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Städtebau-Großprojekt: Hamburgs Bahnhof Altona wird verlegt

Bahnhof Hamburg Altona: Deutschlands nächstes Großbauprojekt Fotos
Matthias Friedel / luftbilder.de/FHH

Jetzt steht der Beschluss: Nach jahrelangem Gezerre haben sich die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn geeinigt. Der Bahnhof Altona wird verlegt, um Wohnungen Platz zu machen. Die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs ist für 2023 geplant.

Hamburg - Der Hamburger Bahnhof Altona wird an die S-Bahn-Station Diebsteich verlegt. Das gaben die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn (DB) in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt.

Bahn-Vorstand Volker Kefer habe mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz weitere Schritte für die Verlagerung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona an den Standort Diebsteich besprochen, heißt es in der Mitteilung. An der Entscheidung hängt der Bau von Hunderten Wohnungen. "Mit dem Kauf des Grundstücks können wir unser Wohnungsbauprogramm für Hamburg fortführen", wird Scholz zitiert.

Das Konzept sieht vor, den bestehenden Kopfbahnhof aufzugeben und durch einen neuen Fernbahnhof Hamburg-Altona im Bereich der heutigen S-Bahn-Station Diebsteich zu ersetzen. Die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs werde der Mitteilung zufolge im Jahr 2023 erfolgen. Der neue Bahnhof soll sechs Fernbahngleise und zwei S-Bahn-Gleise an vier Bahnsteigen haben. Außerdem werde ein neues Empfangsgebäude entstehen.

Stadt erwirbt DB-Grundstück für 38,8 Millionen Euro

Die Bahn will nun die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren erarbeiten, das bis Ende 2015 beginnen soll. Die freigegebenen Planungsmittel der DB AG betragen der Mitteilung zufolge bisher rund 13 Millionen Euro. Die Stadt Hamburg - genauer: der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen - werde demnach das Grundstück der Deutschen Bahn zum 30. Juni 2015 für 38,8 Millionen Euro erwerben und bis zur Verlagerung des Fernbahnhofs Hamburg-Altona zur Verfügung stellen.

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Verlegung des Bahnhof Hamburg Altona

Der Bahnhof Altona soll verlegt werden, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Was halten Sie davon?

Der Bahnhof Altona ist so marode, dass Sanierung und Verlegung vermutlich ähnlich teuer geworden wären. Hamburgs Oberbaudirektor Walter wagte zuletzt eine ungefähre Einschätzung der Kosten: "Es ist ein spürbarer, dreistelliger Millionenbetrag, den das so oder so kostet." Überlegungen der Stadt, das Bahnhofsprojekt zu bezuschussen, gibt es laut Walter allerdings nicht: "Wir betrachten das als ein Bahn-Projekt", sagte Walter SPIEGEL ONLINE im Vorfeld der Entscheidung. "Und die Bahn muss entscheiden, ob sie sich dieses Projekt leisten kann."

Den Beschluss, ob die Deutsche Bahn AG den Fernbahnhof nach Norden verlegt oder ob sie dessen Gleise und Brücken saniert, war der Konzern seit Jahren schuldig geblieben. Ungeachtet dessen startete die Stadt Hamburg im Mai bereits mit einem ersten Bauabschnitt neben den Gleisen. Da nun zusätzlich der Bahnhof verschwindet, können in der sogenannten neuen Mitte Altona insgesamt rund 3600 Wohnungen auf zwei benachbarten, aber voneinander unabhängigen Abschnitten gebaut werden. Einen Eindruck, wie das neue Stadtquartier aussehen wird, bekommen Sie hier.

Neben Wohnquartieren, die mit ihrer geschlossenen Bauweise um einen gemeinsamen Hof die Blockstruktur der benachbarten Stadtgebiete fortsetzen, sollen in der neuen Mitte Altona mehrere Kitas entstehen, große Grünflächen sowie eine Schule. In den Wohngebieten müssen die Eigentümer einen von der Stadt vorgeschriebenen Drittelmix einhalten: Gebaut werden sollen jeweils ein Drittel öffentlich geförderte Mietwohnungen, freifinanzierte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen.

Die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände werden erhalten, dazu gehören eine historische Kleiderkasse, wo einst die Uniformen der Bahnmitarbeiter lagerten, ein Wasserturm sowie die ehemaligen Güterhallen. In die Hallen sollen Supermärkte, Gastronomiebetriebe und anderes Gewerbe einziehen.

bos

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insgesamt 175 Beiträge
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1. Achtung Volksverdummung!
dieteroffergeld 01.07.2014
Herr Scholz meinte doch gewiss Luxuswohnungen für Drtittwohnungsbesitzer und sicher nicht Sozialwohnungen, bzw. bezahlbaren Wohnraum für Hamburger. Also: Altes Bahnhofsgelände wird zugunsten von Investoren privatisiert werden. Und: Der Steuerzahler finanziert den Neubau eines Bahnhofs. Klar doch, BER, S 21, Elbphilharminie ... und ...? lassen grüßen. Gott, wie blöd der BundesSchlafMützenMichel doch ist.
2. Ein Großprojekt für Deutschland
13-0-46 01.07.2014
Mal schauen wann hier der Kostenrahmen gesprengt wird. Wir haben da ja eine gewisse Tradition in Deutschland.
3. Stuttgart21
earl grey 01.07.2014
Zitat von sysopMatthias Friedel / luftbilder.de/FHHJetzt steht der Beschluss: Nach jahrelangem Gezerre haben sich die Stadt Hamburg und die Deutsche Bahn geeinigt. Der Bahnhof Altona wird verlegt, um Wohnungen Platz zu machen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bahnhof-altona-in-hamburg-wird-verlegt-a-978572.html
Als ich die Überschrift gelesen hatte, fiel mir spontan Stuttgart21 ein... bin gespannt, ob die Hamburger das besser in den Griff bekommen.
4. .
ötsch 01.07.2014
Ohne hierzu nähere Kenntnis zu haben: Ist bewerte das mal als äußerst positives Zeichen! Über 2000 Wohnungen, also können dort grob geschätzt 4000- 5000 Menschen einziehen. Natürlich nicht ausreichend um die horrenden Mietpreise und den Wohnungsmangel auszugleichen, aber immerhin...
5. Hier ...
herrwestphal 01.07.2014
... mal der Entwurf wie das am Ende aussehen soll. http://www.altona.info/wp-content/gallery/wettbewerb_mitte_altona-gewinner/siegerentwurf_mittealtona_gesamtansicht.jpg
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