Spanische Krisenbank Bankia fährt Milliardengewinn ein

Bankia gilt als Symbol der Finanzkrise in Spanien und kostete den Staat mehrere Milliarden Euro. Nun überrascht die Bank mit einem erheblichen Gewinnsprung.

Bankia Präsident Jose Ignacio Goirigolzarri: Hunderttausende Aktionäre verloren in der Bankenkrise ihr Geld
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Bankia Präsident Jose Ignacio Goirigolzarri: Hunderttausende Aktionäre verloren in der Bankenkrise ihr Geld


Das verstaatlichte spanische Geldinstitut Bankia hat seinen Gewinn deutlich gesteigert. Der Überschuss legte 2015 um knapp 40 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zu, wie Bankia mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten hingegen einen Rückgang erwartet. Die konjunkturelle Erholung im Land sorgte dafür, dass weniger Kredite platzten.

Die spanische Wirtschaft ist im vorigen Jahr so kräftig gewachsen wie seit 2007 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt kletterte um 3,2 Prozent und profitierte vom boomenden Tourismus, der Kauflaune der Verbraucher und anziehenden Exporten. Allein im vierten Quartal wies die Bank deswegen einen Überschuss von 185 Millionen Euro aus, nach einem Verlust von 50 Millionen Euro im selben Quartal des Vorjahres. An der Börse zogen Bankia-Aktien zu Wochenbeginn um sieben Prozent an.

Das Institut ist nach der geplatzten Immobilienpreisblase zum Symbol für die spanische Bankenkrise geworden. Kaum ein Jahr nach dem Börsengang musste die Bank vom Steuerzahler vor dem Kollaps gerettet werden. Hunderttausende Kleinaktionäre verloren dabei Geld.

In den vergangenen drei Jahren hat Bankia aber kontinuierlich Fortschritte gemacht. Die Regierung in Madrid hält noch 64 Prozent der Aktien. Bis Ende 2017 ist der Ausstieg geplant. Bei einem Aktienkurs von weniger als 1,35 Euro ist dies allerdings nur mit Verlusten möglich.

asc/Reuters

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