Erste Frau im Vorstand Siemens trennt sich von Barbara Kux

Barbara Kux war die erste Frau im Siemens-Vorstand - nun steht sie offenbar vor dem Aus bei dem Industriekonzern. Der Vertrag der Schweizerin wird Zeitungsberichten zufolge nicht verlängert. Sie galt als die bestbezahlte Managerin Deutschlands.

Siemens-Vorstand Barbara Kux: Nach vier Jahren ist Schluss
DDP

Siemens-Vorstand Barbara Kux: Nach vier Jahren ist Schluss


Hamburg/München - Sie gilt als die bestverdienende Frau in einem Dax-Unternehmen: Der Elektrokonzern Siemens trennt sich von seiner ersten Frau im Vorstand. Der Siemens-Aufsichtsrat werde in seiner nächsten Sitzung am 28. November beschließen, den im November 2013 auslaufenden Vertrag von Einkaufsvorstand Barbara Kux nicht zu verlängern, berichten "Financial Times Deutschland" und "Süddeutsche Zeitung" übereinstimmend. Ein Siemens-Sprecher wollte die Berichte nicht kommentieren.

Vor vier Jahren war Kux als erste Frau in der 160-jährigen Geschichte des Konzerns in den Vorstand eingezogen. Im Jahr 2011 soll sie laut dem Magazin "Capital" 3,9 Millionen Euro verdient haben und damit die bestbezahlte Managerin Deutschlands gewesen sein. Hauptaufgabe der Schweizerin war es, dem Konzern mit einer Einkaufsinitiative Geld zu sparen und dafür etwa die Anzahl der Lieferanten zu reduzieren.

Kux soll sich den Berichten zufolge im Konzern wenig Freunde mit der Restrukturierung des Einkaufs gemacht haben. Vor allem durch dessen Zentralisierung sollte Siemens Chart zeigen weniger Geld ausgeben. Wie viel der Konzern damit tatsächlich eingespart hat, wurde nie öffentlich. Jedenfalls hat sich die Zahl der Lieferanten von rund 113.000 im Jahr 2008 auf zuletzt rund 90.000 reduziert. Die Chefs der einzelnen Siemens-Sektoren wehrten sich aber gegen eine zu starke Bündelung des Einkaufs.

Kux konzentriert sich nun auf Aufsichtsratsmandate

Vorstandschef Peter Löscher hatte erst kürzlich ein sechs Milliarden Euro schweres Sparprogramm für den Konzern ausgerufen. Drei Milliarden will Löscher davon allein im Einkauf einsparen. Nun sollen sich Entwickler und Einkäufer enger absprechen und schon bei der Konstruktion stärker auf die Kosten schauen.

Kux wiederum hatte den schon seit einiger Zeit kursierenden Gerüchten um ihre Ablösung vor kurzem neue Nahrung gegeben: Bei einer Konferenz in Zürich sagte sie in der vergangenen Woche, dass sie sich künftig auf Aufsichtsratsmandate konzentrieren wolle. Beim Ölkonzern Total Chart zeigen hat sie bereits einen solchen Posten inne.

Zu dem bevorstehenden Abschied bei Siemens passt auch, dass sich Kux Mitte November von einem größeren Aktienpaket getrennt hat. Der Verkauf von gut 6800 Siemens-Papieren brachte der Managerin mehr als eine halbe Million Euro ein.

Mit dem Abgang von Kux würde nur noch eine Frau im Vorstand von Siemens sitzen: Die Österreicherin Brigitte Ederer ist bei dem Münchner Konzern Personalvorstand.

fdi/dpaAFX



insgesamt 36 Beiträge
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tubaner 21.11.2012
1. Prognose
Im Vorstand eines Dax-Konzerns wird ein Mitglied ausgetauscht, ein ganz normaler Vorgang also. Weil es aber eine Frau ist, wird sich hier trotzdem eine ellenlange Diskussion über die vermeintliche Diskriminierung von Frau Kux entwickeln, vornehmlich von Leuten die den Artikel gar nicht gelesen haben und folglich auch nichts von ihren eigenen Zukunftsplänen wissen. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren :)
loncaros 21.11.2012
2.
Ich werde wohl nie verstehen, wie man so einen Job machen kann, und so ganz nebenbei noch in irgendwelchen Aufsichtsräten sitzen kann...
sexobjekt 21.11.2012
3.
Zitat von sysopDDPBarbara Kux war die erste Frau im Siemens-Vorstand - nun steht sie offenbar vor dem Aus bei dem Industriekonzern. Der Vertrag der Schweizerin wird Zeitungsberichten zufolge nicht verlängert. Sie galt als die bestbezahlte Managerin Deutschlands. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/barbara-kux-siemens-trennt-sich-von-managerin-a-868418.html
Die Frau wurde ganz klar von Ihren Vorstandskollegen rausgeboxt. Es braucht ein gesondertes Vertragsrecht, das klar für die Gleichberechtigung für Frauen in Vorständen steht. Notfalls auch mit Quoten für eine Vertragsverlängerung von Frauen.
KT712 21.11.2012
4. Vorschlag
Zitat von sysopDDPBarbara Kux war die erste Frau im Siemens-Vorstand - nun steht sie offenbar vor dem Aus bei dem Industriekonzern. Der Vertrag der Schweizerin wird Zeitungsberichten zufolge nicht verlängert. Sie galt als die bestbezahlte Managerin Deutschlands. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/barbara-kux-siemens-trennt-sich-von-managerin-a-868418.html
Ich formuliere es mal politisch korrekt: Irgendwann stößt jede an ihre Grenzen...
herbert_schwakowiak 21.11.2012
5.
Zitat von sysopDDPBarbara Kux war die erste Frau im Siemens-Vorstand - nun steht sie offenbar vor dem Aus bei dem Industriekonzern. Der Vertrag der Schweizerin wird Zeitungsberichten zufolge nicht verlängert. Sie galt als die bestbezahlte Managerin Deutschlands. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/barbara-kux-siemens-trennt-sich-von-managerin-a-868418.html
Na klar, die müssen doch ihre alten Schmiergeld-Vereinbarungen einhalten ;-)
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