Berlin Bahn und Lidl starten Fahrradverleihsystem

Die Schlacht um das städtisch geförderte Fahrradverleihsystem Call a Bike hat die Bahn verloren. Der Konzern reagiert offensiv: Gemeinsam mit Lidl geht er mit einer deutliche größeren Fahrradflotte an den Start.

Sylvia Lier, Fuhrparkchefin der Bahn, Lidl-Geschäftsführer Wolf Tiedemann
DPA

Sylvia Lier, Fuhrparkchefin der Bahn, Lidl-Geschäftsführer Wolf Tiedemann


Im kommenden Jahr machen sich zwei große Anbieter von Leihfahrrädern in Berlin Konkurrenz. Die Deutsche Bahn startet ihr neues Angebot im Frühjahr mit 3500 Rädern, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das entspricht einer Verdopplung der bisherigen Flotte.

Den Bahn-Leuten gelang es auch, den bisherigen Sponsor - die Stadt hatte eine Million beigesteuert - durch einen neuen zu ersetzen. Das Geld kommt vom Lebensmittelhändler Lidl. Gegenleistung der Bahn: Der neue Dienst trägt den Namen "Lidl-Bikes". Ihre bisherigen Standorte von Call a Bike muss die Bahn bis zum Jahresende räumen, damit Nachfolger Nextbike seine Stationen aufbauen kann. Im Juni hatten die Leipziger den Zuschlag der Senatsverwaltung für ein neues Verleihsystem erhalten.

"Wir wollen in Berlin bleiben", sagte Sylvia Lier, Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Rent. Deshalb plane man in der Stadt nun das größte Fahrradangebot der Deutschen Bahn. Bisherige Kunden von Call a Bike können auch das neue System in Zukunft nutzen. Anders als bisher soll es jedoch keine Ausleih- oder Rückgabestationen mehr geben. Die Räder werden in der Nutzungszone innerhalb des S-Bahnrings verteilt.

Laut Senatsverwaltung prüft Nextbike derzeit noch, welche Ausleihstationen von der Bahn übernommen werden. Bereits vor zwei Wochen hatte der Anbieter mit dem Testbetrieb begonnen. Im Frühjahr sollen den Kunden mehr als 2000 Räder an 200 Stationen zur Verfügung stehen.

mik/dpa



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Das Pferd 03.11.2016
1.
ich kann das mit dem S-Bahnring nicht mehr hören. Alle Mietradanbieter, alle Carsharingunternehmen konzentrieren sich auch dieses relativ kleine Gebiet. Berlin ist größer. Und wer in Reinickendorf oder Pankow wohnt, ist vielleicht nicht so hipp. Aber das gemeinsame Nutzen von Autos oder Fahrrädern ist doch auch nicht mehr so neu, sondern etwas Nützliches für ganz normale Menschen.
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