Ecuador Bananenbauern protestieren gegen Preissenkung von Aldi

Nur noch sieben statt acht Dollar will Aldi künftig für eine Kiste Bananen aus Ecuador zahlen. "Wir können diese Preissenkung unter gar keinen Umständen hinnehmen", sagen die Produzenten.

Ecuadorianische Bananen (Archivbild)
REUTERS

Ecuadorianische Bananen (Archivbild)


Ecuadorianische Bananenbauern wehren sich gegen eine von Aldi angekündigte Preissenkung. Ab 2019 will die Discounter-Kette den Bauern demnach nur noch sieben statt acht Dollar pro Kiste Bananen zahlen. Aldi verkauft die Bananen im Einzelhandelin Europa und in den USA.

"Wir müssen eine gemeinsame Front aller Anbauländer in der Region bilden, um dieses unfaire Vorgehen von Aldi zu stoppen", sagte der Vorsitzende des ecuadorianischen Exportverbandes, Eduardo Ledesma. "Wir können diese Preissenkung unter gar keinen Umständen hinnehmen". Sie habe Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette im Land.

Ecuador ist der größte Bananenexporteur der Welt. Aus der Region kommen 75 Prozent aller Bananen weltweit, weitere Anbauländer sind etwa Costa Rica und Kolumbien. Ecuador hat seit Jahresbeginn rund 265 Millionen Bananenkisten exportiert, bis Jahresende werden es rund 330 Millionen sein. Wichtigste Märkte sind die Europäische Union, dort vor allem Deutschland, und Russland.

Aldi Süd und Aldi Nord in Deutschland wollten sich auf Anfrage zu "aktuell laufenden Preisverhandlungen konkrete Produkte betreffend nicht äußern". Die Preisgestaltung bei Aldi folge den allgemeinen Marktmechanismen: "Das heißt, dass uns die Lieferanten über festgelegte Ausschreibungsprozesse ein Angebot unterbreiten. Dieses Angebot wird von unserem Einkauf auf seine Markttauglichkeit geprüft."

Das Unternehmen lege "grundsätzlich großen Wert auf langfristige und kontinuierliche Geschäftsbeziehungen" mit seinen Lieferanten. Bei der Auswahl der Produkte achte Aldi "nicht nur auf Qualität, sondern auch auf verantwortungsbewusste Herstellung".

Video: Wie billige Bananen produziert werden

dab/AFP

insgesamt 49 Beiträge
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Reddington 01.11.2018
1. Nanu?
"Wichtigste Märkte sind die Europäische Union, dort vor allem Deutschland, und Russland." Seit wann ist Russland denn EU-Mitglied? - - - - - - - Das ist jetzt bitte nicht Ihr Ernst! Nochmal lesen, vielleicht mit Interpunktionspausen... Voll nicht witzig. MfG Redaktion Forum
shodanpc 01.11.2018
2. Ja klar...
..und um den Gewinn und Marktmacht geht es ihnen natürlich nicht. Durch diesen Schritt verlieren die Bauern den Gewinn aus ihren Produktivitätssteigerungen und fallen wieder ein paar Jahre im Wohlstand zurück. Vergleichbar wäre wenn ihr Arbeitgeber sagt: Du hast die letzen 5 Jahre so schön mit mir zusammengearbeitet.. aber ich muss nun deinen Lohnkürzen.. aus Marktgründen.
jomai 01.11.2018
3. 75% Weltmarktanteil
Wenn ich so eine beherrschende Marktstellung habe dann brauche ich keine gemeinsame Front mit den Anbietern der restlichen 25%. Da würde ich Aldi sagen. "Ist ok dann eben nicht, kein Problem". Aber falls irgendwann doch wieder, dann kostet die Kiste $ 9.99. Und den Einkäufern von Aldi würde ich erklären dass man das Marktmechanismus nennt.
strixaluco 01.11.2018
4. Widerwärtiger Geiz!
Ich kaufe nicht beim Discounter, deswegen. Ich will mich nicht mit Leuten in eine Reihe mit Leuten stellen, die 50000 Euro für ein vollkommen überflüssig grosses Luxusauto ausgeben und dann meinen, es sich nicht leisten zu können, hart körperlich arbeitenden Menschen auch nur die Erfüllung von Grundbedürfnissen wie guter Ernährung und Bildung für die Kinder zu gönnen. Ich finde es erbärmlich, wie viele Leute hier mit Angeberautos beim Billigheimer vorfahren. Nicht, dass Nicht-Discounter nicht auch teils unschöne Praktiken hätte, aber man kann ja wenigstens die Dinge auslassen, bei denen es wirklich unmöglich fair zugehen kann!
distar99 01.11.2018
5. Verbraucherboykott
Die Verbraucher sollten ab sofort mit einem Boykott der Aldi-Bananen reagieren, denn die Bananenpreise sind eh schon ein Witz.
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