Faule Hypothekenpapiere Bank of America zahlt Rekordstrafe von 17 Milliarden

So viel Geld hat noch kein Unternehmen in einem Zivilprozess an die US-Justiz überwiesen: Die Bank of America zahlt wegen Geschäften mit faulen Wertpapieren eine Rekordstrafe von 17 Milliarden Dollar.

Bank of America: Zahlt Rekordstrafe wegen dubioser Wertpapiergeschäfte
REUTERS

Bank of America: Zahlt Rekordstrafe wegen dubioser Wertpapiergeschäfte


Washington - Nun ist es amtlich: Wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten muss die zweitgrößte Bank der USA eine Rekordstrafe in Höhe von 17 Milliarden Dollar zahlen. Die Bank of America akzeptierte nach eigenen Angaben diese Summe von umgerechnet 12,5 Milliarden Euro. Es ist das höchste jemals von einer Bank gezahlte Bußgeld in einem Zivilprozess in den USA. Seit Wochen war über die Höhe der Strafe spekuliert worden.

Die US-Behörden werfen der Bank of America vor, sie habe schlecht abgesicherte Kredite einkommensschwacher Hausbesitzer zu Finanzprodukten gebündelt und mit einer guten Bonität versehen. Die Käufer sollen dabei hinters Licht geführt worden sein.

Nach dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 lösten die Collateralized Debt Obligation (CDO) Wertpapiere in einer Kettenreaktion eine weltweite Finanzkrise aus. In den USA mussten viele Menschen ihre Häuser zwangsversteigern oder blieben auf hohen Schulden sitzen, während die gekauften Immobilien deutlich an Wert verloren. Investoren büßten mit den CDO-Anlagen Milliardensummen ein.

Die Bank of America und das Justizministerium hatten monatelang über den Vergleich verhandelt. Das Geldhaus wollte Medienberichten zufolge zunächst viel weniger zahlen. Mitte Juni standen die Verhandlungen deswegen schon kurz vor dem Scheitern.

Die Bank of America, die 2008 den Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen hatte, musste wegen widerrechtlicher Zwangsräumungen und des Verkaufs fauler Immobilienkredite bislang schon mehr als 50 Milliarden Dollar Bußgelder zahlen. Die Strafen haben die Gewinne der Bank seit Beginn des Jahres aufgefressen.

jbe/AFP

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insgesamt 22 Beiträge
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regensommer 21.08.2014
1. Wohin fließt das Geld?
Wohin fließt das Geld? In die Militärausgaben oder an diejenigen die Schaden davon getragen haben, also zum Beispiel Zwangsgeräumte, Arbeitslos gewordene, usw., ?
swpi 21.08.2014
2. Und was ist mit den betrogenen
die Regierung heimst nun das Geld ein und die betrogenen gehen leer aus. bestimmt kann die Bank dies über Jahre durch Steuervergünstigungen zurück holen. und die betrogenen gehen leer aus. dieses Urteil ist nur ein schauprozess. am ende fliesst das Geld eh wieder zurück an die Banker. f t USA
eryx 21.08.2014
3.
Werden eigentlich auch direkt Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen (oder wurden)? Etwas mehr Informationen zu diesem Bereich wären sinnvoll.
bobrecht 21.08.2014
4. Die Bussgelder sind zu gering!
Die 50 Milliarden Doller die die Bank Gewinn gemacht hätte wurden durch die Bussgelder aufgefressen. Die Strafe besteht also lediglich darin, das zu unrecht erwirtschaftete Geld wieder abzugeben. Aber: Wer etwas klaut muss nicht nur das Diebesgut zurückgeben, sondern darüber hinaus noch bestraft werden, sonst ist es doch wohl kaum als Strafe zu bezeichnen.
schwelmi 21.08.2014
5.
och die Armen, dann machen die ja dieses Jahr gar keinen Gewinn :(
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