Schlichtungsverfahren wahrscheinlich Tarifverhandlungen im Baugewerbe abgebrochen

Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich im Tarifkonflikt im Baugewerbe nicht einigen. Jetzt muss wohl Wolfgang Clement schlichten.

Bauarbeiter (Archiv)
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Die Tarifverhandlungen in der Bauwirtschaft sind nach der dritten Verhandlungsrunde ergebnislos abgebrochen worden. Arbeitgeber und Gewerkschaft IG Bau hatten sich nicht auf eine Lohnerhöhung einigen können. Strittig blieb auch das Tempo bei der Angleichung der Ost- an die Westlöhne.

Die Tarifkommission der IG Bau empfahl ihrem Bundesvorstand, das Scheitern der Verhandlungen zu erklären, teilte ein Sprecher mit. Folgt der Vorstand am kommenden Montag diesem Votum, wird ein Schlichtungsverfahren in Gang gesetzt. Als Schlichter für diesen Fall ist der frühere Bundesminister Wolfgang Clement bereits bestimmt. Er hat schon in früheren Tarifkonflikten im Baugewerbe erfolgreich geschlichtet. Sollte Clement binnen 14 Tagen keinen Kompromiss erreichen, drohen Streiks.

Arbeitgeber wollen langfristigen Tarifvertrag

Die Gewerkschaft hatte unter anderem sechs Prozent mehr Lohn für die rund 800.000 Bauarbeiter gefordert. Die Arbeitgeber hatten ein Gesamtvolumen von sechs Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten in Aussicht gestellt.

"Wir brauchen eine kräftige prozentuale Erhöhung", teilte der IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers mit. "Dazu sind die Arbeitgeber aber trotz hervorragender Baukonjunktur nicht bereit gewesen." Arbeitgeberverhandlungsführer Frank Dupré sagte: "Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit." Dem komme ein langfristiger Tarifvertrag entgegen. Dupré sagte, die Arbeitgeber seien weiterhin verhandlungsbereit.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes zieht sich eine Lösung ebenfalls weiter hin. Ver.di-Chef Frank Bsirske äußerte sich nach vorherigen Gesprächen bis tief in die Nacht allerdings zuversichtlich. "Wir sind einer Einigung nähergekommen", sagte er. Man habe eine Reihe von Hürden nehmen können. Es gebe aber noch weitere Fragen zu klären. Wenn es einen Tarifabschluss gebe, werde dieser "sehr komplex" sein.

brt/dpa/AFP

insgesamt 2 Beiträge
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duke_van_hudde 17.04.2018
1. die Firmen brauchen also Planungssicherheit
, dann kann man sich doch einfach auf 12 Prozent für 2 Jahre einigen. Klar ist das am Bau die Lage extrem gut ist und das die Firmen die Preise wenn nötig noch massiv weiter erhöhen könnten. Dazu kommt das die FIrmen nicht mehr genug Nachwuchs finden bei der jetzigen Lage. Auch da würden massiv höhere Löhne helfen. Hier geht es doch um was ganz anderes die Firmen wollen die stark gestiegenden Preise die sie durchsetzen konnten nicht zum Teil an die Arbeitnehmer weitergeben.
hajueberlin 17.04.2018
2. Richtig
Ich erinnere mich noch an die Löhne von vor der Maueröffnung. Danach kamen die "Kollegen", die für die Hälfte gearbeitet haben. Danach die " Kollegen" aus Ost-Europa, die für noch weniger Geld gearbeitet haben. Heute zahlt keiner mehr für Qualität. Hauptsache billig. Und die Chefs machen ihre Kohle mit der Ansage beim Kunden, das es keine Facharbeiter mehr gibt und nur sie noch welche haben. Lüge. Bezahlt die Leute entsprechend und ihr habt auch wieder Qualität in der Mannschaft.
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