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Bahnprojekt "Stuttgart 21": Tausende Demonstranten legen Verkehr lahm

Der Protest gegen das Milliarden-Bahnprojekt "Stuttgart 21" weitet sich aus: Mit Trillerpfeifen und Transparenten haben mehrere tausend Gegner des Projekts gegen den Abriss des Hauptbahnhofs demonstriert und den Straßenverkehr teilweise lahmgelegt. Unterstützung kam von Grünen-Chef Özdemir.

"Stuttgart 21": Demonstranten contra Milliarden-Projekt Fotos
dpa

Stuttgart - Tausende Gegner des umstrittenen Milliarden- Bahnprojekts "Stuttgart 21" haben erneut gegen den geplanten Teilabriss des Hauptbahnhofs protestiert. Während die Veranstalter am Montagabend von mehr als 6000 Demonstranten in der Landeshauptstadt sprachen, zählte die Polizei 3500 Teilnehmer.

Mit Sitzblockaden brachten die Demonstranten zeitweise den Straßenverkehr rund um den Hauptbahnhof zum Erliegen. Sie wehrten sich gegen die Arbeiten am Nordflügel des Gebäudes, die am Freitag vorbereitet worden waren. Unterstützung kam von Grünen-Chef Cem Özdemir.

"Ich bin mit vielen anderen davon überzeugt, dass das Projekt noch verhindert werden kann", sagte Özdemir der Nachrichtenagentur dpa. Die große Stuttgarter Koalition aus SPD, CDU und FDP wolle mit dem Abriss Fakten schaffen - wohl in der Hoffnung, dass der Zorn der Menschen bis zur Landtagswahl im März 2011 verflogen ist.

"'Stuttgart 21' ist ein Projekt, das völlig aus der Zeit gefallen ist. Der Kopfbahnhof funktioniert sehr gut. Ihn einfach abzuschaffen, ist geradezu irrsinnig", sagte Özdemir.

Bereits am Wochenende waren einige tausend Abrissgegner auf die Straße gegangen und hatten den Stopp des 4,1 Milliarden Euro teuren Vorhabens gefordert; bei "Stuttgart 21" wird der Hauptbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und über den Flughafen mit der Schnellbahnstrecke nach Ulm verbunden. Die Demonstranten kritisieren die hohen Kosten und bezweifeln den Nutzen des Umbaus. Sie plädieren für eine Modernisierung des Kopfbahnhofs.

luk/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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1. Von reich bis arm, von links bis rechts....
tubanuryilmaz 03.08.2010
...geht die Bewegung gegen Stuttgart 21. Endlich hat auch der SPIEGEL bemerkt, daß nicht nur in Hamburg und Berlin Menschen sich wehren gegen eine Politik, die nicht die Interessen der Mehrheit vertritt, sondern der Minderheit der Immobilienwirtschaft. In Stuttgart treffen sich seit Monaten zunehmend jung und alt, die Haute-Volee, die Kulturschaffenden, Arme und Reiche, kurz für Soziolgen nahezu eine beglückende Mischung der Bevölkerung und leisten gewaltfreien Widerstand. Dabei wird immer wieder versucht, die Demonstarnten als Chaoten zu diffamieren, um einen Keil zwischen sie zu treiben, doch was passiert, es werden minütlich mehr, die sich gegen dieses MIlliardenloch wehren - siehe www.parkschuetzer.de.
2. aw
kdshp 03.08.2010
Zitat von sysopDer Protest gegen das Milliarden-Bahnprojekt "Stuttgart 21" weitet sich aus: Mit Trillerpfeifen und Transparenten haben mehrere tausend Gegner des Projekts gegen den Abriss des Hauptbahnhofs demonstriert und den Straßenverkehr teilweise lahmgelegt. Unterstützung kam von Grünen-Chef Özdemir. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,709805,00.html
Hallo, wahnsinn was das kosten soll udn für mich steht das in keinem verhältnis zum nutzen. Das ist wie mit den kröten wo man viel geld ausgeben muss um diese zu schützen. Das kostet dann mal schnell 10.000 euro je kröte! Noch besser der turmbau äh schlossbau zu berlin der mal eben 500-700mil euro kostet und das wofür?
3. Soll doch alles ruhiger werden ?
rkinfo 03.08.2010
Zitat von sysopDer Protest gegen das Milliarden-Bahnprojekt "Stuttgart 21" weitet sich aus: Mit Trillerpfeifen und Transparenten haben mehrere tausend Gegner des Projekts gegen den Abriss des Hauptbahnhofs demonstriert und den Straßenverkehr teilweise lahmgelegt. Unterstützung kam von Grünen-Chef Özdemir. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,709805,00.html
Schon lustig. Das soll eine Bahnhof zum geräuschlosen Innenstadtgebilde werden (ich wohne an einer Bahnstrecke - macht herrlich Krach) und statt Kompromisse wird rum demonstriert. Am jetzigen Gleisnetz liegen zig Wohnungen und wenn so eine ICE durch die Dörfer nach Ulm brettert ist das kaum angenehm. Sicherlich wäre auch eine Mischlösung Sackbahnhof für Nahverkehr und Tunnel für Fernverkehr möglich gewesen. Aber die jetzige Lösung schafft Ruhe für die Anwohner. Zudem, die Leute sollen doch Bahn fahren und nicht Auto oder Flieger ? So ganz dicht unterm Pony sind da die Demonstranten auch wiederum nicht ...
4. Erst denken, dann schreiben
bielefeld11 03.08.2010
Sehr geehrter sysop! Klasse Idee! Stimmt ja, der ganze Lärm der Züge ist eigentlich das Problem! Also beginnen wir endlich den gesamten Personenverkehr einschließlich Auto unter die Erde zu legen! Super! da hätte man wirklich früher drauf kommen können! Aber zurück zur Realität: Wenn Sie dann Ihr Hirn eingeschaltet haben, werter User, merken Sie vielleicht auch, dass zumindest diese und die nächsten zwei Generationen unter dem Baulärm wohl weit mehr leiden werden als die Anwohner aktuell. Im übrigen ist das Thema Lärm wohl kein primäres. Also folgendes bitte beherzigen: Arbeiten Sie sich bitte in die Materie ein und melden Sie sich erst wieder zu Wort, wenn Sie nüchtern sind, danke!!
5. stuttgart 21
matthiasmonninger 03.08.2010
Seit Jahren arbeitet das Aktionsbündnis Kopfbahnhof 21 daran, Alternativen (K 21) zu S 21 zu zeigen und auf die Schwachstellen dieses Projektes hinzuweisen. Die S 21 Planer haben immer erst, wenn es nicht mehr zu vermeiden war, Scheibchenweise diese Mängel zugegeben, sie verharmlost und weiter behauptet, sie haben alles im Griff. Letzte Woche wurde nun bekannt, dass die NBS Wendlingen Ulm um über 800 mio. Euro teurer wird und ein Schweizer Gutachten, welches vom Innenministerium in Auftrag gegeben und 2 Jahre unter Verschluss gehalten wurde, besagt, dass S 21 bahnbetriebliche Mängel hat. Was ist die Antwort der S 21 Macher ? Sie ziehen den Abrißtermin des Nordflügels ohne Not auf August vor. Wollen die unumkehrbare Fakten schaffen ? Die Empörung über dieses Projekt hatte bei mir 3 Phasen. Den Irrsinn einen Bahnhof zu vergraben und 30 km Tunnel unter einer Stadt zu graben. Das politische Zustandekommen. Öttinger hats gekauft durch seinen Landeszuschuss zur Bundesstrecke. Und nun bin ich bei der Rolle der Medien. Seit 37 Wochen demonstrieren Tausende jeden Montag. Das SMA Gutachten ist vernichtend. Hier wird vielleicht eine bundesweite Verspätungsfalle gebaut. Und was berichten die Medien ? Ein Stuttgarter Redakteur der Stuttgarter Zeitung sagte, s 21 wäre ohne die Zeitungen in Stuttgart nicht so weit. Spiegel, bitte übernehmen und dran bleiben.
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