Aktiengeschäfte: Großbank Barclays soll deutschen Fiskus geprellt haben

Hat Barclays die deutschen Steuerbehörden geschädigt? Diesem Verdacht geht laut "Süddeutscher Zeitung" das Bundesfinanzministerium nach. Die britische Großbank weist den Vorwurf zurück.

Barclays-Zentrale in London: Im Visier der deutschen Finanzbehörden Zur Großansicht
DPA

Barclays-Zentrale in London: Im Visier der deutschen Finanzbehörden

München - Es geht um bis zu 280 Millionen Euro jährlich: Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht das Bundesfinanzministerium dem Verdacht nach, die britische Großbank Barclays könne mit Handelspartnern den deutschen Fiskus über trickreiche Aktiengeschäfte in großem Ausmaß geschädigt haben.

Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben des Bundesministeriums vom Mai 2012, in dem die Obersten Finanzbehörden der Bundesländer aufgefordert werden zu prüfen, ob ein hinreichender Anfangsverdacht für eine Steuerhinterziehung bestehe.

Laut "Süddeutscher Zeitung" soll es bisher aber keine staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geben, sondern nur ein Prüfverfahren der Finanzbehörden. Es solle untersucht werden, ob die Großbank etwaige Schäden zurückzahlen muss. Die Aufklärung dieser Fälle sei sehr zeitaufwendig, teilte das Bundesfinanzministerium demach mit. Die Sachverhalte seien "äußerst komplex".

Barclays teilte dem Bericht zufolge mit, man habe in Einklang mit den Gesetzen gehandelt und weise alle Andeutungen von Fehlverhalten entschieden zurück.

Bei den fraglichen Geschäften geht es laut "Süddeutscher Zeitung" um den Handel mit Aktien kurz vor und nach der Ausschüttung von Dividenden. Angeblich gab es bei Barclays interne Anweisungen, wie mit komplizierten Geschäften erreicht werden könne, dass die Bundesrepublik mehr Steuern erstatte als die Bank zuvor überhaupt gezahlt hatte. Auch andere Geldinstitute sollen diesbezüglich überprüft werden.

hut

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