Neues Vergütungsmodell Barclays-Banker sollen Sozial-Boni bekommen

Bislang werden Banker dafür belohnt, dass sie den Profit steigern. Die Skandalbank Barclays will das jetzt ändern: Künftig sollen auch soziales oder umweltfreundliches Verhalten honoriert werden

Barclays-Zentrale in London: Belohnung für bürgerschaftliches Engagement
dapd

Barclays-Zentrale in London: Belohnung für bürgerschaftliches Engagement


New York - Die britische Bank Barclays kann eine Image-Politur gut brauchen. Wegen der Manipulationen des Interbanken-Zinses Libor wurde sie in den USA kürzlich mit einer Geldbuße von 450 Millionen Dollar belegt. Bankchef Bob Diamond und der Leiter des operativen Geschäfts mussten wegen des Skandals abtreten.

Mit einem neuen Vergütungsmodell wirbt Diamonds Nachfolger Antony Jenkins nun um Sympathien: Die Barclays Chart zeigen-Mitarbeiter künftig auch nach ihrem sozialen Verhalten beurteilt und bezahlt werden.

Jenkins kündigte für die kommenden sechs bis zwölf Monate die Einführung entsprechender Instrumentarien an, mit der die Auswirkungen der Arbeit etwa auf die Umwelt, die Aktionäre, die Kunden oder die Kollegen festgehalten werden sollen. Auch bürgerschaftliches Engagement solle in die Gehaltsfindung mit einfließen, sagte Jenkins bei einer Veranstaltung der Global Initiative des früheren US-Präsidenten Bill Clinton.

Durch die Finanzkrise ist die Kritik an hohen Bonuszahlungen deutlich gewachsen. Abgesehen von der Frage, ob die Belohnungen angesichts der Milliardenverluste im Finanzsektor berechtigt sind, können Boni riskantes und kurzsichtiges Verhalten fördern. Dennoch ist ihre Höhe in den vergangenen Jahren weiter gestiegen.

dab/Reuters



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