Kriselnder Baukonzern Ex-Metro-Boss Cordes wird Aufsichtsratschef bei Bilfinger

Der frühere Metro-Chef Eckhard Cordes soll den Baukonzern Bilfinger mit aus der Krise führen. Der Manager übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

Manager Cordes (Archivbild): Neuer Job bei Bilfinger
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Manager Cordes (Archivbild): Neuer Job bei Bilfinger


Mannheim - Der Abgang des Chefs und mehrere Gewinnwarnungen haben den Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger in die Schlagzeilen gebracht. Nun soll ein neuer Aufsichtsratschef mithelfen, wieder Ruhe ins Unternehmen zu bringen. Der ehemalige Metro-Chef Eckhard Cordes ist zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestimmt worden, teilte Bilfinger mit.

Cordes ist Partner beim schwedischen Finanzinvestor Cevian, dem Großaktionär von Bilfinger. Cevian ist nun im Kontrollgremium mit zwei Personen vertreten und baut damit seine Macht bei Bilfinger weiter aus. Der Finanzinvestor hält mehr als ein Viertel an dem Konzern.

Cordes folgt auf den langjährigen Chefaufseher Bernhard Walter, der sein Aufsichtsratsmandat Anfang November niedergelegt hatte. Im August hatte der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch seinen Job als Vorstandschef abgegeben. Sein Nachfolger ist der frühere Bilfinger-Chef Herbert Bodner. 2014 sei wegen hohen Abschreibungen ein Verlust zu erwarten, warnte er zuletzt.

Nach vier Gewinnwarnungen und vier Rücktritten im Vorstand und im Aufsichtsrat seit August ist die Unsicherheit im Unternehmen groß. Die Dauerflaute im europäischen Kraftwerks- und Industriegeschäft im Zuge der Energiewende in Deutschland und der Billiggas-Boom in den USA hinterlassen zudem tiefe Spuren bei dem Konzern.

Bilfinger hat weltweit 70.000 Mitarbeiter. Diese müssen sich bereits auf den nächsten Wechsel im Management gefasst machen. Finanzchef Joachim Müller wird nur noch so lange bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist.

mmq/dpa/Reuters



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insgesamt 2 Beiträge
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olddreamer 11.11.2014
1. Hoch gepokert....und gottserbärmlich verloren!
Es ist doch gut, wenn man mit dem Geld anderer Leute einen bunten Gemischtwarenladen zusammenkauft, darum ein neues Schleifchen (sic!) bindet, und glaubt, das sei eine unternehmerische Heldentat. In der Zwischenzeit ist das vorhandene technische Bau-Know-How verdampft. Der Laden wird zum Non-Valeur! Chapeau! Messrs. Walter, Bodner, Koch, Müller etc. pp. !! Euch sollte man bei Wasser und Brot einsperren.
Erich91 11.11.2014
2. Keine Sorge
Die vorgenannten Herren, werden sicherlich schnellstens mit einem neuen Aufsichtsratspöstchen beglückt werden. Man hat doch sicherlich viele Freunde, da ist das doch kein Problem. Können muss man ja nix für so einen Posten.
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