Lokführer-Streik Bahn will ein Drittel der Züge fahren lassen

Die Deutsche Bahn will sich mit einem Ersatzfahrplan gegen den Mega-Streik der Lokführer stemmen. Ein Drittel der Züge soll trotz des Ausstands fahren.

Reisende am Berliner Hauptbahnhof: Bahn-Kunden drohen Chaostage
DPA

Reisende am Berliner Hauptbahnhof: Bahn-Kunden drohen Chaostage


Berlin - Reisende müssen sich von Donnerstag bis Montagmorgen auf Chaos im Bahnverkehr einstellen. Denn die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem viertägigen Streik im Personenverkehr aufgerufen. Die Bahn plant nun einen Ersatzfahrplan. So soll etwa ein Drittel des sonst üblichen Zugverkehrs angeboten werden können. Ab Donnerstag müssten sich Millionen Reisende aber auf massive Beeinträchtigungen einstellen, erklärte das Staatsunternehmen.

Für den Fernverkehr hat die Bahn bereits am Dienstagabend einen ersten Notfahrplan veröffentlicht. Dieser werde für Donnerstag gelten, den ersten Streiktag bei den Personenzügen, teilte das Unternehmen mit. Ab Mittwochabend (18 Uhr) sei in den Auskunftssystemen dann der Ersatzfahrplan für Freitag abrufbar. Entsprechendes gelte für die Folgetage.

Die Bahn bezeichnete den Streikaufruf der GDL als "reine Schikane". "Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Er rief die Gewerkschaft auf, ihren Streikaufruf sofort zurückzunehmen "und sich umgehend mit uns an den Verhandlungstisch zu setzen".

Die GDL hatte angekündigt, den Personenverkehr von Donnerstagmorgen bis Montagmorgen für eine Dauer von 98 Stunden zu bestreiken. Im Güterverkehr soll der Ausstand bereits am Mittwoch beginnen.

Politiker kritisierten die Streikpläne scharf. GDL-Chef Claus Weselsky verliere jedes Maß, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi SPIEGEL ONLINE.

Am Wochenende war der Versuch gescheitert, in einem neuen Tarifvertrag Spielregeln für die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bahn, der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) festzulegen. Nun kommt auf die Kunden der Deutschen Bahn der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu.

mmq/dpa

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insgesamt 39 Beiträge
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bwlo 04.11.2014
1. Mr. Größenwahnsinn
Was hat Hr. Weselsky vor? Will er der Bahn und damit seinen Lokführern langfristig schaden? Will er die Wirtschaft in Knie zwingen? Will er die Bahnkunden, die endlos vielen Pendler ins Auto oder in den Fernbus zwingen? Der Mann hat JEDES Maß verloren! Andere Gewerkschaften haben Ihren Mitgliedern durch kurze Warnstreiks von einigen Stunden geholfen, aber hier geht es um die Vernichtung von Arbeitsplätzen auf kosten ALLER!!! Das ist auch nicht im Interesse von Euch Lokführern oder?
MisterD 04.11.2014
2.
In 2 Jahren kommt die Quittung in Form von Entlassungen, weil der unzuverlässigen Bahn die Kunden weggelaufen sind...
RalfHenrichs 04.11.2014
3.
Die Kompromisslosigkeit der Bahn macht sprachlos. Die GDL hat mehr als deutlich gemacht, dass ihre Mitglieder hinter ihnen stehen. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Bahnvorstand keine Pseudo-Angebote mehr unterbreitet.
opa klaus 04.11.2014
4. Mut!
Lokführer, die ihrem durchgeknallten Häuptling nicht mehr folgen wollen, sollten ARBEITEN!!!
Mausoff 04.11.2014
5. Aussperrungsphantasien
Als genervter Bahnpendler würde ich mich auf unbefristete Aussperrung aller GDL-Mitglieder beinahe freuen, auch wenn das unbefristete Notfallfahrpläne bedeutet. Das wäre es mir wert - und bitte keinerlei Zugeständnisse des Arbeitsgebers. Gleiche Arbeitsbedingungen wie bisher müssten eigentlich reichen. Ja, ich bin sauer!
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