Jagd auf Whistleblower Barclays-Chef muss 640.000 Pfund zahlen

Als Chef des Bankhauses Barclays versuchte Jes Staley den Verfasser eines Beschwerdebriefs aufzuspüren. Wegen der Suche nach dem Hinweisgeber ist gegen den Manager nun eine Geldstrafe verhängt worden.

Jes Staley
AFP

Jes Staley


Eine Strafe muss Jes Staley zahlen, den Job darf er aber behalten: Für sein Fehlverhalten in der sogenannten Whistleblower-Affäre muss der Chef der britischen Bank Barclays Chart zeigen eine Geldstrafe von umgerechnet mehr als 730.000 Euro bezahlen. Der Manager habe nicht so agiert, wie es einem Vorstandschef im Umgang mit anonymen Tippgebern gebühre, teilte die Finanzaufsicht FCA in London mit.

Einem Behördensprecher zufolge handelt es sich um die dritthöchste Geldbuße, die bislang gegen Einzelpersonen verhängt wurde. Weil er früh mit den Behörden zusammenarbeitete, konnte er laut Nachrichtenagentur Reuters die Summe noch um 30 Prozent senken. Die Bank kündigte demnach aber an, zusätzlich 500.000 Pfund Gehalt von Staley aus dem Jahr 2016 zurückzuverlangen.

Die behördliche Strafzahlung von exakt 642.430 britischen Pfund entspricht in etwa nur einem Zehntel von Staleys Jahresgehalt. Dass der Manager seinen Job weiterhin ausüben darf, hatten die Aufseher ihm bereits im April zugebilligt.

Staley hatte vor zwei Jahren einen Verfasser anonymer Beschwerdebriefe aufspüren wollen - und dabei die Konzernsicherheit eingeschaltet. Der Autor der Briefe hatte Vorwürfe gegen einen frisch eingestellten Manager erhoben. Staley empfand diese als unfaire persönliche Attacke.

Hinweisgeber - sogenannte Whistleblower - genießen im angelsächsischen Raum einen besonderen Schutz. Der Mitarbeiter hatte sich im Rahmen eines Whistleblower-Programms geäußert, das Informanten eigentlich Anonymität zusichert.

apr/dpa-AFX



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joG 11.05.2018
1. Das ist eine der Gründe.....
....weshalb London ein besser Standort für Bankgeschäfte ist. Vergehen werden weit besser verfolgt und bestraft. Die Rechtssicherheit ist einfach größer.
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