Fusion mit Glyphosat-Hersteller Bayer verteidigt Monsanto-Kauf trotz Auflagen

Bayer spart durch die Fusion mit dem US-Agrarkonzern Monsanto weniger Geld als erhofft. Dennoch äußert sich die Unternehmensspitze vor der Übernahme zuversichtlich.

Bayer-Spitze: Werner Baumann und Werner Wenning
AFP

Bayer-Spitze: Werner Baumann und Werner Wenning


Bayer-Chef Werner Baumann hat die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto verteidigt. Er rechne trotz unerwartet hoher Auflagen durch die Wettbewerbshüter weiter mit einem zeitnahen Abschluss des Geschäfts, sagte er auf der Hauptversammlung in Bonn. "Nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit haben wir fast alle entscheidenden Freigaben erhalten. Wir gehen davon aus, die Transaktion in Kürze abschließen zu können."

Für die Freigabe muss sich Bayer jedoch von Firmenanteilen trennen - und zwar von mehr als ursprünglich geplant: Geschäfte mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro gehen für insgesamt 7,6 Milliarden Euro an den konkurrierenden Chemiekonzern BASF. Zu den Verkäufen gehören unter anderem das Gemüse- und Feldsaatgutgeschäft. Die Synergien für den Pharma- und Agarchemiekonzern fallen laut Baumann durch diese Auflagen geringer aus. Statt 1,5 Milliarden Dollar würden könnten beim operativen Ergebnis nur 1,2 Milliarden Dollar jährlich eingespart werden.

Übernahmefrist bis 14. Juni

Heftige Kritik an der Übernahme kommt von Umweltverbänden und aus der Politik. Wegen ruppiger Geschäftsmethoden sowie dem umstrittenen Pflanzenschutzmittel Glyphosat steht Monsanto Chart zeigen in der Kritik. Grünen-Politiker Harald Ebner teilte mit: "Insektensterben, Nitrat im Grundwasser, Monokultur statt Vielfalt - all das macht eindrücklich klar: wir brauchen eine Agrarwende", so der Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Bundestagsfraktion. "Die Bayer-Monsanto-Fusion bewirkt genau das Gegenteil."

Baumann zeigte sich davon überzeugt, dass durch die Übernahme dennoch "insgesamt ein sehr hohes Wertschaffungspotenzial" erreicht werde. "Ich habe in meiner Karriere schon viele Transaktionen begleitet", sagte er. Die Konzernaktien legten im Zuge der Ankündigung um 1,4 Prozent zu.

Bis zum 14. Juni muss Bayer die mehr als 60 Milliarden Dollar teure Übernahme abschließen - sonst kann Monsanto zurücktreten, müsste aber zumindest nachverhandeln. Sollte der Kauf wegen fehlender kartellrechtlicher Zustimmungen platzen, muss Bayer zwei Milliarden Dollar Entschädigung zahlen.

Eigentlich war der Abschluss bereits für Ende 2017 angepeilt, doch die Kartellbehörden ließen sich mit der Prüfung Zeit. Eine Entscheidung des US-Justizministeriums wird für die kommenden Tage erwartet.

ans/apr/dpa/Reuters

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