Spanische Krisenbank Bankia zahlt Kleinanlegern 1,2 Milliarden Euro

Bankia soll ihre Anleger beim Börsengang mit "schwerwiegenden Ungenauigkeiten" in die Irre geführt haben. Nun entschädigt die spanische Bank ihre Anteilseigner mit einer Milliardenzahlung.

Bankia-Geldautomat in Madrid
REUTERS

Bankia-Geldautomat in Madrid


Die spanische Großbank Bankia hat Zehntausende Kleinanleger für Fehler in ihrem Börsengang im Jahr 2011 entschädigt. Bankia habe an mehr als 190.000 Anteilseigner insgesamt 1,2 Milliarden Euro ausgezahlt, teilte das Geldinstitut mit. Nach Auffassung des spanischen Obersten Gerichtshofs hatte Bankia Anleger beim Börsengang mit "schwerwiegenden Ungenauigkeiten" zu ihren Finanzdaten in die Irre geführt.

Rund 30.000 Fälle müssen laut Bankia noch geregelt werden. Die Entschädigungssumme dafür betrage insgesamt rund 400 Millionen Euro. Insgesamt hatte das Geldinstitut für die Entschädigungen 1,84 Milliarden Euro zurückgelegt.

Symbol für die Finanzkrise in Spanien

Die Bank will mit den Entschädigungen Rechtsstreitigkeiten beenden. Die heute viertgrößte Bank Spaniens war 2010 durch den Zusammenschluss von sieben angeschlagenen Sparkassen entstanden. Im Mai 2012 musste das Institut schließlich selbst verstaatlicht werden und wurde so zum Symbol für die Finanzkrise in Spanien. Nur wenige Monate zuvor war sie an die Börse gegangen. Mittlerweile ist Bankia wieder profitabel und kam 2015 auf einen Nettogewinn von gut einer Milliarde Euro.

Der ehemalige Chef der Bankia, Rodrigo Rato, und 32 ehemalige Manager müssen sich vor Gericht wegen Betrugs, Geldwäsche und Urkundenfälschung verantworten. Zudem soll Rato und weiteren Managern wegen Veruntreuung der Prozess gemacht werden, weil sie Kreditkarten der Bank in unbegrenzter Höhe und ohne Kontrolle nutzten.

kpa/AFP



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