Milliardendeal: Bayer will US-Vitaminkonzern kaufen

Amerikaner schlucken so viele Vitaminpillen wie sonst keine Nation - davon will Bayer profitieren: Der Aspirin-Hersteller kauft den US-Konzern Schiff Nutrition. Die Übernahme ist den Deutschen 1,2 Milliarden Dollar wert.

Bayer-Technologiezentrum: Transaktion muss noch genehmigt werden Zur Großansicht
dapd

Bayer-Technologiezentrum: Transaktion muss noch genehmigt werden

Leverkusen/Morristown - Cleverer Zukauf von Bayer: Der Pharma- und Chemiekonzern will sein Gesundheitsgeschäft mit der Übernahme des US-Konzerns Schiff Nutrition International ausbauen. Insgesamt solle der Kauf des Anbieters von Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln 1,2 Milliarden Dollar (920 Millionen Euro) kosten, teilte Bayer am Dienstag mit. Je Aktie liegt das Gebot bei 34 Dollar, zuletzt war die Aktie von Schiff 23,19 Dollar wert. Bayer HealthCare hat bereits einen Fusionsvertrag mit Schiff geschlossen.

Bayer gehört zu den globalen Größen im Geschäft mit rezeptfreien Präparaten und Gesundheitsprodukten. Zu den bekannten Bayer-Produkten zählen unter anderem Aspirin und das Magenmittel Rennie. Mit der Akquisition will Bayer sein Geschäft die Sparte weiter stärken. Konzernchef Marijn Dekkers betonte: "Das Schiff-Geschäft stärkt unsere Präsenz und Stellung in den USA deutlich, wo mehr verschreibungsfreie Produkte und Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden als in jedem anderen Land der Welt."

Die Transaktion steht allerdings noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Mit dem Vollzug wird aber bis Ende 2012 gerechnet. Die US-Firma hat rund 400 Beschäftigte, Sitz des börsennotierten Unternehmens ist Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah.

Genug Geld für die Übernahme dürfte der Konzern haben: Insgesamt legte der Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 9,7 Milliarden Euro zu - ein Plus von 11,5 Prozent. Im Agrochemiegeschäft (Cropscience) und im Gesundheitsgeschäft (Healthcare) habe sich der Aufwärtstrend fortgesetzt, teilte der Dax-Konzern weiter mit.

Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten in den USA aufgrund von Klagen im Zusammenhang mit den Antibabypillen Yaz und Yasmin zehrten allerdings am Überschuss. Weitere 205 Millionen Euro legte Bayer hierfür im Quartal zurück. Der Konzerngewinn schrumpfte deshalb um 17,8 Prozent auf 528 Millionen Euro. Zudem drückten 134 Millionen Euro an Kosten für Restrukturierungen den Gewinn.

yes/dpa/Reuters

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