Ombudsstelle für Bankkunden Hohe Gebühren bleiben häufigster Beschwerdegrund

Wenn sie sich über ihre Bank ärgern, suchen viele Kunden Kontakt zur Ombudsstelle. Die meisten Beschwerden gab es im vergangenen Jahr wieder über zu hohe Gebühren.

Geldautomat in Berlin
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Geldautomat in Berlin


Zahlreiche Verbraucher haben sich 2017 bei der Ombudsstelle der privaten Banken über ihr Kreditinstitut beschwert. Einen deutlichen Anstieg gab es dem Jahresbericht der Beschwerdestelle zufolge beim Zahlungsverkehr mit 1806 Beschwerden, 2016 waren es noch 1434. Besonders über aus ihrer Sicht zu hohe Gebühren ärgerten sich die Kunden.

Viele Banken rechtfertigen diese Gebühren mit den niedrigen Zinsen und Ausgaben für Regulierung und Digitalisierung. Zahlreiche Institute planen deshalb künftig sogar weitere Aufschläge.

Auch beim Geschäft mit Wertpapieren gab es laut Ombudsstelle häufig Unmut. Im Wertpapiergeschäft gingen 2017 demnach 1799 Beschwerden ein. Dabei ging es laut Bericht wie im Vorjahr vor allem um Investitionen in offene und geschlossene Fonds. Die Kunden beklagten unter anderem die aus ihrer Sicht fehlerhafte Beratung.

Insgesamt gingen nach Angaben des Bankenverbandes BdB 2017 jedoch weniger Schlichtungsanträge beim Ombudsmann ein als im Vorjahr. Die Zahl sank um 272 auf 5325. Seit 2014 nehmen die Beschwerden kontinuierlich ab. 4163 der eingereichten Beschwerden erfüllten 2017 die erforderlichen Bedingungen, gut 2400 wurden abgearbeitet. Mehr als die Hälfte davon wurden ganz oder teilweise zugunsten der Kunden entschieden.

Weniger Meinungsverschiedenheiten zwischen privaten Banken und ihren Kunden gab es etwa im Kreditgeschäft. Mit 1451 Schlichtungsanträgen machten sie zwar immer noch mehr als ein Viertel aller Fälle aus. Im Vorjahr waren es aber noch 2661 - wegen zwei Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Kreditbearbeitungsentgelten hatte es noch einige Beschwerden gegeben.

Der Bankenverband hatte 1992 freiwillig das außergerichtliche Schlichtungsverfahren gegründet. Seit dem 1. April 2016 ist es eine anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle. Sechs pensionierte Richter nehmen sich als unabhängige Streitschlichter der Beschwerden an, wenn sich diese nicht vorher erledigen.

Die Daten für 2017 beruhen auf der bisher vom Bankenverband verwendeten Systematik. Im vergangenen Jahr wurde die Systematik aufgrund europarechtlicher Vorgaben geändert. Dadurch ergeben sich Abweichungen zum Jahresbericht.

apr/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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zardoz77 10.03.2018
1. Bankwechsel
Also ich bin bei einer seriösen Internetbank (gehört der bayrischen Landesbank). Ich hab zwar keinen direkten Ansprechpartner, der wäre weit weg in Berlin, aber das brauche ich auch nicht. Ich wüsste ehrlich nicht wozu. Wer sich mit Computern auskennt der kann für 0 Euro Banking betreiben. Ich kann auch 80%-90% der Geldautomaten in Deutschland (angeblich sinds mehr aber hey 80% ist satt) gebührenfrei benutzen. Davor war ich bei der Sparkasse. Über 100 Euro im Jahr Gebühren geblecht, konnte nur die Sparkassenautomaten gebührenfrei benutzen.
tompike 10.03.2018
2. Bank-Automaten = Kostensenker
Ich kann mich noch gut erinnern, dass bei Einführung von Bankautomaten mit geringsten bis Null Kosten für Kunden!! geworben wurde (lediglich die Bankangestellten haben gemeckert). Wozu brauchen wir überhaupte so viele Banken? Für die Milloinen-Masse des Volkes (Hartz IV, Rentner, alle Staatsdiener, Normalverdiener mit verfgb. Einkommen bis zu netto 2000 Euro reicht eine Bundes-Staatsbank mit div. Filialen + Automaten aus. Am Monatsende bleibt nach Miete, Auto etc.sowieso kaum Geld übrig, d. h. kostentreibende Bankberater für Finanzanlageprodukte sind nicht erforderlich. Wer mehr verdient, bezahlt eben für die Bank-Beratung. Wo ist das Problem?
trader_07 10.03.2018
3.
Zitat von zardoz77Also ich bin bei einer seriösen Internetbank (gehört der bayrischen Landesbank). Ich hab zwar keinen direkten Ansprechpartner, der wäre weit weg in Berlin, aber das brauche ich auch nicht. Ich wüsste ehrlich nicht wozu. Wer sich mit Computern auskennt der kann für 0 Euro Banking betreiben. Ich kann auch 80%-90% der Geldautomaten in Deutschland (angeblich sinds mehr aber hey 80% ist satt) gebührenfrei benutzen. Davor war ich bei der Sparkasse. Über 100 Euro im Jahr Gebühren geblecht, konnte nur die Sparkassenautomaten gebührenfrei benutzen.
Um mal schnell eine Bankbürgschaft über 10.000 Euro zu bekommen, während Sie beruflich unterwegs sind. Im geschäftlichen Bereich kann so etwas durchaus mal vorkommen. Mein Ansprechpartner bei meiner Bank macht das ohne dass ich persönlich vorstellig werden muss, weil er mich seit zwei Jahrzehnten kennt.
Lagrange 10.03.2018
4.
Ich finde auch, dass sich die Banken auf das Kredit- und Anlagengeschäft spezialisieren sollten. Für Giro- und Sparkonten sind nun wirklich die Internetbanken leistungsstärker. Ich war glaube ich das letzte mal in 2005 in einer Bankfiliale am Schalter - und das war zum Kündigen meines Girokontos.
mirage122 10.03.2018
5. Werde umgehend wechseln!
Überraschung auf meinem Kontoauszug: Eine Abbuchung von 8,40 € für die Zusendung von Briefumschlägen. Nun weiß ich wenigstens, was ich umgehend zu tun habe: Konto kündigen und nur noch mit einer Online-Bank zusammen arbeiten. Mehr braucht man doch wirklich nicht!
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