Mehr Anleihekäufe Japanische Zentralbank wirft Notenpresse an

Die Bank of Japan hat ihre Geldpolitik überraschend erneut gelockert. Die japanische Zentralbank kündigte an, ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen erneut aufzustocken: Das Volumen wird auf umgerechnet fast 780 Milliarden Euro erhöht. Die Kurse von Yen und Euro reagierten umgehend.

Bank of Japan in Tokio: Geldpolitik überraschend gelockert
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Bank of Japan in Tokio: Geldpolitik überraschend gelockert


Tokio - Es ist ein Schritt, der die meisten Beobachter überraschte: Nach der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed lockern nun auch die obersten Währungshüter in Japan nochmals ihre Geldpolitik. Die Bank of Japan kündigte an, dass sie ihr Kaufprogramm für Wertpapiere um 10 Billionen Yen auf nunmehr 80 Billionen Yen, umgerechnet rund 780 Milliarden Euro aufstocken wird. Die Zentralbank will damit die stagnierende Wirtschaft des Landes ankurbeln - den Leitzins beließ sie bei 0 bis 0,1 Prozent.

Der Euro legte umgehend zu, während der Yen unter Druck gerät: Die europäische Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,3080 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als am Vorabend. Der im längeren Vergleich starke Yen sank zum Dollar auf ein Monatstief, auch zum Euro in Dollar Chart zeigen gab er nach. Die asiatischen Börsen legten nach der Nachricht deutlich zu, der Nikkei Chart zeigen-Index schloss knapp 1,2 Prozent im Plus.

Die Nachricht sorgte auch an den Rohstoff-Märkten für Auftriebe: Ein Barrel der US-Ölsorte WTI kostete mit 96,05 Dollar 0,8 Prozent mehr als am Vortag, Brent Oil Spot Chart zeigen-Öl verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 112,68 Dollar, der Kupferpreis stieg um 0,7 Prozent. Der Anstieg wird Händlern zufolge nur durch die trüben Aussichten für die chinesische Wirtschaft gebremst.

Mit der Bank of Japan hat in diesem Monat bereits die dritte große Notenbank ihre expansive Geldpolitik bestätigt. Zuvor waren es die EZB, die vor allem massive Interventionen auf den Anleihemärkten Südeuropas in Aussicht stellt, und die US-Notenbank Fed - die vor knapp einer Woche eine dritte Runde von Wertpapierkäufen (QE3) eingeläutet hatte.

nck/dpa/Reuters



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insgesamt 3 Beiträge
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herr_kowalski 19.09.2012
1. Die japanischen Staatsschulden werden von den Japanern selbst finanziert.
Zitat von sysopAPDie Bank of Japan hat ihre Geldpolitik überraschend erneut gelockert. Die japanische Zentralbank kündigte an, ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen erneut aufzustocken: Das Volumen wird auf umgerechnet fast 780 Milliarden Euro erhöht. Die Kurse von Yen und Euro reagierten umgehend. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,856650,00.html
Man schaue sich einfach nur den Goldpreis an. Da weiß man mit tödlicher Sicherheit, wo der Zug hinfährt. Schöne bunt bedruckte Papierchen ? Nein Danke. Habe meine Wände erst frisch tapaziert.
2049er 19.09.2012
2. ....die hohen Herren, die schlauen Herren, da drucken sie
und drucken und drucken. Es ist halt sehr unangenehm, wenn man feststellt, dass Dienstleistung eigentlich keine echten Gewinne erwirtschaften kann. Hier werden Summen ermogelt, die es nicht gibt und die dann später "nachgedruckt" werden. Und somit bekommt das Volk Papier. Dieses Papier wird seltsamerweise immer noch akzeptiert und somit dreht sich das Karussell weiter...und der ein oder andere alte Protagonist schafft es noch glücklich ins Grab zu springen, bevor es sich nicht mehr dreht und seine Kinder und Enkel mit ungläubigen Augen den Schaden betrachten.
dapmr75 19.09.2012
3. Langsam wird es auch den Dummen klar
Wir befinden uns im globalen Wettbewerb (Rattenrennen); wer bekommt als Erster seine Währung abgewertet und hilft damit seiner Exportwirtschaft? Wer Prof. Nash und seine Abhandlungen zur Spieltheorie kennt, weiss, was die momentante Situation bedeuten muss. Der Abgesang auf die alte erste Welt wird lauter dank unserer fähigen und cleveren Politiker und Zentralbanker.
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