Arbeitgeberverband Suckale wird mächtigste Chemie-Lobbyistin

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie wird erstmals in seiner Geschichte von einer Frau geführt: Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig die BASF-Arbeitsdirektorin Margret Suckale zur Präsidentin. Der Verband vertritt die Interessen der rund 1900 Unternehmen der chemischen Industrie.

Neue Chemieverbands-Chefin Margret Suckale: Erste Frau an der Spitze
BASF SE

Neue Chemieverbands-Chefin Margret Suckale: Erste Frau an der Spitze


Ludwigshafen - Vor mehr als 60 Jahren gründete die chemische Industrie die Vorläuferorganisation ihres Verbands BAVC und setzte seitdem ausschließlich Männer an die Spitze. Jetzt hat die Mitgliederversammlung einstimmig die BASF-Managerin Margret Suckale zur neuen Präsidentin gewählt, wie der Verband am Freitag in Ludwigshafen mitteilte. Suckale war zuvor Vize-Präsidentin des Verbands, der 1900 Unternehmen mit rund 550.000 Beschäftigten vertritt. Bis 2009 war sie Personalvorstand bei der Deutschen Bahn.

Suckale folgt auf BASF-Aufsichtsratschef Eggert Voscherau. Der 70-Jährige führte den Verband seit 2005. Suckale kam 2009 als erstes weibliches Vorstandsmitglied in der Geschichte der BASF nach Ludwigshafen, vorher war die 57-Jährige Personalvorstand bei der Bahn. Die Managerin sagte nach ihrer Wahl, ihr Ziel sei es, die Sozialpartnerschaft mit den Arbeitnehmern weiter zu stärken, um Interessenkonflikte konstruktiv auszugleichen.

Den Gesetzgeber forderte die BAVC-Chefin auf, die Macht von Spartengewerkschaften einzudämmen, die nur eine Berufsgruppe vertreten: "Wenn die Tarifeinheit nicht gesetzlich geregelt wird, haben wir - insbesondere in einigen dafür besonders anfälligen Branchen wie der Luftfahrt - ständig Streiks statt dauerhaften Betriebsfrieden." Die gute Sozialpartnerschaft in Deutschland sei ein Wettbewerbsvorteil, der nicht gefährdet werden dürfe.

Der BAVC feierte den Stabwechsel an seiner Spitze mit einem Festakt in Ludwigshafen. Unter den Gästen befanden sich neben dem Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, auch die früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD).

Schmidt lobte in einer Rede die Sozialpartnerschaft in der Chemie, die sich seit Jahrzehnten bewährt habe. Er rief die deutschen Unternehmen aber generell auf, sich nicht nur auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu konzentrieren und darüber die Abhängigkeit von der Nachfrage auf dem Weltmarkt sowie von Zulieferern auf der ganzen Welt zu ignorieren.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
jayram 07.06.2013
1. Gut trainiert
bei der Bahn, besonders während des Streiks der Lokomotivführer. Da hat Sie es ja verstanden die Streikenden in ein schlechtes Bild zu setzen und viele Medien haben an ihren Lippen gehangen.
brainpenetration 08.06.2013
2. Die Frau hat's richtig drauf!
Und ich dachte immer dass ich bisher schon die größtmögliche Verachtung für sie empfunden hab. Aber wie immer muss man feststellen: Es gibt für alles eine Steigerung.
Conny44 08.06.2013
3. Werden nur noch miese Typen gefördert?
Zitat von sysopBASF SEDer Bundesarbeitgeberverband Chemie wird erstmals in seiner Geschichte von einer Frau geführt: Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig die BASF-Arbeitsdirektorin Margret Suckale zur Präsidentin. Der Verband vertritt die Interessen der rund 1900 Unternehmen der chemischen Industrie. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/basf-vorstand-margret-suckale-wird-maechtigste-chemie-lobbyistin-a-904402.html
Suckale und Hansen, nichts Mieseres ist mir jemals als Unternehmen- und Gewerkschaftsvertreter vorgekommen. Die Taschen voll Geld gestopft und die Arbeitnehmer besch... über Jahre. Das ist das Holz, aus dem unsere Wirtschaft ihre Führungskräfte rekrutiert! Unter ihrer Mitwirkung wurde versucht beim Lokführerstreik mit Hilfe einer willigen Arbeitsrichterin, das Grundgesetz auszuhebeln. Was zum Glück nicht gelang, Dank dem konsequenten Verhalten der verantwortlichen Gewerkschaftführer und erschreckt aufmurmelnder Verfassungsrichter. DIESE Frauenbewegung in Spitzenpositionen stößt mich ab, widerlich!
Setra22 10.06.2013
4. Diese Frau...
...ist einfach nur peinlich. Aber sie hat mächtige Förderer und Gönner. Wir Bahnmitarbeiter leiden immer noch an dem Erbe ihr und dem "kleinen Napoleon" genannt Mehdorn.
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