Hamburg - Es ist die neueste Horrormeldung aus der Finanzbranche: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" erwägt die Bank of America
, bis zu 40.000 Stellen zu streichen. Noch ist der Bericht nicht offiziell bestätigt. Dass mehr als die bisher angekündigten 10.000 Jobs wegfallen werden, scheint jedoch sicher.
Damit reiht sich die Bank of America ein in eine lange Liste von Finanzkonzernen, die einen Stellenabbau planen. Die Institute plagen gleich mehrere Probleme: Die Finanz- und Staatsschuldenkrise erschwert das Kapitalmarktgeschäft, weil Staatsanleihen drastisch an Wert verloren haben und auch der Aktienmarkt zuletzt fast nur nach unten rauschte.
Gleichzeitig zwingen die Investoren und Regulierungsbehörden die Banken dazu, ein größeres Eigenkapitalpolster aufzubauen. Das drückt auf die Rendite. Hinzu kommen weitere Belastungen. So macht die EU offenbar Ernst mit der geplanten europäischen Finanztransaktionssteuer, die vor allem die Geldindustrie trifft. EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta will einen entsprechenden Gesetzentwurf laut "Handelsblatt" Anfang Oktober vorlegen.
Bei der Bank of America und einigen anderen Geldhäusern kommen noch Klagen aus der Zeit der US-Immobilienkrise hinzu, die die Unternehmen zu hohen Vergleichszahlungen zwingen könnten. Um die Gewinne einigermaßen stabil zu halten, muss die Branche nun an den Personalkosten sparen. Der Stellenabbau betrifft längst nicht nur amerikanische Banken. Auch viele europäische Institute haben bereits erklärt, Tausende Jobs streichen zu wollen.
Mehr als 100.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Zusammen mit den bis zu 40.000 Jobs bei der Bank of America könnten nach diesen Ankündigungen alleine bei den Großbanken in den kommenden Jahren mehr als 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Experten erwarten, dass es noch schlimmer kommen wird. Denn noch haben nicht alle Institute ihre Karten auf den Tisch gelegt. "Vielen Banken dürften die Anpassungen auf das neue Kostenumfeld erst noch bevorstehen", sagte der Präsident der Credit Suisse, Urs Rohner, Anfang dieser Woche auf einem Bankenkongress.
Damit dürfte er vor allem einige amerikanische Konzerne gemeint haben. Aber auch den deutschen Banken steht noch einiges bevor: Bei der Commerzbank
wurde im Zuge der Integration der Dresdner Bank bereits ein Abbau von 9000 Stellen angekündigt, mehr als die Hälfte davon ist schon umgesetzt. Auch bei den kriselnden Landesbanken wurden bereits Tausende Stellen gestrichen. Weitere dürften folgen.
Die Deutsche Bank
wehrt sich bisher noch gegen Gerüchte über ein bevorstehendes Sparprogramm. Doch Konzernchef Josef Ackermann hat sich ein Hintertürchen offen gelassen: Sollte es an den Finanzmärkten weiter so schlecht laufen wie im August, "dann werden wir über solche Maßnahmen nachdenken müssen".
stk
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