Bizarrer Bonus: Barclays zahlt Steuerschulden ihres Bankchefs

Die britische Barclays-Bank steht im Kreuzfeuer der Kritik: Das Institut hat seinem Chef Bob Diamond nicht nur 18 Millionen Euro Gehalt gezahlt - sondern zusätzlich noch eine millionenschwere Steuerschuld von ihm beglichen. Jetzt laufen Anleger Sturm gegen den bizarren Bonus.

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REUTERS

Barclays-Chef Diamond: Wirbel um Bonuspaket

Hamburg - Bei der britischen Bank Barclays ist kürzlich ein Brandbrief eingetrudelt. Laut "Wall Street Journal" stammt er von der mächtigen Association of British Insurers (ABI), die die Interessen von mehr als 300 Versicherungen in Großbritannien vertritt. Anleger kritisieren demnach eine ziemlich ungewöhnliche Bonusregelung für Bankenchef Bob Diamond.

Der hat 2011 nicht nur ein Gesamtgehalt von umgerechnet rund 18 Millionen Euro erhalten - die Bank hat im selben Abwasch auch noch eine alte Steuerschuld von ihm übernommen und beglichen. Die Rechnung belief sich auf gut sieben Millionen Euro. Die Steuerschuld kam dadurch zustande, dass Diamond teils in den USA und teils in England arbeitet.

Laut "Wall Street Journal" verschickte der ABI deshalb eine eilige Warnmitteilung an seine Anleger. Diese sollen am 27. April über Diamonds Gehalt abstimmen. Barclays kommentierte den Brandbrief mit kargen Worten. Man habe ausgiebige Gespräche mit Investoren geführt. Man habe die darin aufgeworfenen Bedenken und Fragen zur Kenntnis genommen, teilte die Bank mit.

Diamonds Gehalt indes erscheint fürstlich - vor allem da der Gewinn der Bank im vergangenen Jahr um acht Prozent zurückgegangen war. Die Entlohnung kann sich mit den Vorstandsvergütungen anderer Großbanken messen. JPMorgan-Chef Jamie Dimon etwa hatte 2011 mehr als 23 Millionen Dollar verdient. Der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und sein Nachfolger Anshu Jain dagegen verdienten 2011 mit 9,35 beziehungsweise 9,77 Millionen Euro erheblich weniger.

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1. Und wieder einen Kunden weniger
gsm1800 12.04.2012
Zitat von sysopDie britische Barclays-Bank steht im Kreuzfeuer der Kritik: Das Institut hat seinem Chef Bob Diamond nicht nur 18 Millionen Euro Gehalt gezahlt - sondern zusätzlich noch eine millionenschwere Steuerschuld von ihm beglichen. Jetzt laufen Anleger Sturm gegen den bizarren Bonus. Bizarrer Bonus: Barclays zahlt Steuerschulden ihres Bankchefs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827086,00.html)
kann ma dene ja nett aufs Brot schmieren.
2. Neiddebatte
juan777 12.04.2012
Zitat von sysopDie britische Barclays-Bank steht im Kreuzfeuer der Kritik: Das Institut hat seinem Chef Bob Diamond nicht nur 18 Millionen Euro Gehalt gezahlt - sondern zusätzlich noch eine millionenschwere Steuerschuld von ihm beglichen. Jetzt laufen Anleger Sturm gegen den bizarren Bonus. Bizarrer Bonus: Barclays zahlt Steuerschulden ihres Bankchefs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,827086,00.html)
Es schon eine komische Welt. Ich hab ja nichts dagegen, das diese "Supermann-Manager" 1-2 Millionen im Jahr verdienen... wofür auch immer, aber 8 bis 23 Millionen ist schon pervers. Man muß sich nur die Statistik der Gehälter der letzten 8 Jahre anschauen... dort sieht man den Trend das die Gehälter um das dreifache bis vierfache gestiegen sind!? Nicht einmal im Profisport sind solche Tendenzen zu erkennen. Wer kann denn sagen in den letzen 8 Jahren hat sich mein Gehalt verdreifacht? Was macht diese Manager so unbezahlbar? Wenn man sich die Führungsstruktur der Großkonzerne anschaut, sieht man, das die vom unteren Management und mittleren Management 10-20 Jahre im Konzern tätig sind und das die Spitze fünfjährig wechselt!? Wieso? Es wird in vielen Großkonzernen gemunkelt, je höher die Position im Management ist, desto weniger ist die Kernkompetenz im Bereich Produktherstellung, Firmen-Know-how und Branchenwissen. Am Ende steht der Ökonom-Vorsitzende mit seinen 8 Millionen Salär und belaubigt die beschlossenen Maßnahmen seiner untergebenen. Was kann man alleine an der Spitze in einem Konzern mit 100 Standorten groß bezwecken? Die Antwort der Supermann-Manager: Leitlinien Die häufigsten Leitlinien der letzten Jahre: -Outsourcing -Personalabbau -Expansion..bei vielen ist Expansion=Outsourcing -Firmenumstrukturierung durch Zerschlagung des Konzerns in 100 "eigenständige Firmen" zecks zur Optimierung(Erhöhung) des Outsourcing´s und Personalabbau`s -Mehr Wirtschaftsprüfer beauftragen um Outsourcing und Personalabbau zu optimieren(erhöhen) Diese Leitlinien haben sich die Auserwählten patentieren lassen und ziehen von Konzern zu Konzern von Branche zu Branche um sich diese fürstlich zu entlohen lassen
3.
malekith 12.04.2012
Ohne den Herren jetzt verteidigen zu wollen, die Vorstandgehälter in Großunternehmen sind weit jenseits dessen was ökonomisch und politisch zu verantworten sind: Dieser Vorgang ist vollkommen normal. Ich habe in meinem Arbeitsvertrag auch eine Klausel, dass mein Arbeitgeber die Steuerschuld übernimmt, sollte ich aufgrund meines Einsatzortes in einem anderen Land steuerpflichtig werden. Das ist eine vollkommen normale und an sich auch sinnvolle Klausel in international agierenden Unternehmen, der einzige Grund warum das eine Nachricht wert ist, ist eben die Höhe der Bezüge (woraus natürlich eine entsprechende Höhe der Steuerforderung resultiert)
4. Das...
unemployed50 12.04.2012
[Zitat][QUOTE=juan777;10004738]Es schon eine komische Welt. Ich hab ja nichts dagegen, das diese "Supermann-Manager" 1-2 Millionen im Jahr verdienen... wofür auch immer, aber 8 bis 23 Millionen ist schon pervers. Man muß sich nur die Statistik der Gehälter der letzten 8 Jahre anschauen... dort sieht man den Trend das die Gehälter um das dreifache bis vierfache gestiegen sind!? Nicht einmal im Profisport sind solche Tendenzen zu erkennen. Wer kann denn sagen in den letzen 8 Jahren hat sich mein Gehalt verdreifacht? Was macht diese Manager so unbezahlbar? Wenn man sich die Führungsstruktur der Großkonzerne anschaut, sieht man, das die vom unteren Management und mittleren Management 10-20 Jahre im Konzern tätig sind und das die Spitze fünfjährig wechselt!? Wieso? Es wird in vielen Großkonzernen gemunkelt, je höher die Position im Management ist, desto weniger ist die Kernkompetenz im Bereich Produktherstellung, Firmen-Know-how und Branchenwissen. Am Ende steht der Ökonom-Vorsitzende mit seinen 8 Millionen Salär und belaubigt die beschlossenen Maßnahmen seiner untergebenen. Was kann man alleine an der Spitze in einem Konzern mit 100 Standorten groß bezwecken? Die Antwort der Supermann-Manager: Leitlinien Die häufigsten Leitlinien der letzten Jahre: -Outsourcing -Personalabbau -Expansion..bei vielen ist Expansion=Outsourcing -Firmenumstrukturierung durch Zerschlagung des Konzerns in 100 "eigenständige Firmen" zecks zur Optimierung(Erhöhung) des Outsourcing´s und Personalabbau`s -Mehr Wirtschaftsprüfer beauftragen um Outsourcing und Personalabbau zu optimieren(erhöhen) Diese Leitlinien haben sich die Auserwählten patentieren lassen und ziehen von Konzern zu Konzern von Branche zu Branche um sich diese fürstlich zu entlohen lassen[Zitat] ....ist schlicht und ergreifend die Wahrheit. Diese Leute sind in den seltensten Fällen "ihr Geld wert". Gruß HP
5.
CashFloh 12.04.2012
Zitat von juan777Was macht diese Manager so unbezahlbar?
Ja was denn ? Ich tipp mal auf Angebot und Nachfrage, die Grundformel jeder Preisbildung in einem kapitalistischem System. Ein Riesenangebot an "Top-Managern", die sich diesen Job zumuten und ihn auch mehr oder weniger können, gibt es nunmal nicht. Ich bin jedenfalls froh, daß ich das nicht machen muss, auch nicht für das Geld. Außerdem muß ich diesen Herren auch nicht bezahlen, ich bin da weder Kunde noch Aktionär. Allenfalls als Steuerzahler, wenn' wieder mal kracht. Aber das ist ja politisch so gewollt.
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