US-Veto wegen Sicherheitsbedenken Obama stoppt Verkauf deutscher Firma an China

Das Weiße Haus hat ein Veto gegen die chinesische Übernahme des deutschen Maschinenbauers Aixtron eingelegt. Die Amerikaner fürchten, die Chinesen könnten die Firma auch militärisch nutzen.

Konzernzentrale in Herzogenrath
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Konzernzentrale in Herzogenrath


Die geplante Übernahme des deutschen Spezialmaschinenbauers Aixtron durch ein chinesisches Unternehmen ist am Einspruch von US-Präsident Barack Obama gescheitert. Das Weiße Haus blockiere wegen nationaler Sicherheitsbedenken das Geschäft, teilte die US-Regierung am Freitag mit.

Hintergrund für das US-Veto sind Befürchtungen, dass Aixtron-Produkte auch militärisch genutzt werden könnten. Aixtron werte sich gegen die Annahme: "Unsere Anlagen stellen kein Sicherheitsrisiko dar", hieß es.

An der Börse verloren die im TecDax gelisteten Aixtron-Aktien zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent und setzten damit den Absturz der vergangenen Wochen fort.

Die US-Regierung hat ein Mitspracherecht, weil das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen auch eine Zweigstelle in Kalifornien mit rund hundert Mitarbeitern hat. Die Behörde CFIUS hatte sich Mitte November klar gegen die Übernahme durch die Chinesen ausgesprochen, den Fall aber an das Weiße Haus weiterverwiesen.

Bundesregierung will unabhängig entscheiden

Inwieweit sich die Bundesregierung über ein US-Veto hinwegsetzen kann, ist offen. Ein Ministeriumssprecher betonte, sein Haus entscheide unabhängig.

Es wäre erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert. Die Frist für die Obama-Entscheidung läuft am frühen Samstagmorgen deutscher Zeit ab.

Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment (GCI), hinter dem staatlich kontrollierte Fonds stecken, hatte im Mai eine Übernahmeofferte über 670 Millionen Euro vorgelegt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte dem Deal zunächst zugestimmt, seine Unbedenklichkeitserklärung aber später widerrufen und eine erneute Prüfung angekündigt.

Aixtron stellt mit seinen gut 700 Beschäftigten Maschinen für die Chipindustrie her und steckt seit Langem wegen einer schwachen Auftragslage in der Krise. Chinesische Investoren griffen zuletzt verstärkt nach deutschen Mittelständlern und Technologieunternehmen.

sun/dpa

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maxi.koch99 02.12.2016
1. So weit schon
Jetzt muss also schon ein anderes Land unsere Regierung darauf Aufmerksam machen dass es eventuell eine dumme idee is die gesamte wirtschaft unseres Landes zu verkaufen die brauchen wir eventuell noch
solapgir 02.12.2016
2. Freie Marktwirtschaft
Und Globalisierung lässt grüßen ! Lieber Erdogan wählen als in diesem System der Unterwerfung leben
humptata 03.12.2016
3. So so, der Verkauf einer deutschen an eine chinesische Firma wird von den USA blockiert
Wird nicht immer wieder behauptet, die Bundesrepublik Deutschland sei ein eigenständiges Land?
niklot1147 03.12.2016
4. Ungeheuerlich
"Das Weiße Haus verbietet den Verkauf eines deutschen Unternehmens an China"? Das kann, das darf doch nicht wahr sein. Diese Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ist unerträglich. Wer sind wir eigentlich, dass wir uns das gefallen lassen, ohne eine geharnischte Antwort zu geben, in der wir uns diese Einmischung ein für allemal verbitten! Jetzt muss der Verkauf allein schon deshalb statt finden, um unsere Unabhängigkeit zu beweisen. Europa und Deutschland würden besser fahren, wenn sie sich endlich auf die eurasische Partnerschaft von Lissabon bis Wladiwostok orientieren würden. Ich bin für eine friedliche Zukunft mit Wohlstand für alle.
dietereisen 03.12.2016
5. meine Meinung
Also ich muss ja ehrlich sagen,.. mein erster Gedanke war: Ja, gut so!! Für meinen Geschmack werden sowieso zu viele deutsche Unternehmen von "speziell" den Chinesen übernommen. Wie heißt es doch so schön.. Wenn man nix im Boden hat, muss man was im Kopf haben! Nun,.. warum also das überaus Wertvolle Knowhow für dritte quasi frei zugänglich machen und sich somit selbst schwächen?? Das ist mir schon bei der Firma KUKA zuletzt sauer aufgestoßen. Kann sein das mir da der Weitblick nun fehlt.. aber für mich persönlich ist es einfach nicht nachvollziehbar. Von daher, begrüße ich die Entscheidung der USA.
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