66 33 und auf der Homepage der Bahn.

Die Deutsche Bahnrechnet mit massiven Beeinträchtigungen durch den Streik. "Damit schadet die GDL nicht nur massiv den Bahnkunden, der DB und ihren Mitarbeitern, sondern auch der deutschen Wirtschaft und der Sozialpartnerschaft", teilte das Unternehmen mit.

Zuvor hatte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber erklärt, in dem festgefahrenen Tarifkonflikt hart bleiben zu wollen: "Wir fordern die GDL zu einer Schlichtung auf, weil wir rasch Ergebnisse wollen". Für eine Lösung brauche es nun Hilfe von außen: "Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir eine neutrale Instanz hinzuziehen müssen", sagte Weber.

Geld ist nicht das Hauptthema

Eine Schlichtung hatte die Gewerkschaft bislang abgelehnt. Auch das neue Tarifangebot des Unternehmens hatte die GDL am Donnerstag zurückgewiesen und weitere Streiks angekündigt. Bereits siebenmal wurde der Güter- oder Personenverkehr von den Lokführern bestreikt.

Laut dem Angebot der Bahn hätten die Löhne vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent angehoben werden sollen. Dazu wäre eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis zum 30. Juni gekommen.

Die Bezahlung ist jedoch nicht Kern des Konflikts: Die GDL will nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und Rangierführer eigene Verträge abschließen. Dies strebt auch die größere, konkurrierende Gewerkschaft EVG an. Die Bahn will unterschiedliche Abschlüsse für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt(CSU) kritisierte die erneute Streik-Ankündigung. "Ich habe Verständnis dafür, dass viele Bürger über das Ausmaß des Streiks verärgert sind", sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung. "Die Grenze der Akzeptanz dieser Tarifauseinandersetzung in der Bevölkerung ist zunehmend erreicht. Das sollten auch die Verhandlungsführer erkennen."

Verkehrslage in Deutschland
Bahn-Unternehmen
Die Deutsche Bahn informiert auf dieser Seite sowie unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 0180-6996633 über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Regional- und Fernverkehr. Die kostenlose Hotline mit der Nummer 08000-996633 ist nur in Sonderfällen geschaltet. Die Web-Seiten der sechs privaten Bahnunternehmen:

Abellio
Arriva
Benex
Hessische Landesbahn
Keolis
Veolia Verkehr
Straßenverkehr
Gezielt können Autofahrer Autobahnen, Strecken und Orte nach Staus und Baustellen abfragen unter:

ADAC
Verkehrsinformation.de
Flughäfen
Fluglinien
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Airlines auf diesen Websites bekannt:

Air Berlin Air France
British Airways
Condor
Germanwings
Iberia
Lufthansa
Ryanair
SAS Scandinavian Airlines
Southwest Airlines
Tuifly
United Airlines

vek/brk/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 487 Beiträge
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1.
zenotornado 03.05.2015
Die #GDL Führung verliert jegliches Maß. Durch den letzten längeren Streik entstand der deutschen Wirtschaft bereits ein Schaden von mehr als 500 Mio € (Quelle: handelsblatt.de) und jetzt ganze 7 Tage (bzw 6 im Personenverkehr). Für Ihre 34.000 Mitglieder wirkt diese "Gewerkschaft" verantwortungslos und fügt Deutschland und seinen Bürgern ein unverhältnismäßigen Schaden zu. Wo ist hier noch eine vernünftige Relation von Schaden zu Nutzen zu sehen. Eine kleine Spartengewerkschaft stört eine ganze Volkswirtschaft. So kann es nicht weitergehen.
2. Zurecht!
bananenrepublik123 03.05.2015
Wer nach 20 Berufsjahren 1900,- brutto bekommt sollte ordentlich für mehr Wertschätzung kämpfen!!! Gut so und weiter so!
3. Das Tarifeinheitsgesetz kommt und die GDL geht !
Alfred Ahrens 03.05.2015
Das ist die einzig gute Nachricht in dieser Zeit. Herr Weselsky der Zug ist abgefahren ! Für immer !
4. Es ist ungeheuerlich,
qjhg 03.05.2015
dass die Deutsche Bahn es nicht für nötig hält, einen Kompromiss mit der GDL zu erarbeiten und seinen Kunden erneut Einen Streik zumutet. Auch die Deutsche Bahn wird erkennen müssen, dass sie angemessene Bedingungen erfüllen muss, wenn sie Gewinne erwirtschaften will. So wie sie zur Zeit agiert verliert sie immer mehr Kunden
5. Generalstreik
persephone83 03.05.2015
Eigentlich müsste das ganze Land still gelegt werden und alle, die in den letzten 3 Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen haben arbeiten erst wieder wenn sie endlich eine vernünftige bekommen haben. Und wenn es ein verbessertes Rentensystem für die gibt, die noch 30\40 oder mehr Jahre arbeiten müssen.
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