Harter Sparkurs Barclays will 3700 Stellen streichen

Die skandalgeschüttelte Großbank Barclays will im laufenden Jahr mindestens 3700 Stellen streichen. Das Unternehmen muss für das abgelaufene Jahr einen Milliardenverlust einräumen - und kündigt ein großangelegtes Sparprogramm an.

Barclays-Zentrale in London (links): Eine Milliarden Pfund Verlust
AFP

Barclays-Zentrale in London (links): Eine Milliarden Pfund Verlust


London - Die britische Barclays-Bank streicht 3700 Stellen. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins am Dienstag in London bekannt. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze werden im Investmentbanking gestrichen. Gleichzeitig wurde der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent gekürzt.

Die Streichungen sind Teil eines großangelegten Sparprogramms: Bis 2015 sollen dann die jährlichen Kosten um 1,7 Milliarden auf 16,8 Milliarden Pfund sinken.

Barclays war in jüngster Zeit in eine Reihe von Bankenskandalen verwickelt, darunter die Manipulation des international bedeutenden Referenzzinssatzes Libor. Zudem wird untersucht, ob die Rettung der Bank in der Finanzkrise 2008 durch einen Staatsfonds aus Katar mit rechten Dingen abgelaufen ist.

Die Bank mit weltweit rund 140.000 Beschäftigten rutschte im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen. Barclays teilte am Dienstag mit, der Verlust belaufe sich auf 1,04 Milliarden Pfund - im Jahr 2011 hatte die Bank noch drei Milliarden Pfund Gewinn gemacht.

Barclays hat seit August 2012 eine neue Führung. Die frühere Spitze war nach Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Interbanken-Zinsen zurückgetreten. Mitarbeiter der Bank und weiterer Finanzinstitute sollen zwischen 2005 und 2009 Zinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen, unerlaubt beeinflusst haben. Die Bank zahlte umgerechnet rund 360 Millionen Euro, um die Ermittlungen gegen sie zu beenden.

stk/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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kdshp 12.02.2013
1. Stellen streichen
Zitat von sysopAFPDie skandalgeschüttelte Großbank Barclays will im laufenden Jahr mindestens 3700 Stellen streichen. Das Unternehmen muss für das abgelaufene Jahr einen Milliardenverlust einräumen - und kündigt ein großangelegtes Sparprogramm an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/barclays-will-3700-stellen-streichen-a-882800.html
...unter anderem werden die bonis des vorstandes angehoben!
condor99 12.02.2013
2. Immer das Selbe,
um die Bilanz zu verbessern werden jene entlassen die die Arbeit verrichten. Die für das Dilemma verantwortlichen Manager loben sich in den Himmel und heben ihre Boni an. Wäre es nicht sinnvoller die Manager zu feuern und sich am Arbeitsmarkt neue zu beschaffen. Dabei könnte man bei gleicher Vorgehensweise wie bei den unteren Rängen das Einstiegsgehalt drastisch absenken, gibt ja genug die den Job auch für weniger machen würden.
wibo2 12.02.2013
3. Die Banken sollen Barauszahlungen für ihre Löhne, Boni und Dividenden zurückhalten
Zitat von sysopDPADie Zeit der unbegrenzten Bankerboni könnte bald vorbei sein. Laut einem Agenturbericht arbeiten die EU-Staaten an einer Regelung, um die bisher oft exorbitant hohen Gehälter zu begrenzen. Die irische Ratspräsidentschaft hat dazu einen Vorschlag vorgelegt - doch aus London droht Widerstand. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-staaten-wollen-boni-fuer-banker-begrenzen-a-882756.html
Es ist jetzt höchste Zeit, z.B. die Verluste aus Darlehen zu erkennen und konsequent Zombie-Banken zu schließen. Wenn die Verluste aus faulen Krediten ignoriert werden, dann führen schwache Banken einfach ihr risikoreiches Geschäft inkompetent weiter. Der einfachste Weg, das Finanzsystem zu stabilisieren ist, die Banken daran zu hindern, Bar-Auszahlungen an Banker und Aktionäre zu machen. Die Banken sollen besser ihre Gewinne solange zurückbehalten, bis sie wieder mehr Eigenkapital haben. Mehr ihre Gewinnrücklagen nutzen für die Finanzierung der Risiken der Banken ist jetzt alternativlos und systemisch erforderlich.
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