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Lokführergewerkschaft: GDL verkündet Durchbruch im Tarifstreit mit der Bahn

Gleisanlagen in Frankfurt am Main: Neue Bahn-Streiks "vorerst vom Tisch" Zur Großansicht
Getty Images

Gleisanlagen in Frankfurt am Main: Neue Bahn-Streiks "vorerst vom Tisch"

Gute Nachricht für Bahn-Kunden: In den Verhandlungen zwischen Konzern und GDL gibt es entscheidende Fortschritte. Die Tarifparteien haben aus Sicht der Gewerkschaft sogar einen "Durchbruch" erzielt. Streiks sind damit vorerst abgewendet.

Berlin - Im Konflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist eine Lösung in Sicht. Die Tarifparteien haben bei ihren Verhandlungen aus Sicht der Gewerkschaft entscheidende Fortschritte gemacht, bestätigte ein GDL-Sprecher SPIEGEL ONLINE. GDL-Chef Claus Weselsky sprach nach Gesprächen am Mittwoch in Berlin demnach sogar von einem "Durchbruch".

Die Tarifparteien haben eine Teileinigung erzielt: Beide Seiten vereinbarten einen Abschluss für alle GDL-Mitglieder für das Jahr 2014 und wollen im Januar für die anschließende Zeit verhandeln, sagten Weselsky und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.

In den anstehenden Gesprächen sollen die zahlreichen offenen strukturellen und inhaltlichen Fragen geklärt werden, teilte die Bahn mit. Weitere Verhandlungstermine seien für den 19. und den 28. Januar vereinbart worden.

510 Euro Einmalzahlung, eine Stunde weniger Wochenarbeitszeit

Alle GDL-Mitglieder erhalten demnach 510 Euro als Einmalzahlung für die Monate Juli bis Dezember. Die Bahn hat ihr Angebot für die Einmalzahlung damit erhöht. Es lag zuvor bei 390 Euro. Die Auszahlung soll laut Bahn-Mitteilung im Februar 2015 erfolgen.

Die mit der GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erhalte das gleiche Angebot, kündigte Weber an. Er sprach von einem guten Tag für Kunden und Mitarbeiter. "Wir können einigermaßen beruhigt in das neue Jahr gehen", sagte Weber. Er zeigte sich sehr zufrieden. Streiks seien damit "vorerst vom Tisch", teilte die Bahn weiter mit.

Im Gegenzug dringt die GDL nun nicht mehr auf zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit, sondern verlangt nur noch eine Stunde weniger. Daraus ergebe sich eine 38-Stunden-Woche, sagte Weselsky. Weselsky betonte, die Bahn habe jegliche Bedingungen für Tarifverhandlungen fallen gelassen und mit der Einmalzahlung erstmals einen Abschluss für alle GDL-Mitglieder vereinbart. Kern der GDL-Forderungen in dem seit Monaten schwelenden Konflikt ist, dass die GDL nicht mehr allein für Lokführer, sondern auch für ihre Mitglieder unter den Zugbegleitern, dem Bordrestaurant-Personal und bei Rangierführern eigene Verträge abschließen will.

Weber sagte, die GDL habe das Interesse der Bahn anerkannt, innerhalb einer Berufsgruppe mit EVG und GDL keine konkurrierenden Tarifverträge zu vereinbaren. "Dieses Klar-Reden war wichtig", so Weber.

Die GDL hatte mit einer neuen Streikwelle ab dem 11. Januar gedroht. Bereits im Oktober hatte sie mit dem längsten Streik der Bahn-Geschichte den Schienenverkehr in Deutschland tagelang weitgehend lahmgelegt. Auch die EVG hatte erklärt, bis in den Januar hinein auf Streiks bei der Deutschen Bahn zu verzichten.

bos/ric/dpa

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1. wie schön!
Orthoklas 17.12.2014
Wurde auch mal Zeit!
2. nur für etwas Kohle...
luan.45 17.12.2014
wurde mehrere Tage lang der Bahnverkehr bundesweit lahmgelegt? für 45 ? mehr im Monat im Jahr 2014? und der vokwirtschaftliche Schaden, sowie der einfache Mann der morgens mehrere Stunden brauchte um zur Arbeit zu kommen?
3. Ähhm?
sebastian.teichert 17.12.2014
Ich war ja eigentlich immer für den Streik weil endlich mal wer streikt. Aber haben die sich jetzt wegen 120 Euro über Monate lang gezankt wie kleine Kinder?
4. Endlich.
fx33 17.12.2014
Wurde auch Zeit, dass die Bahn sich mal bewegt und akzeptiert, dass die GDL für alle ihre Mitglieder verhandelt.
5. Habe ich das richtig verstanden?
Matzescd 17.12.2014
Die bekommen 510 Euro Einmahlzahlung? Und fordern immer noch eine Stunde weniger Arbeitszeit (d.h. es ist nicht durch?) Deswegen streiken die? Wegen 250 Euro Netto und einer Stunde mehr Freizeit, die dann am Ende 12 Minuten weniger arbeiten pro Werktag ergeben? DESWEGEN? Ist nicht deren Ernst...
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Welche Gewerkschaften spielen eine Rolle in der Bahnbranche?
Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es in der deutschen Bahnbranche zwei rivalisierende Gewerkschaften. Bis Ende 2010 waren es sogar drei - bis Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA zur EVG fusionierten.
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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Beschäftigten in der Bahnbranche. Sie ist Ende 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA hervorgegangen, die zuvor schon kooperiert hatten. Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Deutschen Bahn sowie von privaten Bahn- und Busgesellschaften.
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Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 75 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und ein Drittel der Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Beamtenbund an.


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