Weltgrößter Chemiekonzern BASF beglückt Aktionäre trotz Gewinneinbruch

Die niedrigen Rohstoffpreise drücken auf die Gewinne von BASF. Der Ludwigshafener Chemiekonzern kürzt seine Investitionen um ein Fünftel. Trotzdem schüttet er mehr an seine Aktionäre aus.

BASF-Werk in Ludwigshafen: Investitionen werden um eine Milliarde gekappt
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BASF-Werk in Ludwigshafen: Investitionen werden um eine Milliarde gekappt


Die stark gesunkenen Rohstoffpreise haben dem weltgrößten Chemiekonzern BASF zugesetzt. Im vergangenen Jahr brach der Nettogewinn des Ludwigshafener Unternehmens im Vergleich zu 2014 um 22,7 Prozent auf vier Milliarden Euro ein.

Auch der Umsatz ging um fünf Prozent auf 70,4 Milliarden Euro zurück. "Im Jahresverlauf ließ die Dynamik der Weltwirtschaft spürbar nach", teilte BASF-Chef Kurt Bock mit.

Auch für 2016 rechnet BASF Chart zeigen mit schwierigen Rahmenbedingungen. "Die Risiken für die Weltwirtschaft steigen weiter", erklärte Bock. Das Jahr habe mit viel Unsicherheit und Turbulenzen der Rohstoff- und Aktienmärkte begonnen.

Die globale Chemieproduktion werde 2016 deshalb voraussichtlich leicht schwächer wachsen als 2015. BASF rechnet demnach besonders im Öl- und Gasgeschäft mit "deutlichen Ergebnisrückgängen".

Investitionen werden gekappt

Der Chemiekonzern will deshalb im laufenden Jahr deutlich weniger investieren. Für neue Projekte plane man im laufenden Jahr insgesamt rund 4,2 Milliarden Euro ein. Das wären eine Milliarde Euro weniger als im Vorjahr. Auch in den Jahren bis 2020 sollen die Investitionen niedriger ausfallen.

Seine Aktionäre wollte der Chemieriese dennoch nicht enttäuschen: Der Vorstand schlug vor, die Dividende von 2,80 Euro pro Aktie auf 2,90 Euro je Wertpapier zu erhöhen.

Wegen der höheren Gewinnausschüttung legte die Aktie des Chemieriesen am Morgen um drei Prozent auf mehr als 60 Euro zu und gehörte damit zu den größten Dax-Gewinnern. "In diesem schwierigen Umfeld die Dividende zu erhöhen, ist ein positives Signal", urteilte DZ-Bank-Analyst Peter Spengler.

BASF-Aktionäre hatten im vergangenen Jahr aber auch wenig Grund zur Freude: Die Aktie verlor fast ein Drittel ihres Werts.

Das Management rechnet angesichts der Konjunkturabkühlung in China und des Ölpreisverfalls im laufenden Jahr mit einem weiteren Ergebnisrückgang. Equinet-Analyst Michael Schäfer geht allerdings davon aus, dass schon viele schlechte Nachrichten in dem derzeitigen Kursniveau der BASF-Aktie verarbeitet sind.

ade/dpa/Reuters



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