Bangladesch Randalierer reißen Aktionär die Kleider vom Leib

Sie brachen Autos auf und versuchten Feuer zu legen: In Bangladesch randalierten wütende Investoren auf den Straßen, nachdem der Aktienindex zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ausgesetzt worden war. Bei den Protesten wurde ein Mann auf offener Straße seiner Kleider beraubt.

REUTERS

Hamburg - In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka herrscht Unruhe: Nachdem der Börsenhandel ausgesetzt werden musste, randalierten Hunderte Aktienhändler auf den Straßen. Sie zündeten Autoreifen und Büromöbel an. Manche brachen Autos auf. Ein Kleininvestor wurde von Autofahrern überwältigt, weil er angeblich dabei gesehen wurde, wie er Fahrzeuge demolierte. Passanten rissen dem Mann die Kleider vom Leib. Die Polizei setzte Tränengas ein, um den Mob auseinanderzutreiben.

Der Aktienindex Dhaka Stock Exchange (DSE) war am Mittwoch stark gefallen. In knapp anderthalb Stunden hatte er rund drei Prozent an Wert eingebüßt. Schon in den Tagen zuvor war er stark gefallen. Händler sprachen von Panikverkäufen.

Bangladeschs Börse erlebt derzeit einen Strukturwandel. Zahlreiche Kleininvestoren sind an der Börse aktiv geworden. Fast 3,3 Millionen Menschen handeln mittlerweile mit Aktien, doppelt so viel noch vor 15 Monaten. Die Wirtschaft des armen Landes ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen - in den vergangenen acht Jahren im Schnitt um sechs Prozent.

Im Dezember war der DSE auf ein Rekordhoch von 8918 Zählern geschnellt. Seitdem hat er gut ein Viertel seines Werts wieder eingebüßt. Zudem schwankt der Index seit seinem Allzeithoch stark. Die Börsenaufsicht sagt, sie habe den Handel mehrfach ausgesetzt, um etwas Ruhe in den Markt zu bringen. Händler und Kleininvestoren werfen den Behörden dagegen vor, den Aktienkurs manipulieren zu wollen.

Der Börsenhandel war bereits zum dritten Mal in diesem Monat ausgesetzt worden. Schon am 10. Januar war es zu heftigen Protesten gekommen. Der DSE stürzte seinerzeit um fast neun Prozent ab, der Handel wurde ausgesetzt.

ssu/Reuters



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