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Spanische Krisenbank: Bankia entschädigt Kleinanleger für Verluste

Bankia-Geldautomat in Madrid: Die Bank hat sich deutlich erholt Zur Großansicht
REUTERS

Bankia-Geldautomat in Madrid: Die Bank hat sich deutlich erholt

Die spanische Bankia geht auf ihre Kleinaktionäre zu. Sie sollen für Verluste beim Börsengang entschädigt werden - inklusive Zinsen. Inzwischen kann die Großbank sich das leisten.

Die spanische Bankia will einen Schlussstrich unter das unrühmliche Kapitel ihres Börsengangs 2011 ziehen. Die Großbank plant, Tausende Kleinanleger für ihre Verluste zu entschädigen. Sie bekämen ihre Investments plus eine Zinszahlung von einem Prozent pro Jahr zurück, teilte das Kreditinstitut mit. Die gebildete Rückstellung in Höhe von 1,84 Milliarden Euro sei ausreichend.

Die vor vier Jahren verstaatlichte Großbank will sich damit eine Serie von Prozessen ersparen. Viele Kleinaktionäre hatten Klage eingereicht. Spaniens Oberster Gerichtshof hatte im Januar aufgrund von Unregelmäßigkeiten beim Börsengang von Bankia zwei Kleinaktionären das Recht zugesprochen, das in den Aktienerwerb investierte Geld zurückzuverlangen.

Der Börsengang beschäftigt weiter die Justiz. Der damaligen Bankia-Führung unter dem früheren IWF-Direktor Rodrigo Rato wird zur Last gelegt, dass das Geldhaus damals mit geschönten Daten an die Börse gegangen sei. Bankia hatte 2012 im Mittelpunkt der spanischen Bankenkrise gestanden. Damals musste das Geldhaus vom Staat mit 22,5 Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet werden.

Bankia macht wieder Gewinn

Das Institut war nach dem Platzen der spanischen Immobilienpreisblase zum Symbol für die immensen Probleme der spanischen Großbanken im Land geworden. Die Aktien wurden weitgehend wertlos. Nachdem viele faule Kredite aber in eine staatlich gestützte Auffanggesellschaft ausgelagert wurden, geht es wieder aufwärts. Zudem wurden die Kosten gesenkt. Mittlerweile ist Bankia wieder profitabel und kam 2015 auf einen Nettogewinn von gut einer Milliarde Euro, auch weil sich die spanische Wirtschaft zuletzt kräftig erholte.

Ein Fragezeichen steht weiterhin hinter der möglichen Entschädigung institutioneller Investoren, die sich an dem Börsengang beteiligt hatten. Hier hat Bankia noch keine Vorsorge getroffen, obwohl es ebenfalls Klagen gibt. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass auch die Profi-Anleger entschädigt werden müssen.

Der Staat hält noch 64 Prozent der Anteile an der Bank, will sich aber bis Ende 2017 davon trennen.

brt/Reuters/dpa

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Bevölkerung: 46,440 Mio.

Fläche: 505.968 km²

Hauptstadt: Madrid

Staatsoberhaupt:
König Felipe VI.

Regierungschef: Mariano Rajoy

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