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Eliten-Entlassung: Bank of America will 2000 Gutverdiener feuern

Die Bank of America ist in der Finanzkrise abgestürzt und streicht jetzt rigoros Kosten - dabei verschont das Institut offenbar auch seine Top-Manager nicht mehr. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sollen 2000 Stellen im Investmentbanking wegfallen.

Kunde an einem Geldautomat der Bank of America: Jetzt müssen auch Manager gehen Zur Großansicht
REUTERS

Kunde an einem Geldautomat der Bank of America: Jetzt müssen auch Manager gehen

New York - Einige der größten Konkurrenten haben schon harte Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen und Tausende Mitarbeiter entlassen - jetzt muss die Bank of America nachziehen und den Gürtel noch enger schnallen. Dem "Wall Street Journal" zufolge plant Konzernchef Brian Moynihan weitere rund 2000 Stellen zu streichen. Die Jobs gehen demnach im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung außerhalb der USA verloren. Die Zeitung berief sich bei ihren Angaben auf eingeweihte Personen, die Bank selbst äußerte sich nicht.

Das brisante an dem Plan: Wenn sich der Bericht bestätigt, träfe es jetzt auch die Spitzenverdiener der Bank mit Jahreseinkommen von mehreren hunderttausend Dollar. Gerade das früher so einträgliche Investmentbanking hatte zuletzt stark geschwankt.

Im ersten Quartal verdiente die Bank of America Chart zeigenunterm Strich vergleichsweise geringe 328 Millionen Dollar, während die Rivalen JP Morgan Chase oder Citigroup auf 5,4 Milliarden beziehungsweise 2,9 Milliarden Dollar kamen.

30.000 Entlassungen bereits geplant

Die Bank of America ist einer der größten Verlierer der Finanzkrise. Sie hatte sich mit der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch und des einst größten US-Immobilienfinanzierers Countrywide Financial Chart zeigen überhoben. Anschließend musste der Finanzkoloss vom Staat gerettet werden. Bis heute hinkt die Bank of America der Konkurrenz hinterher. Um profitabler zu werden, sollen bereits 30.000 Leute im Privatkunden-Geschäft gehen.

Im September vergangenen Jahres stufte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit der Bank um zwei Stufen herab auf Baa1, kurz darauf senkte auch Fitch den Daumen auf A.

Ende März arbeiteten bei dem Geldinstitut noch 278.700 Menschen - das waren bereits 10.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Filialen fiel von 5805 auf 5651. Damit gehört der Finanzkonzern aus der Stadt Charlotte im Bundesstaat North Carolina aber immer noch zu den größten Banken des Landes. Auch bei den Konkurrenten von der New Yorker Finanzmeile Wall Street sind bereits Tausende Stellen weggefallen.

nck/Reuters/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Der Fluch des guten Gehalts
lezel 01.05.2012
Hehe. Ist mir auch mal passiert. Es war eigentlich ein Zufall, der mich in die glückliche Lage geführt hatte, mir mein Gehalt selbst aussuchen zu können, und vielleicht hatte ich ein ganz klein wenig übertrieben. Als das Unternehmen später mal sparen mußte, fand es jedenfalls schnell heraus, wie viel Geld man sparen kann, wenn indem man auf meine Mitarbeit verzichtet. Aber bis dahin hatte sich die Sache gelohnt. Für beide Seiten übrigens. Und die Entlassenen finden, wenn sie gut sind, sicher andere Jobs.
2. arbeitsmarkt
texas_star 01.05.2012
Zitat von lezelHehe. Ist mir auch mal passiert. Es war eigentlich ein Zufall, der mich in die glückliche Lage geführt hatte, mir mein Gehalt selbst aussuchen zu können, und vielleicht hatte ich ein ganz klein wenig übertrieben. Als das Unternehmen später mal sparen mußte, fand es jedenfalls schnell heraus, wie viel Geld man sparen kann, wenn indem man auf meine Mitarbeit verzichtet. Aber bis dahin hatte sich die Sache gelohnt. Für beide Seiten übrigens. Und die Entlassenen finden, wenn sie gut sind, sicher andere Jobs.
ja, die entlassenen investment banker werden ohne grossen probleme was neues finden.... vielleicht nicht zum alten grundgehalt von $200,000-$300,000... aber ein guten job finden sie sicher. weshalb? weil sie eine gute ausbildung haben und hart/lange arbeiten gewoehnt sind. ich hatte das vergnuegen mit ex-Goldmaennern in meinem alten job zusammen zu arbeiten (die wurden bei Goldman 2009 in der krise entlassen)... alles angenehme kollegen auf die man sich verlassen konnte.
3. Aha, das sind also die Eliten.
levitian 01.05.2012
Zitat von sysopREUTERSDie Bank of America ist in der Finanzkrise abgestürzt und streicht jetzt rigoros Kosten - dabei verschont das Institut offenbar auch seine Topmanager nicht mehr. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, sollen 2000 Stellen im Investmentbanking wegfallen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,830770,00.html
Endlich mal einer, der genau beschreibt, wer die Eliten eigentlich sind: diejenigen, die ohne eigenen Spieleinsatz zocken, verlieren und die Realwirtschaft und ganze Staaten vor die Wand fahren und von den Steuerzahlern indirekt bezahlt werden. Bloß, warum sollen die entlassen werden? Die Bank hatte doch keinen Schaden! Und dass die das Spiel einstellen wollen, glaubt denen sowieso keiner. Haben die etwa Zocker gefunden, die es für die Hälfte machen? Sieht so aus.
4. weshalb? weil sie eine gute ausbildung haben
levitian 01.05.2012
Zitat von texas_starja, die entlassenen investment banker werden ohne grossen probleme was neues finden.... vielleicht nicht zum alten grundgehalt von $200,000-$300,000... aber ein guten job finden sie sicher. weshalb? weil sie eine gute ausbildung haben und hart/lange arbeiten gewoehnt sind. ich hatte das vergnuegen mit ex-Goldmaennern in meinem alten job zusammen zu arbeiten (die wurden bei Goldman 2009 in der krise entlassen)... alles angenehme kollegen auf die man sich verlassen konnte.
Aha, aber hoffentlich können die wenigstens Rechtschreibung und Interpunktion.
5.
topaz75 01.05.2012
Die genannten 5800 Filialen sollten sie besser auch gleich zu machen, denn das was man da als Kunde erlebt ist grottig. Schlecht ausgestattet, teilweise abbruchreif, schlecht geschultes Personal und wenn man mal was anderes als eine total simple Frage hat, dann weiss das Personal nicht weiter, und muss die selbe Hotline anurfen, die auch der Kunden selbst kontaktieren kann. Dann kann ich auch gleich Online & Phone-Banking machen, und brauche keine Filiale. Den persoenlichen Kontakt, und Entscheidungskompetenz bekommt man hier eher wenn man bei einer der kleinen lokalen Banken oder einer Credit Union sein Konto hat.
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