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Bank of America: Größtes US-Geldhaus will 30.000 Jobs streichen

Der Stellenabbau der Bank of America wird konkret: Das kriselnde Institut will in den kommenden Jahren rund zehn Prozent seiner Stellen streichen. Das ist viel - aber nicht so viel, wie Experten befürchtet hatten.

Zentrale der Bank of America: Der Börsenwert ist um mehr als 40 Prozent gesunken Zur Großansicht
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Zentrale der Bank of America: Der Börsenwert ist um mehr als 40 Prozent gesunken

New York - Gerade hat Starinvestor Warren Buffett der angeschlagenen Bank of America noch eine Kapitalspritze über fünf Milliarden Dollar verpasst. Es war wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Das größte US-Geldhaus will 30.000 Stellen streichen. Das teilte die Bank am Montag mit. Die Entlassungen sollten "in den kommenden Jahren" erfolgen und seien Teil eines umfassenden Restrukturierungsplanes. So sollen jährlich fünf Milliarden Dollar gespart werden - vor allem im Privatkundengeschäft.

50 Manager prüfen momentan etwa 150.000 potenzielle Einsparmöglichkeiten, sagte Konzernchef Brian Moynihan. Die Ausgabenkürzungen von fünf Milliarden Dollar sollen demnach bereits bis zum kommenden Jahr erreicht werden. In einer zweiten Runde will das Unternehmen im Geschäft mit Firmenkunden den Rotstift anlegen.

Damit gehen die Umbaumaßnahmen nicht ganz so weit, wie noch vergangene Woche befürchtet. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") sollten 40.000 Arbeitsplätze wegfallen - rund 14 Prozent der Belegschaft. Mitte August hatte das "WSJ" allerdings noch berichtet, dass lediglich 10.000 Stellen gekürzt werden sollen.

Wegen der anhaltenden Schuldenkrise und der schwierigen Lage an den Finanzmärkten ist Jobabbau derzeit bei vielen Banken ein Thema. Die Bank of America kaufte über Jahrzehnte immer wieder Institute und entwickelte sich so zu einem internationalen Finanzkonzern. Experten zufolge wurden aber zahlreiche überflüssige Filialen nicht geschlossen. Ende Juni hatte das Institut allein in den USA 5700 Filialen mit insgesamt 287.000 Mitarbeitern.

Das Unternehmen steht unter Druck, weil es Schätzungen zufolge in den kommenden Jahren 50 Milliarden Dollar zusätzlich wegen verschärfter Kapitalvorschriften aufbringen muss. Zudem gibt wegen fauler Immobilienkredite zahlreiche Klagen.

nkk/afp/ REUTERS

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